PS Vita

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Es ist da: Unser Testgerät der PS Vita. Wir bekamen ein 3G-Modell zur Verfügung gestellt und haben die Zeit genutzt, Sonys neuen Handheld unter die Lupe zu nehmen. Wie uns die PS Vita gefällt, ob wir etwas auszusetzen haben und mehr erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest...

Das, was bei der PS Vita gleich auffällt, ist das 5" OLED-Display, welches natürlich eine Touchfunktion hat. Schon beim einfachen Starten der PS Vita merkt man, wie qualitativ hochwertig das Display ist und darf sich über gestochen scharfe Farben freuen. Wie bei den meisten aktuellen Konsolen, nimmt man auch bei der PS Vita nach dem Ersteinschalten diverse Einstellungen vor, legt Uhrzeit und Datum fest und darf zum Schluß die PS Vita mit seinem SEN-Account verknüpfen.
Hier fällt ein kleiner Nachteil der frischen Sony-Konsole auf, denn man darf das Gerät lediglich mit einem SEN-Account verknüpfen. Möchte man einen anderen Account auf der PS Vita aktivieren, muß man diese erst in den Auslieferzustand zurücksetzen. Natürlich laufen auf einem anderen Account nicht mehr die Spiele etc., welche man auf dem alten Account mit der PS Vita nutzen konnte, das sollte aber klar sein.

Neben dem OLED-Display sind links ein Steuerkreuz, einer der beiden Analogsticks und der Homebutton zu finden. Auf der rechten Vorderseite findet man den zweiten Analogstick, die Funktionstasten sowie den SELECT- und Start-Button.
An der Rückseite verfügt die PS Vita über ein großes Touchpad, welches in vielen Starttiteln bereits zum Einsatz kommt. Unterhalb der PS Vita ist zum einen der Anschluß für einen Kopfhörer vorhanden, der Einschub für Speicherkarten und der Anschluß, mit dem man das mitgelieferte Kabel entweder an einen USB-Eingang der PS3 oder eines PC anschliessen kann, oder aber mit dem ebenfalls mitgelieferten Netzkabel die PS Vita mit frischem Strom versorgt. Natürlich kann auch geladen werden, während die PS Vita am PC oder der PS3 hängt.

Oben an der PS Vita findet man zu guter Letzt zwei Schultertasten, den Ein-/Ausschalter, zwei Tasten zum Regeln der Lautstärke und die (abgedeckten) Einschübe für Spiele und einen Zubehöranschluss. Beim 3G-Modell gibt es zudem noch einen (ebenfalls abgedeckten) Einschubplatz für die SIM-Karte. Wo wir gerade bei diesem Thema sind: Die PS Vita hat keinen SIM-Lock, auch dann nicht, wenn man sie in einem bestimmten Tarif bei Vodafone erwirbt. Hier kann also nahezu jede SIM-Karte eingeschoben werden, wenn deren Netzanbieter die PS Vita unterstützt.
Weiterhin sind natürlich zwei Stereolautsprecher an der Vorderseite der PS Vita zu finden, ebenfalls dort wurde eine der beiden Kameras untergebracht und auch das Mikrofon fand dort seinen Platz. Die andere Kamera an der Rückseite rundet die PS Vita ab.

Nimmt man die PS Vita in die Hand, merkt man recht schnell, dass diese zum einen gut verarbeitet wurde, zum anderen sehr gut in der Hand liegt, ganz gleich, ob man große oder kleine Hände hat. An der Rückseite der PS Vita findet man zwei kleine Einkerbungen, in die man beim Spielen die Finger legt. Da hier rutschfestes Material verwendet wurde, liegt die PS Vita sehr sicher in der Hand.
Der Akku wurde leider fest verbaut, man kann diesen also nicht mehr einfach wechseln, wie es bei der PSP noch der Fall war. Unter Volllast reicht eine Akkuladung für etwa 4-5 Stunden, was für einen Handheld vollkommen ausreichend ist. Stellt man die PS Vita der PSP oder z.B. dem 3DS gegenüber, kommt diese mit der Akkuleistung recht gut weg. Die anderen beiden Handhelds werden hier unter Volllast eher nach neuem Strom schreien. Ob Sony für den hiesigen Markt zu einem späteren Zeitpunkt ein externes Akkupack anbieten wird, steht noch offen.

Im Karton der PS Vita findet man übrigens neben der Konsole und den genannten Kabeln, noch eine Kurzanleitung, die Garantiebestimmungen und ein Päckchen mit AR-Karten. Leider liegt der PS Vita kein "komplettes Handbuch" bei. Dieses kann man zwar über die Konsole online einsehen, zum Zeitpunkt unseres Tests war dieses jedoch noch nicht verfügbar. Ich bin der Meinung, dass man einer Konsole jedoch ein vollwertiges gedrucktes Handbuch beilegen sollte, zumal man für die PS Vita nicht gerade wenig Geld auf den Tisch legen muß.
Wer es noch nicht weiß: Die PS Vita erscheint in zwei Modell-Varianten. Zum einen die Wi-Fi-Version, welche zum Preis von 249.- EUR in den Handel kommt, zum anderen das 3G-Modell, welches mit 299.- EUR zu Buche schlägt. Da via 3G jedoch nicht online gespielt werden kann und auch das Datentransfervolumen begrenzt ist, man demnach über 3G keine vollwertigen Spiele downloaden kann, sollte man sich gut überlegen, ob das günstigere WiFi-Modell nicht vollkommen ausreicht.

Nach dem Einschalten der PS Vita und nachdem man die Grundeinstellungen vorgenommen hat, präsentiert sich die PS Vita mit einem recht aufgeräumten und übersichtlichen Bildschirm. Auf einem Bildschirm sind immer 10 verschiedene Dinge untergebracht, die man anwählen kann. Hat man nach und nach Spiele installiert, mehr Apps auf der PS Vita usw., kann man per Touchscreen durch die einzelnen Seiten blättern. Schon in dieser Menüstruktur fällt immer wieder auf, wie gut das 5" OLED-Display ist. Auch wenn man von einem sehr schrägen Blickwinkel auf den Bildschirm der PS Vita schaut, kann man immer noch alles sehr gut erkennen.
Die erste "Menüblase" stellt das Begrüßungscenter zur Verfügung. In diesem kann man sich nun mit der PS Vita vertraut machen, lernt, wie man Touchscreen und Rückseitentouchpad bedient, wie die Kameras funktionieren usw. Zudem darf man hier gleich seine ersten Trophäen sammeln, denn im Gegensatz zur PSP haben diese nun auf den neuen Sony-Handheld Einzug gehalten. Natürlich wird diese Funktion auch von allen Spielen unterstützt.

In einer weiteren Menü-Bubble findet man dann z.B. den Store, welcher leider zum Testzeitpunkt (wie fast alle Onlinefunktionen) nicht zur Verfügung stand. Eine andere präsentiert sich mit dem Titel "Freunde". Hier kann man seine Freundesliste ansehen, diesen Nachrichten senden, schauen, was die Leutchen so spielen usw.
Unter "Near" findet man einen Punkt, der für die PS Vita recht wichtig werden könnte, da hierdurch das Social Gaming gefördert wird. Sowohl in der WiFi-, als auch in der 3G-Variante der PS Vita kann diese Funktion genutzt werden. Per Standortbestimmung legt man seinen Ort fest und die PS Vita sucht dann die nähere Umgebung (einige Kilometer) nach Leuten ab, die ebenfalls per PS Vita oder auch PS3 spielen. Diese kann man dann z.B. in seine Freundesliste aufnehmen, schauen, welche Spiele gespielt werden usw.
Ebenfalls bieten es bereits einige Spiele, dass hier spezielle Items gesammelt werden, die dann via Near getauscht werden können.

Weitere Menüpunkte sind z.B. Musik, Video und Fotos, deren Funktionen klar sein dürften. Unter Einstellungen darf man diverse Dinge einstellen, über den "Inhaltsmanager" werden z.B. Daten zwischen PS Vita und PS3 oder aber zwischen PS Vita und PC ausgetauscht. Zu diesem Punkt komme ich aber gleich noch.
Ein Browser ist vorhanden, der zwar kein Flash unterstützt, Internetseiten aber recht schnell und gut darstellt. Über "Gruppennachrichten" kann man gleich mehreren aus der Freundesliste Nachrichten zukommen lassen usw. Zum Launch der PS Vita sollen noch Apps für Facebook, Twitter, Skype etc. im Store erhältlich sein, zum Testzeitpunkt leider noch nicht. Sehr wohl konnte man aber die PS Vita schon mit einem Facebook-Konto verknüpfen.

Da die PS Vita über keinen internen Speicher zum Speichern von Daten verfügt, muß man eine Speicherkarte in die PS Vita einlegen. Diese braucht man auch, da die meisten Spiele hier ihre Spielstände ablegen möchten. Leider kommen wir hierbei zum größten Manko der PS Vita. Die Speicherkarten sind leider keine gängigen SD- oder Microkarten, sondern man hat auf ein eigenes Format gesetzt. Die Karten bekommt man derzeit hierzulande in 4GB, 8GB oder 16GB. Im Gegenteil zu SD-Karten sind die PS Vita-Speicherkarten jedoch wesentlich teurer. So kostet die kleinste etwa 20.- EUR, die 16GB-Version fast 50.- EUR.
Ok, könnte man sagen, mit 16GB nur für Spielstände kommt man lange hin. Dies stimmt jedoch nur bedingt, denn zum einen schnappt sich das System gleich einmal 2GB für Systemressourcen, zum anderen möchte man vielleicht auch mal ein Spiel nicht im Laden kaufen, sondern dieses im Store erwerben und downloaden. Nimmt man ein vollwertiges Spiel wie z.B. "Uncharted Golden Abyss" oder "FIFA Football", darf man sich darüber "freuen", dass diese Games lockere 2,7GB-3,6GB groß sind. Wer nun rechnet, merkt schnell, dass eine 16GB-Speicherkarte mit wenigen Games schnell an ihre Grenzen kommt. Zwar darf man mit dem Inhaltsmanager den Inhalt der Karte auf einen PC oder eine PS3 verschieben, um wieder Platz zu bekommen, dies spricht aber gegen den eigentlichen Sinn eines Handhelds.
Ich denke, wenn der Preis der Speicherkarten nicht ganz schnell sinkt, das sich dies kontraproduktiv für die PS Vita auswirken könnte. Zumindest wird man kaum ein Spiel online erwerben, sondern sich lieber die Retail-Version im Laden kaufen.

Ein weiterer kleiner Nachteil der PS Vita ist die Positionierung der Stereolautsprecher. Diese sind jeweils neben den Analogsticks untergebracht, leider zur Geräte-Aussenseite hin. Dadurch kommt es ab und an dazu, dass man diese mit der Hand verdeckt, was zu gedämpftem Soundgenuß führt. Natürlich darf man, wie bei allen Handhelds, den vollen Soundgenuß eh nur geniessen, wenn man vernünftige Kopfhörer an die PS Vita anschließt. Für das Spielen unterwegs reichen aber die beiden Lautsprecher ansonsten vollkommen aus.
Die Kameras der PS Vita sind ebenfalls nicht das Gelbe vom Ei, da die Auflösung sehr gering ist. Da man die PS Vita aber in erster Linie als Spielekonsole ansehen sollte und nicht gleichzeitig eine Digitalkamera mit erwirbt, reichen die Kameras für die angedachten Zwecke wohl vollkommen aus.

Das Gewicht der PS Vita ist mit 260g (ca. 280g beim 3G-Modell) sehr gering und es treten auch nach längerem Spielen keinerlei Ermüdungserscheinungen in den Händen auf. Und wenn wir nun beim Thema "Spiele" sind: Die zum Launch erhältlichen Titel zeigen schon recht gut, mit was man auf der PS Vita rechnen darf. Hochwertige Spiele, die sich optisch gestochen scharf präsentieren. Dank der neuen Steuerungsmöglichkeiten, die die PS Vita bietet, wird hier noch einiges erscheinen, was für den Kauf der PS Vita sprechen wird.


Fazit:
Die PS Vita ist das, was sie wohl auch sein soll: Eine Spielkonsole für unterwegs. Keine Digitalkamera, kein Smartphone, sondern eine mobile Konsole, die sich ganz klar an Gamer richtet. Der Preis geht meiner Meinung nach in Ordnung, da man hier ein hochwertiges Stück Technik erwirbt, welches nicht nur durch sein gestochen scharfes OLED-Display angenehm auffällt.

Einziges wirklich großes Manko ist die Politik mit dem eigenen Speicherkartenformat und den Preisen, die eben für diese verlangt werden. Hierdurch fördert man in keinster Weise die digitalen Verkäufe, ausser man findet genug Spieler, die dauernd zwischen Karte und PC oder PS3 hin- und herkopieren wollen. Hier muß man ganz schnell die Preise der Karten nach unten korrigieren. Nimmt man eine normale SD-Karte, bekommt man hier schon für 15.- EUR eine gute mit 16GB. Da sind knapp 50.- EUR für eben diese Speichergröße schon eine Frechheit!

Sieht man jedoch von diesem Nachteil ab, sollte man ohne zu Zögern bei der PS Vita zugreifen. Die Akkuleistung ist mit 4-5 Stunden ausreichend für unterwegs, Trophäen werden unterstützt, Apps sind bald verfügbar, Social Gaming und -Media kommen bei der PS Vita ebenfalls nicht zu kurz und das Spieleangebot kann sich schon zum Launch der PS Vita sehen lassen. Ich kann die PS Vita daher nur wärmstens empfehlen, wobei die WiFi-Variante für die meisten ausreichen sollte.


Technische Daten:

CPU:
- ARM CortexTM-A9-Core (Quad-Core)
- symmetrische 32 Bit Kerne
- vollständige Cache-Kohärenz zwischen den Kernen
- für Anwendungen stehen noch 3 von 4 Kernen zur Verfügung

GPU: PowerVR SGX 543 MP4+
- Quad-Core Grafikprozessor
- basierend auf der PowerVR SGX Architektur
- Dynamische Lastverteilung
- Tile-Based Deferred Rendering (TBDR)

Arbeitsspeicher:
- 512 MB RAM

Grafikspeicher:
- 128 MB VRAM

Bildschirme (Touchscreen):
- 12 cm (16:9), 960 × 544 (220ppi), ca. 16,7 Millionen Farben, OLED-Multi-Touchscreen, kapazitiv
- Rückseiten-Touchpad: 12 cm Multi-Touchpanel auf der Rückseite, kapazitiv

Gewicht:
- 3G/WiFi Modell: ca. 279g
- WiFi Modell: ca. 260g

Kameras:
- Je eine Kamera auf Vorder- und Rückseite
- Bildfrequenz: 120 fps bei 320 × 240 (QVGA), 60 fps bei 640 × 480 (VGA) Auflösung: max. 640 × 480 (VGA)

Ton:
- Integrierte Stereolautsprecher
- Integriertes Mikrofon

Sensoren:
- Sechs-Achsen-Sensorensystem (dreiachsiger Kreisel, dreiachsiger Beschleunigungssensor, dreiachsiger elektronischer Kompass)

Wireless-Mitteilungen:
- Mobilfunknetz-Konnektivität (3G)
- IEEE 802.11 b/g/n (n = 1 x 1) (Wireless) (Infrastruktur-Modus/Ad-hoc-Modus)
- Bluetooth® 2.1 + EDR (A2DP/AVRCP/HSP)

Positionsbestimmung:
- Integriertes GPS (nur bei 3G Version vorhanden)
- Unterstützung von WLAN-Positionsbestimmung

Eingabe:
- vier Richtungstasten (Hoch/Runter/Links/Rechts)
- zwei Analogsticks
- vier Eingabetasten (Kreis, Kreuz, Dreieck, Quadrat)
- zwei Schultertasten, je eine pro Seite
- PS-, Start-, Selecttaste, Powerschalter, Lautstärkeregler

Sonstiges:
- GPS-Modul (nur im 3G Modell)
- fest verbauter Akku
- Akkulaufzeit beträgt um die 3-5 h[16]
- Externe Batterie für eine längere Akkulaufzeit (extra zu erwerben)[17]

Unterstützte Audio- und Videoformate:
- Musik: MP3 MPEG-1/2 Audio Layer 3, MP4 (MPEG-4 AAC), WAVE (Linear PCM)
- Videos: MPEG-4 Simple Profile (AAC), H.264/MPEG-4 AVC Hi/Main/Baseline Profile (AAC)
- Fotos: JPEG (Exif 2.2.1), TIFF, BMP, GIF, PNG

Steckplätze/Anschlüsse:
- PlayStation-Vita-Kartensteckplatz
- Speicherkarten-Steckplatz
- SIM-Karten-Steckplatz
- Multifunktions-Anschluss (für USB-Datenkommunikation, Gleichstromeingang)
- Audio (Stereo-Ausgang, Mono-Eingang), serielle Datenverbindung
- Kopfhörerbuchse (Mini-Stereo-Klinke) für Audio (Stereo-Ausgang/Mono-Eingang)
- Zubehöranschluss