Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition

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Nach einem sehr netten und konstruktiven Termin auf der gamescom 2011 am Razer-Stand, traf nun das erste Testgerät eben von Razer bei uns ein. Ich habe mir die Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition vorgenommen und sie in den letzten Wochen ausgiebig getestet. Ob ich nun krumme Finger habe, oder die Tastatur weiterhin an meinem Rechner hängen "darf", das werden euch die folgenden Zeilen erzählen...

Hersteller: Razer
System: PC


Bei der Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition handelt es sich um eine mechanische Tastatur. User, die schon länger mit Computern zu tun haben, werden solche Tastaturen noch kennen. Jüngere User werden wohl nur noch die elektronischen Tastaturen kennen, die heute meist im Handel zu bekommen sind. Der größte und spürbarste Unterschied einer mechanischen Tastatur im Gegensatz zur elektronischen Tastatur ist, dass das Tippgefühl ein ganz anderes ist. Zum einen hat man auf einer mechanischen Tastatur einen ganz anderen Widerstand beim Tippen und zum anderen hat man ein "Tastengeräusch". Dieses Geräusch ist es u.a., welches Razer bei der Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition stark gesenkt hat. Im Vorgängermodell war dieses Geräusch noch sehr laut und wurde von vielen Usern als störend empfunden, in der Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition ist es zwar noch vorhanden, jedoch nicht mehr sehr laut.

Während bei elektronischen Tastaturen meist eine Silikonmatte für den Widerstand der Tasten sorgt und kleine Plastikstifte den Tastendruck an die Leiterplatine weitergeben, ist der Aufbau einer mechanischen Tastatur ein ganz anderer. Hierbei besteht jede Taste aus einer Feder mit Kontaktpunkt, welche den gewünschten Tastendruck weitergibt. Durch die Feder bekommt man einen ganz anderen Widerstand, als durch die Silikonmatte. Hatte das Vorgängermodell der Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition wohl noch einen Druckpunkt von 50g, wurde dieser bei der Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition nun auf 45g verringert.

Wer sich bereits ein wenig länger mit Computern und Videospielen befasst, kennt vielleicht noch den Competition Pro-Joystick. Dieser war ebenfalls ein mechanisches Gerät und jeder Richtungswechsel erzeugte das bekannte Klickgeräusch. Dieses ist am besten mit dem der Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition zu vergleichen. Nicht aufdringlich, aber halt vorhanden. Schreibt man länger auf der Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition, wird man dieses Geräusch auf "normalen" Tastaturen recht schnell vermissen...

Die Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition ist ganz klar eine für Spieler optimierte Tastatur, bietet also entsprechende Sondertasten und -funktionen. Als erstes ist hier die Anti-Ghosting-Funktion zu erwähnen, welche es ermöglicht, dass bis zu sechs Tastenbefehle gleichzeitig erkannt und ausgeführt werden können. Gerade Spieler von Shootern und MMOs werden diese Funktion sehr schnell zu schätzen wissen, denn es kommt nicht selten vor, dass man, während man per WASD steuert, noch schnell eine andere Aktion ausführen möchte. Ohne Anti-Ghosting nicht möglich, somit kann die Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition einen entscheidenden Vorteil im Spiel bringen.

Die Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition bietet fünf Sondertasten. Dies kommt einem auf den ersten Blick und im Vergleich zu anderen Gaming-Keyboards recht wenig vor. Die Sondertasten M1 bis M5 liegen auf der linken Seite der Tastatur und können individuell und per Software einfach mit Funktionen belegt werden. Zusätzlich besitzt die Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition eine "FN"-Taste. Im Verbund mit anderen Tasten kann durch die FN-Taste z.B. die Lautstärke geregelt, die Beleuchtungsstufe der Hintergrundbeleuchtung verändert oder aber der Mediaplayer bedient werden.
Auch kann über die FN-Taste der Gaming-Mode eingeschaltet werden. In diesem Modus wird die Windows-Taste blockiert, welche Spieler gerne einmal erwischen und sich mitten im heissen Gefecht plötzlich auf dem Desktop wiederfinden. Ist dieser Modus aktiviert, wird dies durch eine LED angezeigt.

Wer sich die Makrotasten mit Funktionen belegen möchte, muß hierfür von Razer eine spezielle Software mit Treibern runterladen. Wer diese Tasten nicht braucht, kann die Tastatur ganz ohne Installation am Rechner benutzen. Über die downgeloadete Software können nun Profile für die Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition erstellt werden. Bei der Belegung der Makrotasten ist eine Belegung selbst mit millisekundengenauer Verzögerug möglich. Die Software ist zudem selbsterklärend und somit für jedermann leicht zu bedienen.

Die Hintergrundbeleuchtung der Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition kann in fünf Stufen geregelt werden. Eine Stufe hierbei dient jedoch eher der rein optischen Spielerei, denn diese Stufe läßt die Beleuchtung pulsieren. Dass man hiermit nicht vernünftig arbeiten kann, sollte klar sein, diese Stufe ist nur dann sinnvoll, wenn man die Tastatur im abgedunkelten Raum reinen Poserzwecken aussetzt. Diese Stufe hätte man sich meiner Meinung nach sparen können, aber es gibt sicher User, die sie mögen werden. Ansonsten gibt es eine Stufe, auf der die Beleuchtung deaktiviert ist und drei weitere, in der man sie in der Helligkeit regeln kann. Die Beleuchtung erstrahlt in einem Blauton. Dieser wirkt im ersten Moment etwas kalt, zumindest dann, wenn man eine rote Beleuchtung gewöhnt ist. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber an den Blauton, ich möchte ihn zumindest nicht mehr missen.

Die Beschriftung der Tasten ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig, da die gewählte Schriftart für die Beschriftung nicht immer gut zu lesen ist. So sieht das Q auf der Tastatur eher aus wie ein O mit Ausschlag... Auch hieran gewöhnt man sich aber recht schnell.
Wo wir gerade bei der Beschriftung sind:
Das wohl größte Manko der Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition ist die Tatsache, dass man die Tastatur nur mit amerikanischen Layout bekommt. Ganz besonders störend ist hierbei, dass das amerikanische Layout einer Tastatur eine Taste weniger hat, als man es hierzulande kennt. Dies kommt dadurch, dass natürlich keine Sonderzeichen wie Ä, Ö oder Ü vorhanden sind. Man kann die Tastatur natürlich auf den deutschen Treiber umstellen, trotzdem wird man zwischen US- und DE-Treiber hin- und herschalten müssen, wenn man ein Vielschreiber ist, da, wie erwähnt, eine Taste fehlt. Zudem kann man die Tastatur nur dann richtig mit dem DE-Treiber einsetzen, wenn man weiß, wo welche Taste ist, denn die Beschriftung stimmt dann natürlich bei vielen Tasten nicht mehr.
Ein weiterer Nachteil ist die ENTER-Taste, die meiner Meinung nach zu klein ausgefallen ist. Hierbei verhaut man sich die ersten Tage und Wochen doch sehr oft und hat dann eine Raute auf dem Bildschirm stehen, statt einen Zeilenwechsel. Auch an die quasi fehlende Handballenablage muß man sich erst einmal gewöhnen.

Angeschlossen wird die Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition per USB-Kabel. Wer auch noch die Ausgänge für USB- und Audio-Anschlüsse an der Tastatur nutzen möchte, muß sie über einen weiteren USB-Stecker und mit zwei Audioanschlüssen verbinden. Natürlich sind alle Kabel an der Tastatur vorhanden. Schließt man sie komplett an, hat man den Vorteil, z.B. ein Headset direkt an die Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition anschliessen zu können. Um Kabelwirrwarr zu verhindern, befinden sich alle Kabel in einer geflochtenen Ummantelung. Diese sorgt für einen aufgeräumten Arbeitsplatz, ist jedoch etwas starr.
Ein großer Vorteil der Tastatur ist ihre matte Optik. Hierdurch werden nämlich Fingerabdrücke endlich verhindert. Die Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition ist für 139,99 € im Handel erhältlich.

Fazit:
Ich habe mich nun nach gut 3 Wochen Testzeitraum sehr gut an die Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition gewöhnt. Als Vielschreiber muß ich nicht auf die Tastenbelegung achten, da ich weiß, wo ich welche Taste finde. Wer jedoch nicht blind schreiben kann, wird Probleme mit der Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition bekommen, da, wie geschrieben, die Tastatur nur mit US-Layout zu bekommen ist. Neben der zu kleinen ENTER-Taste ist dies der größte Nachteil, den ich an der Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition bemängeln kann.
Da die Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition eine mechanische Tastatur ist, kann ich über das "neue Schreibgefühl" nichts schlechtes sagen, ich habe mich zum einen an den sehr guten Tastenwiderstand gewöhnt und finde auch die Tippgeräusche nicht störend.
Wer auf eine Hintergrundbeleuchtung verzichten kann, der bekommt auch noch eine günstigere Version der Tastatur für etwa 80.-€. Allen anderen kann ich die Tastatur sehr empfehlen, gerade Spielern kann ich sie durch das Anti-Ghosting ans Herz legen!

Features:
•Komplett mechanische Tasten mit 45g Betätigungsgewicht
•Leises, spürbares Feedback bei Tastenanschlag
•Extreme Anti-Ghosting Fähigkeiten
•Individuelle Tastenbeleuchtung mit 5 Intensitätsstufen
•1000Hz Ultrapolling / 1ms Reaktionszeit
•Programmierbare Tasten mit On-the-Fly-Makroaufzeichnung
•Gaming-Modus zur Deaktivierung der Windows-Taste
•10 modifizierbare Softwareprofile mit On-the-Fly-Umschaltung
•5 zusätzliche Makrotasten
•Multi-Media-Steuerelemente
•Geflochtenes Kabel
•Audio-Ausgänge/ Mikrofoneingänge
•USB-Passthrough
•Ungefähre Größe in mm: 475 (L) x 171 (B) x 30 (H)
•Gewicht: 1,5 kg

Systemvoraussetzungen:
•PC mit USB-Anschluss
•Windows® 7 / Windows Vista® / Windows® XP
•Internetverbindung (für Treiberinstallation)
•Mindestens 75 MB freier Festplattenspeicher