The Tomorrow Children

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In den letzten beiden Wochen lief der Alpha-Test zu The Tomorrow Children auf der PlayStation 4. Wir durften an diesem Test teilnehmen und wollten uns dieses Spiel der "anderen Art" nicht entgehen lassen. Wichtig ist, dass sich alle folgenden Informationen auf den Alpha-Status des Spiel beziehen, sie können sich also bis zur finalen Version des Titels noch ändern.

Die Vorgeschichte von The Tomorrow Children ist schnell erzählt. Die Menschheit hat sich wieder einmal fast komplett ausgelöscht. Nur noch sehr wenige Menschen leben, ihr seid in diesem Spiel keiner von ihnen. Stattdessen spielt ihr einen Klon, der aus Rest-DNA reproduziert wurde. Eure einzige Aufgabe besteht darin, die Menschheit zu retten und eine Stadt vor ihrem endgültigen Untergang zu bewahren. Das klingt leicht, ist es aber nicht zwingend, denn ihr seid in The Tomorrow Children nicht alleine.
Sieht man einmal von den anderen Spielern ab, auf die ihr treffen werdet, gibt es allerlei fiese Kreaturen, die den Menschen an den Kragen wollen. Das fängt bei Riesenspinnen an, geht über geflügelte Gegner, die aus der Luft angreifen bis hin zu Echsen, die in jedem Godzilla-Film auftreten könnten. Dieses Viechzeug greift die Stadt an, die zum Glück nicht ganz wehrlos ist. Denn hier kommt ihr ins Spiel, die ihr durch eure Arbeit und euren Einsatz die Stadt aufbaut und verteidigt.

Zu Beginn seht ihr die kleine Vorgeschichte, die euch oben genanntes Szenario näher bringt. Gleich danach kommt ihr zur Klassenauswahl, denn auch, wenn im Spiel sehr viel an das Russland der 70er und 80er Jahre erinnert und die kommunistische Veranlagung der Restmenschen an jeder Ecke zu sehen ist, unterscheiden sich die Klone doch ein wenig. Fünf Klassen gab es in der Alpha, die sich von ihren Grundwerten her ein wenig unterscheiden. Als Beispiel gibt es den Minenarbeiter. Dieser arbeitet schneller als andere und kann ein paar mehr Rohstoffe in seine Taschen stecken.
Weiterhin gibt es Techniker oder Schützen. Letztere dienen in erster Linie der Verteidigung der Stadt. Wirklich auf eine feste Aufgabe/Rolle ist jedoch keine Charakterklasse beschränkt, dazu aber später noch mehr. Nachdem ihr euch für eine Klasse entschieden habt, steht ihr erst einmal recht verlassen in der kleinen Stadt herum. Das Aussehen oder die Kleidung des Charakters könnt ihr übrigens nicht ändern. Natürlich nicht, im Kommunismus sollte jeder gleich sein... Was euch direkt in der Stadt auffällt, sind die vielen Plakate und TV-Ständer. Hier wird für die Partei geworben, ein Film zeigt euch, wie glücklich Arbeit macht und überhaupt sollte nur dies eure Aufgabe sein: Arbeit zum Wohle der Menschheit.

Schaut ihr euch ein wenig in der Gegend um, entdeckt ihr nach kurzer Zeit einige Verkaufsschalter. An jedem steht, für welche Klasse es dort Items gibt. Als Minenarbeiter geht ihr daher zum Miner-Geschäft und schaut euch dessen Angebot an. Praktisch, ganz normale Hacken gibt es dort vollkommen umsonst. Jedoch immer nur dann, wenn ihr keine im Inventar habt. Habt ihr noch welche, müsst ihr Gutscheine auf den Tisch legen. Diese braucht ihr auch, um zum Beispiel Schaufeln oder Dynamit zu kaufen. So rüstet ihr euch mit eurem mageren Startkapital aus und geht weiter auf Entdeckungsreise. In der Ferne entdeckt ihr schon bald etwas, dass wie ein Berg aussieht. Dort lauft ihr hin - wenn das möglich ist.
Entfernt ihr euch zu weit von der Stadt, kann es nämlich passieren, dass ihr in die Leere lauft. Diese saugt euch innerhalb weniger Sekunden auf und ihr sterbt. Indirekt, ihr verliert eure Rohstoffe und zahlt Strafpunkte, aber auch dazu später mehr. Passiert das, solltet ihr schnell umkehren, denn ihr könnt der Leere noch immer entkommen. Meist gibt es ein Abbaugebiet, zu dem ihr zu Fuß gehen könnt. Ein anderes ist jedoch nur mit einer Art Schwebe-Bus zu erreichen. Dieser hält zu bestimmten Zeiten an der Stadt und transportiert euch zum Abbaugebiet. Dort angekommen, schnappt ihr euch eure Hacke und beginnt, die Wände abzubauen. Mit etwas Glück entdeckt ihr hierdurch Goldadern, Kohlevorkommen oder sogar Edelsteine. Baut sie ab und steckt sie in euren Beutel.

Wieviele ihr dort hineinstecken könnt, hängt davon ab, wie ihr euren Charakter skillt. Durch viele Tätigkeiten sammelt ihr Erfahrungspunkte. Habt ihr genug, steigt ihr ein Level und dürft einen Fertigkeitenpunkt ausgeben. Das ist nicht viel und ihr solltet gut überlegen, in welche Kategorie ihr diesen investiert. Mehr Trageplatz? Oder lieber die Möglichkeit, schneller zu arbeiten? Oder möchtet ihr stärker werden, um mehr Ausrüstung zu transportieren? Hierdurch könnt ihr euren Charakter ein wenig individualisieren. Ihr trefft übrigens auch auf andere Spieler. Mit diesen könnt ihr jedoch nur bedingt interagieren. Wenige Gesten stehen derzeit zur Verfügung, um etwa zu grüßen. Obwohl es darum geht, gemeinsam die Stadt aufzubauen, findet zu jeder Zeit ein Gegeneinander statt. Eine Rangliste zeigt nämlich, wer am meisten für die Stadt erledigt hat und wer am erfolgreichsten beim Sammeln von Punkten ist.
Diese Punkte bekommt ihr für alles, was ihr macht. Baut ihr die Umgebung ab, wird dies mit Punkten belohnt, sammelt ihr Rohstoffe, bekommt ihr auch welche usw.. Für die Rohstoffe gibt es in der Stadt einen Sammelplatz. Geht zu diesem und schüttet euren Ranzen aus, um die Punkte zu kassieren. In der Stadt findet ihr weitere Aktivitäten. Strom kann auf einem Laufband erzeugt werden oder ihr stellt wichtige Gegenstände an einer Werkbank her. Diese ist schon besetzt? Tja, dann müsst ihr euch in die Schlange stellen und warten, bis ihr an der Reihe seid. Schlange stehen macht Spaß, genau wie Arbeit Spaß macht. Aber trödelt nicht rum, denn Arbeit ist euer Leben!

Das Leben könnt ihr im Spiel auf unterschiedliche Art und Weise verlieren. Klone mögen es gar nicht, wenn es zu dunkel ist. Grabt ihr euch zu tief in einen Berg und findet keine Lichtquelle, sinkt eure Lebensenergie sehr schnell. Auch, wenn es Nacht wird und ihr habt keine Lichtquelle dabei. Taschenlampen könnt ihr kaufen, oder aber ihr findet eine Art Leuchtblume, die in den Bergen wachsen. Doch auch kleinere Feinde, wie etwa lebensgroße Bienen, machen euch zu schaffen. Habt ihr keine Waffe dabei, die ihr ebenfalls kaufen könnt, seid ihr diesen ausgeliefert. Fallt ihr aus zu großer Höhe, geht das ebenfalls meistens schief. Passiert es also, dass ihr sterbt, belebt euch die "Regierung" zwar wieder, zieht euch aber Strafpunkte ab, denn schließlich konntet ihr in dieser Zeit nicht arbeiten. Somit dauert der nächste Levelaufstieg wieder länger und ihr sinkt eventuell auf der Rangliste. Diese wird übrigens an jedem inGame-Tag aktualisiert.
Viele Möglichkeiten gab es in der Alpha zwar noch nicht, trotzdem macht das Spiel auf gewisse Art und Weise Spaß. So merkwürdig es klingt, das Arbeiten des Charakters sorgt für Entspannung vor dem Bildschirm. Auch die eher melancholischen Klänge, die zu hören sind, beruhigen mit ihrem ganz eigenen Charme.

Ein großer Nachteil in der Alpha war, dass die Monster die Städte meistens nachts einnehmen konnten, da zu dieser Zeit kaum Spieler online waren. Daher musste immer in einer neuen Stadt begonnen werden, so wie es aussieht, wird aber noch eine Art automatische Verteidigung folgen.
Der Grafil-Stil von The Tomorrow Children ist schon jetzt sehr gelungen. Schöne Spiegelungen und ein ganz eigenes Design laden zum Hingucken ein. Die Tätigkeiten, die die Charaktere ausüben können, sind im Moment noch recht überschaubar, aber wie gesagt, es handelte sich nur um die Alpha. Stellt ihr Gegenstände an der Werkbank her, macht ihr dies z.B., indem ihr ein Verschiebespiel lösen müsst, was nicht immer einfach ist - zumal ein Timer läuft.

Fazit:
Alles in allem freue ich mich auf die Betaphase des Spiels und natürlich auf die finale Version, denn Entwickler Q-Games könnte mit diesem Spiel frischen Wind in den sonstigen Genre-Alltag bringen. Den Charakteren beim Arbeiten zuzusehen ist zwar nicht besonders aufregend, aber entspannend. Und wer entspannt nicht gerne mal beim Spielen? Der Aufbau der Stadt ist nicht gerade einfach, zumal diese bei zu wenigen Spielern kaum verteidigt werden kann. Dieser Nachteil ändert sich aber bestimmt, sobald mehr Spieler zu einer späteren Testphase eingeladen werden.
The Tomorrow Children hat das Potential, eines der außergewöhnlichsten Spiele des kommenden Jahres zu werden. Bekommt ihr die Möglichkeit, in den Titel reinzuschnuppern, lasst sie euch keinesfalls entgehen!

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