Orcs Must Die!

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Orcs - diese liebevollen, kleinen, grünlichen Pummelchen, die inzwischen in jedem Fantasygame auftauchen. Ihr liebreizendes Aussehen und ihre nachtigallgleichen Stimmen machen Orcs zu einer Rasse, die von jedem gerne gespielt wird. Orcs, diese hochintelligenten Wesen, die... Nun ist es aber gut, Orcs sind grün, dumm und hässlich. Sie sind absolut überflüssig und nerven in allen möglichen Spielen. Das muß man ändern! Da gibt es nur eins: Orcs Must Die!

Und genau dieser Meinung war wohl auch Entwickler Robot Entertainment, wenn man sich deren neuen Titel anschaut, der für Xbox Live Arcade (ab 05.10.2011) und PC (via Steam ab 12.10.2011) erscheint. Orcs Must Die! ist eine Art Tower Defense Spiel, jedoch ein etwas anderes, als man bisher gewohnt ist. Aus der Third-Person-Perspektive steuert man einen Helden, der in insgesamt 24 Burgen einen Riss verteidigen muß. Gegen wen? Na, gegen heranstürmenden Orcs und ihre netten Freunde, wie z.B. Trolle oder Goblins.

Zu Beginn eines jeden Levels steht dem Spieler eine bestimmte Geldmenge zur Verfügung. Mit diesem Geld muß man nun Fallen platzieren, um die heranstürmenden Orcs vom Riss fernzuhalten. Wie aus Tower-Defense-Spielen bekannt, versuchen immer größere Gegnerwellen, an ihr Ziel zu gelangen. Auch in Orcs Must Die! ist dies der Fall. Die einzelnen Level sind in mehrere Wellen unterteilt. Zwischen manchen dieser Wellen hat man nur einige Sekunden Verschnaufpause, zwischen anderen Wellen kann man in Ruhe seine Fallen neu aufstellen, bevor man die entsprechende Welle startet. Für jeden beseitigten Gegner bekommt man Geld, welches man in neue Fallen investieren kann.

Das Spektrum der Fallen erhöht sich von Level zu Level und man muß sich via Zauberbuch erst einmal entscheiden, welche Fallen oder Zaubersprüche man einsetzen möchte. Bei den Fallen ist für viel Abwechslung gesorgt. Neben einfachen Stachelfallen gibt es andere, die den Gegner verlangsamen, Spieße aus der Wand in die Gegnerscharen fliegen oder heranstürmende Schergen via Schleuderfalle einfach in einen Säuretümpel katapultiert werden. Es liegt am Spieler und am zur Verfügung stehenden Geldbetrag, was und wo man es platziert. In höheren Levels kommt erschwerend hinzu, dass die Orcs durch mehrere Eingänge in die Burg stürmen und dann auch meist mehr als ein Weg zum Riss führt. Hier gilt es also, gleich mehrere Ecken abzuschirmen, bzw. zu verteidigen.

Am Ende eines jeden Levels erhält man eine Bewertung. Diese Bewertung spiegelt sich in Totenschädeln wieder, die man dann zur Aufwertung der Fallen einsetzen darf. Da man im Laufe der 24 Level immer mehr Fallen freispielt, wird man Level erneut angehen, die man bereits erfüllt hat, um dort eine bessere Bewertung zu bekommen. Fallen aus höheren Leveln dürfen nämlich dann auch in den früheren Leveln eingesetzt werden.
Neben den erwähnten Fallen, die an festen Orten platziert werden, gibt es auch noch Zaubersprüche, denn der Held, den der Spieler steuert, steht natürlich nicht tatenlos in der Gegend rum, während die Orcmassen heranstürmen. Ganz im Gegenteil, denn mit magischen Pfeilen oder im Nahkampf mit einem Speer sorgt er dafür, dass der Boden mit Orcresten übersät wird.

Ist der Held einmal verletzt, weil ihm zu viele Orcs auf den Kopf gehauen haben, kann er entweder Tränke einsammeln, die ab und zu von den besiegten Gegnern fallengelassen werden, oder aber er geht schnell in den Raum mit dem Riss und wird dort automatisch geheilt.
Natürlich verbrauchen Zaubersprüche Mana, welches sich mit der Zeit regeneriert. Man muß also auch hier darauf achten, nicht plötzlich ohne Mana dazustehen, wenn gerade 50 Orcs auf einen zugerannt kommen.
Neben Heiltränken lassen bestimmte Gegner ab und an auch Münzen fallen, die man sich natürlich nicht entgehen lassen sollte, da somit für den nächsten Fallenbau mehr Geld vorhanden ist. Fallen können übrigens auch gebaut werden, während eine Welle läuft. Allerdings hat man hier durch die Action im Spiel kaum Zeit zu und sollte dies in Ruhe vor den jeweiligen Wellen erledigen. Erreicht eine bestimmte Anzahl an Orcs den Riss, ist das Spiel natürlich vorbei und man muß sich erneut am jeweiligen Level versuchen.

Die 24 vorhandenen Level bieten etwa 8 Stunden Spielspaß, allerdings wird man einige Zeit mehr benötigen, um alle Level mit der maximalen Bewertung abzuschließen. Für den geringen Preis von 1200 MS Points (vermutlich ca. 15.-€ via Steam) ist dies eine ganze Menge, die man hier geboten bekommt.

Optisch präsentiert sich der Titel in einer Cartoon-Optik. Die Charaktere sind allesamt liebevoll gezeichnet und die Orcs sorgen nicht selten dafür, dass man zu Schmunzeln beginnt, denn ab und an gucken sie einfach herrlich dämlich aus der Wäsche.
Der Sound ist passend, auch wenn hier vielleicht mehr Abwechslung an Hintergrundmusikstücken schön gewesen wäre. Die deutsche Sprachausgabe ist ok und die Sprüche des Helden recht witzig, auch wenn sie sich von Zeit zu Zeit wiederholen.
Die Steuerung ist recht simpel, man hat mit dem Xbox-Pad alles gut im Griff, was bei dem actionreichen Spielgeschehen auch nötig ist.

Fazit:
Orcs Must Die! ist einer der Arcadetitel, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Das Spielgeschehen ist fordernd und bietet eine gute Mischung aus Action und Strategie, denn nur wenn man Fallen sinnvoll platziert, werden diese auch gegen die Orcmassen etwas ausrichten können. 24 Level sind ok und sorgen durch den Wiederspielwert dafür, dass man eine Menge für sein Geld geboten bekommt. Nicht selten erwischt man sich dabei, dass man "nur noch ein Level" spielen will und nach mehreren Stunden immer noch an der Konsole sitzt.
Daher kann ich nur sagen, investiert die MS Points, startet das Spiel, zückt Fallen und Zauber, denn: Orcs Must Die!

Media

  • Releasedatum: Dienstag, 11 Oktober 2011
  • Genre: Keine Angabe
  • Altersfreigabe: USK: 16
  • Plattform(en): Xbox 360, PC
  • Sprache(n): Deutsch