Rage

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Müde? Schlecht geschlafen? Oder allgemein Schlafstörungen? Das kann man ändern! Wie? Mit einem kleinen Urlaub in einer schnuckeligen Kryokammer. In einer Kryokammer kann man nämlich wunderbar abschalten und mal richtig ausschlafen! Gut, dass man in diese gesteckt wird, weil ein Asteroid die Erde bedroht und auf ihr einschlägt, man 106 Jahre später aus der Kammer rauskommt, alle anderen Kammern beschädigt wurden und deren "Insassen" nicht mehr sehr lebendig aussehen, man in eine Welt geht, in der es vor Mutanten und anderen durchgedrehten Typen nur so wimmelt... das lassen wir dann einfach mal unter den Tisch fallen!
Das aber ist die Vorgeschichte zu Rage in Kurzform. Ob der neue Titel von id Software nun für Unterhaltung sorgt, oder ob man ihn lieber für einige 100 Jahre in eine Kryokammer stopfen sollte, wo er am besten nie gefunden wird, das wird euch unser Review verraten...

Vor dem Spielvergnügen steht auf der Xbox 360 aber die Installation der insgesamt drei Discs, die in der Verpackung warten. Wollen auch Besitzer einer Arcade- oder 20GB-Version der Xbox auch in diesen Genuß kommen, sollten sie sich zusätzlich zu Rage gleich noch eine größere Festplatte zulegen, denn auch bei der 20GB-Version der Konsole hört man aus der Packung nur ein herzhaftes Lachen. Zwar kann das Spiel auch wahlweise nur für den Single- oder den Multiplayer installiert werden, für eine Komplettinstallation reicht die 20GB-Festplatte aber nicht mehr aus. Zwar kann man Rage auch einfach von den Discs spielen, eine Installation kann ich aber nur zwingend empfehlen, möchte man keine Ruckelorgie erleben oder sollte nicht auf nicht reingeladene Texturen stehen.

Hat man diese erste Hürde überwunden, kann man in die Welt von Rage eintauchen. Wie erwähnt, ist dies keine Welt, in der man zwingend sein möchte. Ödland erwartet den Spieler, nachdem er die Kryokapsel verlassen hat. Ödland und ein erster Schreckmoment, in dem ich beinahe das Gamepad weggeschmissen hätte. Man wird sich zu Beginn langsam umschauen, da man schon fast damit rechnet, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht, aber trotzdem wird der erste Mutant so plötzlich auftauchen, dass man sich unweigerlich erschreckt. Da man nicht bewaffnet ist, will einem dieser erste Mutant übrigens gleich das Licht auspusten. Ein anderer Mensch taucht aber auf und rettet den Spieler vor dem schnellen Ableben. Dan Haggar, so der Name des netten Kerls, nimmt einen dann auch gleich mit zu einer kleinen Siedlung.

Da man sich in Rage bevorzugt mit Buggys von A nach B bewegt, braucht man natürlich ein solches Fahrzeug. Dan gibt einem den Auftrag, einige Störenfriede zu beseitigen, als Lohn bekommt man hierfür einen kleinen Buggy und etwas Ausrüstung. Daher sammelt man herumliegende Waffen ein, bestückt sie mit Munition und macht sich auf, die Schergen ins Jenseits zu befördern. Auf einer Minimap bekommt man übrigens angezeigt, wolang man fahren muß, um ans Ziel zu gelangen. Dieses erreicht man nach kurzer Zeit und begibt sich in eine Art Festung, die von der Mutantengruppe "bewohnt" wird. Schon bei dieser ersten Mission kann man erkennen, dass id Software eine Menge Arbeit in die Animationen der Gegner gesteckt hat. Die Mutanten (und auch die anderen Gegnertypen, auf die man im späteren Spielverlauf trifft) bewegen sich so flüssig, dass man sie sich lieber anschauen möchte, statt sie zu beseitigen. Allerdings würde dies für einen sehr kurzen Spielgenuß sorgen...

Daher packt man die zuvor eingesammelte Waffe aus und pustet den Mutanten das Lebenslicht aus. Hier und da kann man neue Munition einsammeln, besiegte Gegner dürfen geplündert werden und auch sonst findet man einige Dinge, die man im späteren Spielverlauf entweder noch gebrauchen kann, oder aber zumindest an einen Händler für gutes Geld verkauft bekommt. Da es in Rage ein kleines Craftingsystem gibt, lassen sich aber viele Gegenstände verbasteln, um aus ihnen nette Dinge herzustellen, die anderen das Leben schwer machen, um es nett auszudrücken.
Mit Munition sollte man sparsam umgehen. Zwar findet man einiges an Nachschub, aber trotzdem kann es schnell dazu kommen, dass man mit leerer Waffe da steht, was nicht empfehlenswert ist. Die erste Mission erfüllt man nach wenigen Minuten, kehrt zurück zu Dan, kassiert eine Belohnung und startet somit quasi richtig ins Spiel.

Ihr werdet im Laufe des Spiels drei Siedlungen besuchen, welche alle unterschiedlich gestaltet sind. In diesen Siedlungen wird zum einen die Hauptstory vorangetrieben, zum anderen dürft ihr aber jede Menge Nebenmissionen annehmen, was für einige Stunden mehr Spielspaß sorgen wird. Zudem bekommt ihr so natürlich weitere Ausrüstung und Geld, was nicht zu verachten ist. Spielt man nur die Hauptstory, wird man das Spiel nach etwa 10 Stunden abschliessen, mit den Nebenmissionen kommen noch einmal gut 5 Stunden hinzu. Für einen Shooter also eine ordentliche Spielzeit, zudem kann man sich noch in mehreren Schwierigkeitsgraden versuchen.

Da neben dem Schießen aber auch die bereits erwähnten Buggys eine Rolle spielen, bekommt ihr die Gelegenheit, Rennen gegen andere zu fahren, was nicht unlustig ist. Somit nutzt man sein Fahrzeug eben nicht nur, um von A nach B zu gelangen. Rage bietet eine indirekt offene Welt. Mit dem Buggy kann man sich recht frei bewegen und die Gegend unsicher machen. Die einzelnen Missionen befinden sich aber meist in Ortschaften, die erst nach einer gewissen Ladezeit begehbar sind. Man hat also quasi eine Open World, die jedoch nur bedingt offen ist.

Wie bereits erwähnt, gibt es diverse Gegnertypen, die sich auch unterschiedlich verhalten. Die Mutanten haben sich z.B. so an die Gegebenheiten angepasst, dass sie an Decken entlanghangeln oder an Wänden entlanglaufen können. Andere Gegner sind z.B. extrem stark gepanzert, andere hingegen suchen oft Deckung oder geben ihren Kollegen Befehle, was diese machen sollen. Mit der Zeit weiß man, welche Gegnerart sich wie verhält und kann sich somit darauf einstellen. Diverse Kämpfe gegen dicke Brocken dürfen natürlich nicht fehlen, fast jede Mission hat ihren ganz speziellen "Endgegner".
Im Gegensatz zu anderen Shootern spawnen Gegner nicht neu, sondern in Rage sind einmal besiegte Gegner nicht mehr da. Möchte man also einmal in einem "Level" zurückgehen, wird man dort nicht mit Überraschungen rechnen müssen, wenn man vorher ordentlich aufgeräumt hat.

In den einzelnen Missionen kann man leider erkennen, dass einige Objekte mit nicht ganz so viel Liebe zum Detail entworfen wurden. Diese Objekte, wie z.B. Computertastaturen, sehen nämlich eher mager aus, zumal ansonsten die Grafik einiges zu bieten hat. Hat man den Titel installiert, werden Texturen gerade auf der Xbox quasi ohne Verzögerung geladen, spielt man von Disc, wird man hier und da ein "Aufplöppen" bemerken, was nicht sehr schön aussieht. Ansonsten wartet aber eine Aussengrafik auf den Spieler, die zum Erkunden anregt. Allerdings immer unter dem Vorbehalt, dass man in einem Ödland unterwegs ist, wuchernde Oasen sollte man hier nicht erwarten.

Wie geschrieben, bietet der Singleplayer für einen Shooter einen sehr ordentlichen Umfang. Die einzelnen Missionen sind gespickt mit Action, Langeweile kommt quasi nie auf. Zwar hat man alles recht bald gesehen, aber trotzdem macht es Spaß, sich die Aussenareale wieder und wieder anzuschauen, da sie optisch überzeugen können, zumindest dann, wenn man auf karge Landschaften steht.

Insgesamt neun Waffentypen wird man im Spiel finden. Wer nun denkt, das wäre nicht viel, sollte bedenken, dass man diese Waffen mit unterschiedlichsten Munitionsarten bestücken kann, somit wird man für jeden Gegner die "richtige Mischung" parat haben. Durch die Möglichkeit, Gegenstände zu basteln, wird man sich sehr genau umsehen, ob es etwas einzusammeln gibt. Dinge, die man in den Missionen etc. einsammeln kann, blinken übrigens auf, man kann sie also immer recht gut sehen. Der Wechsel der Waffen ist mit dem Gamepad sehr einfach gehalten, man muß also nicht lange durch Menüs wuseln, bis man seine Waffe gewechselt hat. Nicht ganz so gut wie die Singleplayer-Kampagne, in der man sich manchmal schon fühlt, wie in Rollenspielen a la Fallout, kommt der Multiplayer von Rage weg.
Hier hat man bisher kaum Spielmodi, darf nur einige Missionen im Coop durchspielen, oder kleinere Buggyschlachten gegen andere Spieler starten. Gerade von den Shooter-Spezialisten aus dem Hause id Software hat man hier deutlich mehr erwarten können. Zumal das Setting von Rage auch einiges bietet, um hier handfeste Multiplayerschlachten auszutragen. Bleibt also die Hoffnung, dass hier noch einiges an Inhalt nachgeschoben wird.

Die Steuerung ist mit dem Xbox-Pad sehr gut, Waffenwechsel sind schnell erledigt, man kann auf plötzlich auftauchende Gegner schnell reagieren usw. Nur die Speicherfunktion, die man regelmässig nutzen sollte, da nur sehr selten automatisch gespeichert wird, ist ein wenig umständlich zu erreichen.
Optisch präsentiert sich Rage klasse, wenn man von einigen unschönen Kleinigkeiten (wie oben beschrieben) absieht. Die Gegnermodelle machen dafür diese kleinen Mankos aber wieder wett und bei den flüssigen Animationen bleiben keine Wünsche offen.
Soundtechnisch bietet Rage ebenfalls alles, was man sich erhofft. Wummernde Waffen, krachende Explosionen, aber auch leise Schrittgeräusche, die einen auf Gegner aufmerksam machen, hier gibt es nichts zu meckern.

Fazit:
Rage macht Spaß, so kann man dies in einem kurzen Satz wohl sagen. Auch wenn viele meckern, dass dies und jenes nicht optimal wäre und Titel A oder X doch besser wären, möchte ich diese Vergleiche nicht heranziehen. Ich schaue mir Rage lieber als eigenständigen Titel an und ziehe keine Vergleiche. Und als Spiel an sich kann Rage sehr gut und auch lange unterhalten, zumindest im Singleplayer. Beim Multiplayer jedoch sollte man noch dringend nachbessern, wenn man die Spieler länger bei Laune halten möchte.
Wer Shooter mag, sollte Rage auf jeden Fall eines Blickes würdigen. Aber auch Spieler von Titeln wie z.B. Fallout können gerne mal einen Blick auf den Titel werfen!
Mir hat Rage Spaß gemacht und das ist das, was ich von einem Spiel erwarte!

Media

  • Releasedatum: Freitag, 07 Oktober 2011
  • Genre: Keine Angabe
  • Altersfreigabe: USK: 18
  • Plattform(en): Xbox 360, PC, PS3
  • Sprache(n): Deutsch