Sonic Adventure

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Mitte Oktober 1999: Sonic Adventure erblickte in Europa auf dem GameCube das Licht der Welt und wurde als erstes episches 3D-Abenteuer ein Riesen-Erfolg. Nun, 11 Jahre später, erleben wir ein Revival des Klassikers als XBLA-Titel.

Mit Sonic und seinen Freunden sollen Dr. Eggmans üblen Pläne durchkreuzt werden. Ein uraltes Übel schlummert im Monster Emerald, dass sich mit den 7 Chaos Emeralds in ein ultimatives Monster verwandeln kann. Dr. Eggman hat ihn aus dem Schlaf erweckt und steht kurz davor, seinen Plan zu verwirklichen. Nur Sonic und seine Freunde nehmen den Kampf gegen die Zeit auf und versuchen die Welt vor dem Untergang zu bewahren.

Nach dem Spielstart gelangt man ins Start-Menü. Hier könnt ihr das Spiel starten, euch Online-Bestenlisten oder die Erfolge ansehen. Ebenso findet ihr eine Hilfefunktion, die Optionen und herunterladbare Inhalte.. Danach erfolgt die Auswahl des Charakters. Hier könnt ihr zwischen Sonic, Tails, Knuckles, Amy, Big und E-102 auswählen. Zu Beginn ist es allerdings erstmal nur möglich, mit Sonic zu spielen.

Sonic Adventure beginnt im Station Square. CHAOS - der Gott der Zerstörung taucht auf, doch die Polizei hat keine Chance. So fängt der erste kleine Bosskampf an, der auch leicht zu meistern ist, und CHAOS verschwindet wieder in der Kanalisation. In der nächsten Filmsequenz erscheint Tails im Flugzeug und stürzt ab. Eure Aufgabe ist es nun, zum Strand zu gehen und Tails zu retten.

Und genau dort beginnt auch die erste Action-Stage und es geht gleich die Post ab! Ihr müsst Ringe sammeln, die für die spätere Punkteverteilung wichtig sind, doch aufgepasst, ihr könnt sie auch sehr schnell wieder verlieren. Es geht über Rampen, Bumper, Brücken und Waldstücke in typischer Jump ´n` Run-Manier. Auch Gummibänder machen Sonic recht schnell. Und ja, das macht Spaß! Doch die Ernüchterung sollte bald folgen….
Mit der A-Taste wird Sonic zum Sprungball und mit der B-Taste zur schnellen Kugel. Bomben und beweglicher Stacheldraht versuchen euch das Leben schwer zu machen und euch die eingesammelten Ringe abzujagen. Habt ihr sie verloren, habt ihr nur begrenzt Zeit sie wieder einzusammeln und meist ist es dann aus Zeitgründen nicht mehr möglich, wirklich alle wieder aufzunehmen. Auch kurze Zwischensequenzen fallen gleich auf. So zerstört ein Wal hinter euch die Brücke und versucht euch zu fangen. Doch keine Angst! Die Programmierer haben vorgesorgt und es ist dem Wal überhaupt nicht möglich euch einzuholen. Trotzdem sehr nett anzusehen. Abschließend erfahrt ihr etwas über ein neues Antriebssystem und den ersten Chaos Emerald, nachdem ihr eure Punkteund euren Rang erhalten habt.

Nun zu meinen Eindrücken des ersten Levels: Spielerisch macht es schon Spaß - Sonic ist schnell unterwegs und man nimmt die negativen Dinge erstmal nicht direkt wahr. Doch fällt man einmal vom Weg ab, beginnt man die Suche nach Sonic, der irgendwo im 3D-Modell verschwunden ist. Von der grafischen Überarbeitung sieht man nicht wirklich viel. Die Darstellungen sind schon alle recht kantig. Es kommt im weiteren Spielverlauf auch sehr häufig vor, wenn Sonic einfach nur steht, er an vielen Stellen stark ruckelt. Der Sound war vor 11 Jahren wohl noch recht passend - heute fühlen sich meine Ohren belästigt und ich drehte erstmal die Lautstärke runter. Aber okay, ist halt ein Arcade-Spiel und darüber kann man auch mal weghören. Allerdings sind die grafischen Fehler aus meiner Sicht eine Katastrophe. Warum die Fehler nicht besser überarbeitet wurden, ist mir ein Rätsel. So ist es beispielsweise auch in einem späteren Level so, dass Sonic durch eine offenstehende Holztür gehen kann. Also wirklich durch die Tür, und nicht nur durch den offenstehenden Eingang. Die Kameraführung ist auch schlecht und man ist sehr häufig orientierungslos. Zusätzliches Problem für mich war, dass in den Optionen die Y-Achse nicht umzukehren ist. Steuerung und Kameraführung spielen ja hier zusammen und es gibt dazu einfach zu viele Frustmomente. Die Texturen hinken dem heutigen Standard auch etwas hinterher, doch auch hier greift das Argument eines Arcade-Spiels und dieses Manko lässt sich leicht verdauen.

Doch wieder zurück zum Station Square. Hier kann man NPCs ansprechen, die einem Tipps geben, wo und wie die Story weitergeht. Und genau an dieser Stelle kommt für mich der größte Kritikpunkt dieses Spieles. Man läuft einfach zuviel und zu lange rum, bis die nächste Action-Stage startet. Meist auch hier recht orientierungslos, obwohl sich nun im Menü eine Karte aufrufen lässt. Doch bald finde ich einen Weg per Bahn zu den Mystischen Ruinen. Dort bin ich wohl richtig, da wieder ein kleiner Bosskampf naht. Doch dann geht die Suche wieder los. Wer denkt, hier einfach ins nächste Level zu starten, liegt falsch. Zunächst muss erstmal ein Schlüssel gesucht und platziert werden…..und das dauert einfach alles zu lange. Die schlechte Kameraführung und Steuerung machen es einem dabei auch nicht wirklich leichter. Bei mir verursacht das starke Frustmomente, die jedoch nicht lange anhalten, denn die nächste Stage naht und ich finde wieder Spielspaß….und darum geht’s ja dann unterm Strich.

Weiter geht’s dann zu Windy Valley und später ins Casino. Auch hier sind mir die Wege dazwischen definitiv zu lang. Sonic erhält noch spezielle Schuhe, die vor dem Casino auch benutzt werden müssen, um dort Eintritt zu erlangen. Doch zuviel möchte ich dann an dieser Stelle nicht verraten.

Sonic Adventure ist lediglich ein Einzelspieler-Spiel. Die Bestenlisten sind prima aufgegliedert und so einsehbar. 12 Erfolge gibt es zu erreichen und der Titel kostet 800 MS-Points. Sechs Charaktere sind spielbar, jeder mit seiner eigenen Geschichte und unterschiedlichen Fähigkeiten, wodurch jedes Level noch mal ganz anders spielbar wird und Sonic Adventure dadurch einen sehr großen Spielumfang erhält. Ein Tamagochi-ähnliches Minispiel ist auch gleich von Beginn an möglich.

Fazit:
Während vor 11 Jahren noch alle vor Begeisterung hüpften, ist Sonic Adventure heute schon eine Ernüchterung. Grafik, Sound, Kameraführung und Steuerung sind einfach nur noch schlecht für das Jahr 2010. Doch der Spielspaß in den einzelnen Stages lenkt davon ab und schiebt kurzfristig die Fehler bei Seite. Wenn die Level wenigstens ohne lange Unterbrechungen spielbar wären, dann hätte es bei mir trotz der negativen Dinge aufgrund des großen Spielspaßes in den einzelnen Stages, eine ziemlich hohe Bewertung gegeben. Doch es gibt einfach zuviele Frustmomente, so dass dann die seltenen Hightlights wieder ins Hintertreffen geraten. Wer viel Geduld mitbringt und auch über die Fehler hinwegsehen kann, der wird bestimmt viel Spaß in den Action-Stages haben. Arcade-Freaks haben bestimmt auch ihre Freude, doch alle anderen sollten gewarnt sein. Das hätte Sega besser machen müssen. Für mich sieht es nach einer lieblosen Überarbeitung aus, lediglich um das Spiel anbieten zu können.
Tester: Marcus von Reth

  • Releasedatum: Dienstag, 11 September 2012
  • Genre: Jump'n'Run
  • Altersfreigabe: USK: 0
  • Plattform(en): Xbox 360