Top Spin 3

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Wie wäre es mal wieder mit ein bisschen Sport? Genauer gesagt mit Tennis? Keine Sorge, ihr müsst jetzt nicht zum nächstgelegenen Tennisplatz eilen, den Schläger schwingen und euch mit Sicherheit einen Tennisarm holen – legt einfach Top Spin 3 von 2K Sports in eure heimische Xbox360 oder PS3 ein und es kann losgehen. Doch lohnt sich der Besuch des virtuellen Tennisplatzes auch oder solltet ihr doch lieber einen echten Schläger schwingen? Das erfahrt ihr für die Xbox360-Version nur, wenn ihr weiterlest...

Anfangs wollt ihr vielleicht direkt in die Top Spin 3-Tennisschule, um etwas über die Steuerung und andere Dinge zu lernen oder zu üben. Seid ihr mit euren Spielkünsten zufrieden, dürft ihr direkt loslegen, entweder mit einem bekannten Spieler wie z.B. Roger Federer oder mit einem selbst angelegten Spieler. Dabei sucht ihr euch einen Basic-Charakter aus, männlich oder weiblich, und passt diesen euren Wünschen entsprechend an, verändert also das Gesicht oder den Körper. Einen Namen braucht er/sie dann natürlich auch noch, bevor ihr ihn/sie abspeichert.

Loslegen könnt ihr in Schaukämpfen oder Turnieren, dem Karrieremodus oder auch online, wobei euch jeweils der selbst erstellte Spieler zur Verfügung steht. Erstere bieten euch die Möglichkeit schnell und einfach ein Match für bis zu vier Spieler zu starten, wobei dies entweder menschliche oder CPU-gesteuerte Spieler sein können. Wählt ein Einzel oder Doppel, legt die Anzahl der Spieler fest und wählt einen Schwierigkeitsgrad, zur Verfügung stehen sehr leicht, leicht, normal, hart und sehr hart. Allerdings spielt dieser Schwierigkeitsgrad nur eine Rolle, wenn ihr gegen CPU-Gegner spielt.

Der wohl interessanteste Aspekt in Top Spin 3 ist die eigene Karriere, die ihr mit einem selbst erstellten Spieler starten könnt. Habt ihr mehrere Spieler erstellt, wählt ihr den aus, mit dem ihr derzeit spielen wollt, mit jedem erstellten Spieler wird eine getrennt verlaufende Karriere gespielt. Der Karrieremodus teilt sich in insgesamt fünf Stufen auf, ihr startet als Amateur und arbeitet euch langsam bis zum legendären Spieler hoch. Anfangs geht dies noch recht schnell, so müsst ihr lediglich drei Turniere gewinnen, um vom Amateur zur nächsten Stufe aufzusteigen.

Nachfolgend geht es dann auch schon darum, als Gruppensieger zu bestehen, um in die nächsthöhere Stufe aufzusteigen. Dabei habt ihr generell die Auswahl zwischen leichteren und schwereren Turnieren, die ihr bestreiten könnt. Der Unterschied liegt darin, dass es natürlich bei den schwereren Turnieren mehr Punkte und Geld gibt, sie finden auf größeren Plätzen statt und eure Gegner sind wirklich fordernd. Ihr habt 24 Turniere zur Auswahl, 12 davon müsst ihr spielen. Dieses Prinzip bleibt euch auch in den nächsten Karrierestufen erhalten. Habt ihr es bis zur letzten Sprosse der Karriereleiter geschafft, erwarten euch noch zwei Herausforderungen, nämlich Grand Slam und die Hall of Fame.

Der Schwierigkeitsgrad in der Karriere ist durchaus fordernd, denn in der Regel spielt ihr gegen Gegner, die weitaus stärker als euer eigener Spieler sind. Ihr könnt zwar den Schwierigkeitsgrad bestimmen und so die CPU-Gegner leichter machen, aber zum einen geht dadurch etwas der Spielspaß verloren, zum anderen baut ihr euren eigenen Spieler dadurch nicht effektiv auf. Ratsamer ist es, die durch Siege erhaltenen Punkte in Schwachstellen zu stecken, wie beispielsweise euren Aufschlag und euren Spieler in möglichst vielen Turnieren hochzuleveln. Wie bereits erwähnt, könnt ihr ihn ja in allen Bereichen von Top Spin 3 einsetzen.

Lasst ihn doch zur Abwechslung im Turnier-Modus antreten, in dem ihr direkt in einen Turnier-Zyklus eintreten dürft, z.B. in die U.S. Open, die Australien Open oder andere bekannte Veranstaltungen. Auf Wimbledon müsst ihr allerdings verzichten, hierfür wurde keine Lizenz vergeben. Als kleines Trostpflaster wurde aber dennoch ein britisches Rasenturnier integriert, das zwar nicht unter dem prestigeträchtigen Namen läuft, aber sehr stark an dieses erinnert. Bei den Turnieren dürft ihr die Art des Matches auswählen, einen Schwierigkeitsgrad festlegen und über die Anzahl der zu spielenden Sätze verfügen.

Ihr wollt online spielen? Kein Problem, auch hier steht euch euer selbst erstellter Spieler zur Verfügung. Entscheidet euch für ein Einzelspiel oder die Welt-Tour und legt los. Beim Einzelspiel habt ihr die Wahl zwischen dem Einzel und dem Doppel, welches ihr mit eurem oder einem zufällig ausgewählten Charakter bestreiten könnt. Dabei könnt ihr entweder direkt in ein Spiel einsteigen oder ihr erstellt ein Match mit eigenen Vorgaben. Ebenso könnt ihr nach bestimmten Spielen suchen und euch Statistiken eurer möglichen Gegner anschauen.

Die Welt-Tour bietet euch die Möglichkeit, eine Onlinekarriere zu starten. Innerhalb einer bestimmten Zeit werden Turniere ausgetragen, in denen ermittelt wird, wer der nächste Champion sein wird. Ihr könnt Spielerprofile einsehen, euch die Weltrangliste anschauen und überprüfen, welche geografischen Zonen am erfolgreichsten sind. Jedes Spiel hat Einfluss auf euren Platz in den verschiedenen Ranglisten, wollt ihr auf einem der vorderen Plätze landen, solltet ihr schon ein etwas geübterer Spieler sein.

Habt ihr euch dazu entschieden, keinen eigenen Spieler zu erstellen, steht euch eine Vielzahl an Profispielern zur Verfügung, die ihr wählen dürft. So erwarten euch auf der männlichen Seite insgesamt zehn Tennisprofis, zu denen James Blake, Tommy Haas oder auch Tomas Berdych zählen. Die weibliche Seite wird lediglich durch sechs Spielerinnen, wie z.B. Maria Sharapova oder Justine Henin, vertreten. Zu den Top Spin 3-Berühmtheiten gehören Björn Borg, Boris Becker und Monica Seles.

Kommen wir zur technischen Umsetzung, wobei ich als erstes die Steuerung ansprechen möchte. Diese erfordert nämlich einige Eingewöhnungszeit, da sie recht überladen wurde. Neben grundlegenden Bewegungsabläufen und Aufschlagmöglichkeiten gibt es eine Fülle von verschiedenen Schlagarten, die nicht gerade leicht zu beherrschen sind. Ein Besuch in der Tennisschule des Spiels ist also mehr als ratsam, um in den Turnieren bestehen zu können. Mit Übung und Zeit werdet ihr die Steuerung jedoch gut in den Griff bekommen.

Grafisch erwarten euch sehr gut animierte Spieler mitsamt realistischen Effekten wie beispielsweise verschwitzte Shirts oder Haare sowie ansprechend gestaltete Tennisplätze, egal ob Asche oder Rasenuntergrund. Die Lichtverhältnisse wechseln etwa aufgrund aufziehender Wolken und die Zuschauer am Rande des Platzes jubeln, was das Zeug hält. Auf Ausraster der Tennisprofis müsst ihr allerdings verzichten, keiner von ihnen wird mal seinen Schläger auf den Boden werfen, aber das lässt sich getrost verschmerzen. Eure letzten Ballwechsel dürft ihr euch in Wiederholungen anschauen.

Musikalisch müsst ihr euch allerdings mit einigen wenigen Liedern begnügen, die euch schnell auf die Nerven gehen könnten, zumal sie bei jedem Zwischenladen, beispielsweise bei der Auswahl von Klamotten oder Schlägern im Editor, unterbrochen werden. In den Optionen könnt ihr allerdings die Lautstärke einstellen. Die Soundeffekte passen prima zu Top Spin 3, sei es das Quietschen der Sohlen auf dem Platzbelag oder das Jubeln der Zuschauer. Auch Ächzen und Stöhnen sind zu hören, im Spielereditor kann sogar festgelegt werden, ob euer Spieler eher ein ruhiger oder lautstarker Typ sein soll.

Fazit:
Um die anfangs gestellte Frage nochmals aufzunehmen, ob sich der Besuch des virtuellen Tennisplatzes lohnt, lässt sich eigentlich recht eindeutig sagen: Mit Top Spin 3 lohnt es sich. Die zahlreichen Möglichkeiten sowohl off- als auch online sowie die gelungene technische Umsetzung können überzeugen. Zahlreiche Tennisplätze und viele Lizenzen machen dieses Spiel zu einem guten Griff, wenn eine überzeugende Tennis-Simulation gesucht wird.

  • Releasedatum: Freitag, 20 Juni 2008
  • Genre: Sport
  • Altersfreigabe: USK: 0
  • Plattform(en): Xbox 360
  • Sprache(n): Deutsch