Mystery Case Files: Dire Grove

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Über Jahrhunderte wurde die keltische Legende von Dire Grove von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Da sie als Märchen galt, wurde sie kleinen Kindern erzählt, damit diese in den Nächten in ihren Betten blieben. Ein kürzlich im Vereinten Königreich aufgetauchtes Artefakt beweist, dass die alte Legende womöglich wahr ist... Nutzt euer Geschick und euren 3DS und folgt den in Dire Grove verschwundenen Studenten!

Die Mystery Case Files-Reihe ist den meisten wohl nur vom PC bekannt, wo sie durchaus überzeugen kann. Wie sieht es nun auf dem 3DS aus, lohnt es sich, unterwegs den Geheimnissen auf den Grund zu gehen? Mystery Case Files: Dire Grove bietet euch zu diesem Zweck drei Speicherplätze, um euer Profil anzulegen. Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade gibt es nicht, nach dem Intro befindet ihr euch direkt in dem kleinen verschneiten Örtchen. Auch eine kurze Einleitung wurde dem Spiel nicht spendiert, daher müsst ihr selber herausfinden, was jetzt genau von euch verlangt wird. Die eigentliche Handlung spielt sich dabei auf dem Touchscreen ab, per Stylus dürft ihr die Umgebung untersuchen und mit manchen Gegenständen interagieren, um entweder Informationen zu bekommen oder Dinge aufzusammeln.

Auf dem oberen Bildschirm des 3DS werden Texte angezeigt, die auftauchen, wenn ihr bestimmte Dinge berührt. In den Wimmelbildszenen erscheint dort die Liste der zu findenden Gegenstände. Hier hätte man gerne eine etwas kräftigere Schrift wählen können, da diese – gerade bei helleren Lichtverhältnissen – eher schlechter lesbar ist. Wimmelbildszenen sind durch ein Glitzern gekennzeichnet, die einzelnen zu findenden Gegenstände sind teils sehr klein und suboptimal versteckt, wie z.B. eine graue Socke auf grauem Grund. Klar, sowas kommt auch auf dem PC oft genug vor, nur da ist der Bildschirm wesentlich größer und solche Dinge lassen sich daher besser finden, als auf dem dazu verhältnismäßig kleinem Touchscreen des 3DS. Auf einem 3DS XL hat man da schon Vorteile... Gut, dass man Tipps nutzen kann, wenn man etwas nicht findet!

In der eigentlichen Spielumgebung steht euch die Tipp-Funktion nicht zur Verfügung, wenn ihr einmal nicht weiterwisst, müsst ihr eben herumprobieren und alle Schauplätze wieder und wieder absuchen. Auf dem Touchscreen finden sich nur Symbole für das Inventar, das Tagebuch und für die Videonachrichten, die ihr in Mystery Case Files: Dire Grove finden könnt. Eine Übersichtskarte scheint es nicht zu geben, ebenso wurde darauf verzichtet, die Gegenstände im Inventar mit Namen zu versehen. So seht ihr dort zwar das eingesammelte oder erhaltene Objekt, ihr seht aber nicht, was es genau ist. Hier gibt es dann wohl nur zwei Möglichkeiten, die Übersicht zu behalten: Entweder notiert ihr euch alles, was ins Inventar gepackt wird und was ihr davon benutzt oder ihr stellt euch auf fröhliches Experimentieren ein, um herauszufinden, was sich wo nutzen lässt.

Haltet ihr den Stylus längere Zeit auf den Touchscreen, werden euch zumindest einige Lupen eingeblendet, was euch zeigen soll, welche Objekte ihr genauer inspizieren könnt. Ab und an trefft ihr dabei auch auf eines der Minispiele, in denen es jedoch keinerlei Anleitung zu geben scheint. Immerhin dürft ihr die Minispiele nach einiger Zeit überspringen, nämlich immer dann, wenn das entsprechende Symbol auftaucht. Bei manchen Minispielen werdet ihr wohl ohne Anleitung vorankommen, in den meisten Fällen fühlt ihr euch aber wohl eher ziemlich alleingelassen. Das verdirbt den Spielspaß, genauso wie die Tatsache, dass euch keinerlei Hilfe angeboten wird, wenn ihr einmal feststeckt. Manche Dinge sind zwar mit einem ganz leichten Blinken versehen, um euch darauf hinzuweisen, dass sie wichtig sind, aber irgendwelche Kommentare der Protagonistin, was sie hier z.B. machen könnte, gibt es nicht.

Die einzelnen Schauplätze sind recht klein gehalten worden, mögliche Bereichswechsel werden nicht angezeigt. Daher kann es euch leicht passieren, dass ihr etwas genau untersuchen wollt und dabei unversehens im letzten oder nächsten Schauplatz landet. Dabei werdet ihr von einer durchaus angenehmen Hintergrundmusik begleitet, die sich allerdings ziemlich schnell wiederholt und so eher für Langeweile als für Spannung sorgt. Die Soundeffekte sind gelungen, eine leicht spannende Atmosphäre wird garantiert. Durch die auffindbaren Videobotschaften erfahrt ihr ansatzweise, was mit den Studenten passiert ist, die ihr ja suchen sollt. Gesteuert wird ausschließlich mit dem Stylus, was allerdings nicht immer optimal klappt, so müsst ihr z.B. in den Wimmelbildszenen den richtigen Druckpunkt finden, damit ein Gegenstand als gefunden gewertet wird.

Fazit:
Auf dem PC war ich persönlich von Mystery Case Files: Dire Grove begeistert, weil es eine spannende Story und gelungene Schauplätze bot. Dagegen konnte mich der Titel auf dem 3DS gar nicht überzeugen, da man ziemlich schnell feststeckt und aufgrund der fehlenden Spielehilfen auch nicht weiß, wo und wie es jetzt eigentlich weitergeht. Die Schauplätze sind sehr klein und oft viel zu düster, in den Wimmelbildszenen erschwert dies natürlich das Auffinden der gesuchten Objekte. Die Minispiele bieten euch keine Anleitung und eine Tipp-Funktion gibt es außerhalb der Wimmelbildszenen auch nicht. Die Musik wird schnell langweilig und die Steuerung hat so ihre Tücken. Solltet ihr euch wirklich für die Geschichte von Dire Grove interessieren, so spielt Mystery Case Files: Dire Grove lieber auf dem PC, da macht es eindeutig mehr Spaß!

  • Releasedatum: Mittwoch, 15 Januar 2014
  • Genre: Casual
  • Altersfreigabe: USK: 12
  • Plattform(en): 3DS
  • Sprache(n): Deutsch