Everybody's Golf

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Seit gut 15 Jahren gehört Everybody's Golf in etwa so zu Sony-Konsolen, wie der Topf zum Deckel. Da wundert es nicht, dass direkt zum Start der PS Vita Everybody's Golf für eben diese verfügbar ist. In Japan war Everybody's Golf übrigens der meistverkaufte Titel, der dort zum PS Vita Launch in den Regalen stand. Ob die Japaner guten Geschmack haben, oder ob sie ihr Golfspiel lieber dort behalten hätten?

Everybody's Golf ist kein "normales" Golfspiel, wie man es beispielsweise von der Tiger Woods-Serie kennt. Zwar geht es auch hier um den Sport, in dem ein kleiner Ball in ein etwas größeres Loch verfrachtet werden muß, allerdings ist Everybody's Golf sehr mangalastig. Wer als PC-Spieler z.B. "Pangya" kennt, der kann sich Everybody's Golf in etwa vorstellen.
Somit verwundert es nicht, dass den Spieler gleich zu Beginn Figuren im Mangastyle erwarten. Startet man Everybody's Golf zum ersten Mal, muß man sich ein Profil und damit auch einen Charakter anlegen. Man kann hierzu aus einigen vorgefertigten wählen, diese jedoch noch ein wenig seinem eigenen Geschmack anpassen. Zu Beginn des Spiels stehen nicht sehr viele Charaktere zur Auswahl. Die Anzahl erhöht sich jedoch, wenn man im Laufe des Spiels Erfolge erzielt, bzw. gegen bestimmte Charaktere im direkten Vergleich antritt und diese dann besiegt.

Somit sucht man sich erst einmal aus, ob man lieber Männlein oder Weiblein als Golfsportler verkörpern möchte und kleidet diese dann im "Shop" dem eigenen Geschmack nach ein, rüstet sie mit Schlägern aus und wählt einen Ball. Auch hier gilt in etwa gleiches, wie schon bei den Charakteren. Im Laufe des Spiels sammelt man Punkte, bzw. Geld, welches man dann dazu verwenden kann, im Shop neue Sachen freizuschalten und diese halt zu kaufen. Hier gibt es reichlich zur Auswahl, was schon einmal für längeren Spielanreiz sorgen soll.
Als Solospieler entscheidet man sich z.B. für das Training, oder aber springt gleich ins kalte Wasser und startet die Karriere. Hier heisst es, auf insgesamt fünf Golfkursen unterschiedliche Lochzahlen zu spielen, bevor man am Ende gegen einen speziellen Charakter antreten darf. Besiegt man diesen, wird er (wie oben erwähnt) freigeschaltet und man kann ab sofort auch als dieser Charakter unterwegs sein. Die Karriere ist natürlich nicht nach sechs Golfpartien beendet, sondern man steigt nach und nach in höhere Level auf, kann also nach den ersten sechs Partien und dem Besiegen des "Levelgegners" die nächsthöhere Runde beginnen usw..

Somit ist man allein mit der Karriere schon eine ganze Weile beschäftigt, besonders dann, wenn man alle Charaktere und alles für den Shop freispielen will. Die Spielweise ist hierbei zwar recht simpel, jedoch auch nur auf den ersten Blick. Es gibt mehrere Steuerungsmöglichkeiten, wobei die 3mal-X-Variante die genaueste ist. Bei dieser drückt man X, um den Schlag zu starten, drückt X erneut, wenn die gewünschte Schlagstärke erreicht ist und zum dritten Mal X, um die Schlaggenauigkeit zu bestimmen. Im Großen und Ganzen kann man sich so gut dem Loch annähern, jedoch wird man neue Rekorde nur dann erzielen, wenn man auch auf Feinheiten achtet.
Hierzu zählt natürlich die Windstärke, die nicht zu unterschätzen ist. Vor dem Schlag kann man sich anzeigen lassen, wo der Ball aufkommen würde, wenn man diesen perfekt trifft, jedoch gilt diese Anzeige nur für Windstille. Schaut man an den oberen Bildschirmrand, wird einem das kleine Windfähnchen auffallen, welches Windrichtung und -stärke anzeigt. Diese rechnet man nun in seinen Schlag ein, nimmt entweder den voreingestellten Schläger oder wählt einen anderen und versucht, den Ball perfekt zu treffen. Im Prinzip also sehr simpel...

Das "Prinzip" wird spätestens durch die sehr abwechslungsreichen Kurse ausser Kraft gesetzt, denn die Wege zu den einzelnen Löchern sind natürlich nicht kerzengrade, sondern weisen einige Tücken auf. Bunker sind vorhanden, kleine und größere Seen ebenfalls, da kann es also schon schnell passieren, dass man seinen Schlag in Sand oder Wasser setzt. Aber auch das Gefälle des Geländes wird einen ab und an zur Verzweiflung bringen. Hierbei kann es nämlich passieren, dass man zwar einen sehr guten Schlag ausführt, der Ball jedoch auf einem Bereich landet, der sehr starkes Gefälle aufweist. Und schwups, rollt der Ball ein ganzes Stück weg und landet hierbei auch nicht zwingend da, wo man ihn eigentlich sehen wollte.
Somit gilt es also, vor jedem Schlag durch einen virtuellen Überflug zu schauen, wo der Ball landen würde und wie dort die Begebenheiten sind. Hat man den Ball dann endlich aufs Grün gebracht, nimmt man den Putter und muß anhand von Quadraten schauen, ob der Weg zum Grün ansteigt oder abfällt, man den Ball einfach gerade spielen kann, oder wie man die Schlagrichtung verändern muß. Mit der Zeit lernt man aber, wie man die Anzeigen auswerten muß, um mit möglichst wenig Schlägen den Ball einzulochen.

Natürlich darf Everybody's Golf nicht nur alleine gespielt werden. Hierbei sei jedoch angemerkt, dass der Titel über eine Onlinepass-Funktion verfügt. Käufer eines neues Spiels haben natürlich den Onlinepass dabei liegen, Gebrauchtkäufer müssen sich diesen, sollte er schon benutzt worden sein, im Store für knapp 10.- EUR kaufen.
Dann jedoch kann man an täglichen Turnieren mit bis zu 30 Spielern teilnehmen, was für reichlich Spielspaß sorgt. Möchte man nicht online spielen, kann man auch im Ad-Hoc mit bis zu 8 Leuten spielen.

Technisch sollte man von Everybody's Golf keine Höhenflüge erwarten. Die Grafik ist halt im Mangastyle gehalten, sieht dadurch aber nicht schlecht aus. Allerdings bemerkt man, wenn man sich die Bahn von oben anschaut, dass teilweise heftiges Flimmern aufkommt. Im Spiel selbst, also bei Schlägen etc. ist hiervon jedoch nichts zu bemerken. Die Möglichkeiten der Vita werden aber bei weitem nicht ausgereizt.
Dies gilt auch für den Sound. Als erstes sei hier angemerkt, dass der weibliche Caddy, der ab und an losplappert, mehr als nervig ist. Diesen kann man glücklicherweise aber in den Optionen deaktivieren. Der Soundtrack haut nicht vom Hocker, ist aber ganz nett. Und die Spielgeräusche sind vollkommen ok und passen immer zum Spielgeschehen.
Gesteuert wird Everybody's Golf fast ausschließlich über Tasten. Die Schlagfunktion komplett, denn hier hat man auf eine Touchsteuerung verzichtet. Allerdings wäre diese vermutlich auch kaum sinnvoll gewesen, daher hat man auf die Steuerung gesetzt, die man von den Vorgängern her kennt. Mittels Touchfunktion kann man sich jedoch einige Informationen anzeigen lassen, z.B. die Entfernung vom Ball bis zur Fahne. Zudem darf man Bäume und Sträucher rascheln lassen, wenn man diese berührt. Ein ziemlich unsinniges "Feature", wenn man mich fragt. Aber man muß ja nicht an der virtuellen Natur "rumfingern"...

Fazit:
Everybody's Golf ist zwar optisch kein Überflieger und bietet auch eigentlich keine Neuerungen, wenn man die Vorgänger kennt, macht aber trotzdem viel Spaß. Es gibt sehr viel freizuspielen, was schon einmal für lange Motivation sorgt, zudem darf man sich dann noch in diverse Onlinemodi stürzen.
Optisch ist Everybody's Golf eher Durchschnitt und holt bei weitem nicht das aus der Vita, wozu sie in der Lage wäre. Zudem stört das Flimmern, wenn man sich einen Kurs von oben ansehen möchte. Ebenso nervig ist der Caddy, den man aber deaktivieren kann.
Ansonsten wird man von Everybody's Golf jedoch sehr gut unterhalten. Zum einen bekommt man ein Spiel mit gutem Umfang und sehr abwechslungsreichen Kursen, zum anderen kann man aber auch schnell mal zwischendurch ein Loch spielen. Daher kann ich Everybody's Golf auf jeden Fall empfehlen, der Titel macht viel Spaß!

Media

  • Releasedatum: Mittwoch, 22 Februar 2012
  • Genre: Sport
  • Altersfreigabe: USK: 0
  • Plattform(en): PS Vita
  • Sprache(n): Deutsch