Little Deviants

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Eine neue Konsole ist immer nur so gut, wie die Spiele, die mit ihr zusammen auf den Markt kommen. Little Deviants ist einer der Launch-Titel, entwickelt wurde es von den BigBigStudios, die jedoch inzwischen geschlossen wurden. Ob dies eher gegen den Titel spricht, oder ob man durch Little Deviants doch in den Köpfen der Spieler bleibt? Lest selbst...

Gleich zu Beginn sei gesagt, dass es sich bei Little Deviants um eine Art Minispielsammlung handelt. Diese wurden zwar in einer Story verpackt, man kann die einzelnen Minigames jedoch auch einzeln spielen, sobald man diese innerhalb der Story freigeschaltet hat.
Die Little Deviants sind im Weltraum unterwegs. Da sie jedoch von den garstigen Botz gejagt und abgeschossen werden, legen sie eine astreine Bruchlandung auf dem Planeten Whoman hin. Ihr Raumschiff zerbricht dabei in jede Menge Einzelteile, die Little Deviants scheinen auf dem Planeten gefangen. Nun jedoch seid ihr an der Reihe, denn Aufgabe des Spielers ist es, durch Absolvieren von Minispielen die Raumschiffteile wiederzufinden, damit die Little Deviants Whoman verlassen können.

Natürlich sind die Little Deviants nicht allein. Zum einen gibt es die Bewohner von Whoman, zum anderen sind ihnen aber auch die Botz gefolgt. Da diese nicht damit zufrieden sind, nur die Little Deviants zu terrorisieren, gehen sie ab sofort auch den Bewohnern des kleinen Planeten gehörig auf die Nerven. Somit muß nun der Spieler beginnen, die Bruchstücke des Raumschiffs zu sammeln und den Planeten, seine Bewohner und die Little Deviants vor den Botz zu retten.
Leider kommt hier der größte Nachteil des Spiels zum Vorschein, denn man darf die Minispiele nur allein absolvieren. Einen Multiplayermodus gibt es leider nicht, wobei dieser hier für Motivation gesorgt hätte. Allerdings stehen Onlineranglisten zur Verfügung, in denen man seinen Punktestand veröffentlichen kann und sich somit indirekt doch mit anderen Spielern messen darf. Zudem gibt es noch verschiedene Stufen, in denen man die Minispiele beenden kann, Ziel ist es, natürlich in allen Minispielen mit dem Goldrang abzuschliessen.

Die Minispiele sind natürlich das, was Little Deviants ausmacht. Und da die PS Vita einige Möglichkeiten bietet, Spiele auf "andere Art" zu spielen, zieht Little Deviants hierbei alle Konsequenzen. Gleich im ersten Minispiel muß man durch den hinteren Touchscreen einen Deviant durch eine Landschaft steuern. Durch Antippen von hinten erhöht man das Gelände, wodurch der Deviant durch die Gegend rollt. Hier gilt es nun, zum einen Sterne zu sammeln (denn diese geben Punkte), zum anderen den bösen Botz auszuweichen und den Levelschlüssel zu finden, mit dem man das Level beenden kann. Und dies alles noch möglichst schnell, denn auch dann wird man mit einer höheren Punktzahl belohnt.
Das klingt zwar recht simpel, ist es aber nicht, denn man muß sich erst einmal mit der Steuerung vertraut machen. Hat man dies, wird man aber recht schnell zumindest den Bronzerang erreichen und das Level erfolgreich abschliessen. Hat man dies geschafft, schaltet man ein weiteres Minispiel frei, welches man nun in Angriff nehmen darf. Zu Beginn stehen zwei Minispiele zur Auswahl, man hat also immer eins in Reserve, wenn man in einem Minispiel doch einmal nicht weiterkommt.

Die weiteren Minispiele sind alle sehr unterschiedlich und nutzen, wie bereits erwähnt, die Möglichkeiten der PS Vita sehr gut aus. In einem Minispiel muß man z.B. einen fallschirmspringenden Deviant per Bewegungssteuerung durch Kreise lenken. Sind dies am Anfang nur simple Kreise, kommen nach und nach weitere hinzu, durch die man z.B. nur mit Geschwindigkeitsschub fliegen kann, oder andere, die innen noch sich drehende Flächen haben, die nur eine kleine Öffnung besitzen, welche man erst einmal treffen darf.
Je mehr Unterlevel man hier schafft, umso höher fällt am Ende die Punktzahl aus, welche dann im Bestfall für einen der drei Ränge ausreicht. Schafft man einmal ein Minispiel nicht, darf man dieses natürlich so oft man mag wiederholen.

Bei einem weiteren Minispiel steht ein Deviant in einer Art Boxring. Nun stürmen Fieslinge in den Ring, man muß den Deviant schnell per Finger packen, ihn in die Ringseile ziehen, loslassen und dadurch die Gegner aus dem Ring schmeissen. Packen kann man den Deviant, indem man gleichzeitig auf dem vorderen und dem hinteren Touchscreen zugreift, den Deviant also quasi zwischen die Finger nimmt. Zieht man nun, kann man ihn mit den Seilen katapultieren. Natürlich kann man die Richtung grob steuern, denn man kann ihn natürlich in eine gewünschte Richtung "abschiessen".

Andere Minispiele nutzen z.B. auch die Kamera der PS Vita, dies dann gleichzeitig mit der Bewegungssteuerung. So fliegen in eurer Umgebung Deviants und Botz in kleinen Raumschiffen durch die Gegend, ihr habt die Aufgabe, die Botz per Kanone abzuschiessen. Am Bildschirmrand seht ihr, in welche Richtung ihr die Vita drehen müsst, um die Botz vor die Flinte zu bekommen. Dies kann ganz schön stressig werden und man sollte dieses Minispiel nicht unbedingt spielen, wenn die PS Vita gerade per USB oder Netzkabel neuen Strom bekommt...
So schaltet der Spieler nach und nach neue Minispiele frei, am Ende kann man hier auf eine recht große Anzahl zurückgreifen. Leider sind die Minispiele, wie gesagt, nur alleine spielbar, was auf Dauer ein wenig eintönig werden kann. Dann jedoch reizt es wieder, den Highscore in einem der Minispiele zu knacken.

Optisch ist Little Deviants ganz ok, man sollte hier jedoch kein Grafikfeuerwerk erwarten. Little Deviants präsentiert sich daher eher in bunter Knuddeloptik, man merkt, dass sich der Titel eher an jüngere Spieler richten soll. Der Sound geht in Ordnung, die Hintergrundmusik ist recht fetzig, mich persönlich hat sie auch nach längerem Spielen nicht genervt. Die Spielgeräusche passen gut zu dem, was man auf dem Screen geboten bekommt.
Die Steuerung ist bei Little Deviants natürlich das A und O. Wäre man böse, würde man den Titel als bessere Techdemo betiteln, die zeigen soll, welche Möglichkeiten man mit der PS Vita hat. Da die Minispiele aber jedoch alle sehr liebevoll gestaltet wurden, mag ich dies nicht machen, sondern sehe Little Deviants doch als vollwertiges Spiel an.

Fazit:
Little Deviants ist ein zweischneidiges Schwert. Das Game ist eine Minispielsammlung, welche jedoch nur alleine gespielt werden darf. Dies ist gerade bei solchen Spielen sehr oft kontraproduktiv, da nach einiger Zeit die Motivation flöten geht. Durch die Tatsache, dass es Onlineranglisten gibt, hat man jedoch immer wieder den Anreiz, in den Minispielen neue Bestwerte zu erzielen und diese anderen Spielern zu präsentieren. Die Steuerung der einzelnen Minigames zeigt jedoch sehr gut, zu was die PS Vita fähig ist und wie kommende Spiele aussehen können.
Zudem unterstützt der Titel noch die NEAR-Funktion der PS Vita. Erreicht man genug Punkte, schaltet man hier ein Objekt frei, welches andere Spieler dann einsammeln dürfen.
Mir persönlich macht Little Deviants Spaß, zwar nicht stundenlang am Stück, aber immer mal wieder zwischendurch. Das einzige was mich stört, ist der derzeit hohe Preis von ca. 49.- EUR, denn diesem wird Little Deviants nicht gerecht. Wartet man ein wenig ab, wird dieser aber sicher sinken und man bekommt einen witzigen Titel für zwischendurch, den man immer mal wieder in die PS Vita einlegen wird!

Media

  • Releasedatum: Mittwoch, 22 Februar 2012
  • Genre: Keine Angabe
  • Altersfreigabe: USK: 6
  • Plattform(en): PS Vita
  • Sprache(n): Deutsch