Uncharted: Golden Abyss

Rate this item
(0 votes)

Zu Beginn seiner Videospielkarriere wurde Nathan Drake noch als männliche Lara Croft belächelt. Schon in seinem ersten Auftritt auf der PlayStation 3 konnte er die Spielergemeinde jedoch davon überzeugen, dass er wesentlich mehr ist, als eben nur das Gegenstück zu Lara. Und so wurde "Uncharted" im Laufe der Zeit zu einer festen Größe auf der PlayStation 3 und bringt es inzwischen auf drei Teile. Nun kommt erstmals ein Uncharted-Teil auf eine andere Sony-Konsole und mit Uncharted: Golden Abyss steht ein Launchtitel im Regal, der wohl von fast jedem Vita-Käufer gleich mitgenommen wird. Ob er das verdient hat, oder ob man ihn besser im Regal stehen lassen sollte?

Im Gegensatz zu den Uncharted-Teilen auf der PS3 wurde Uncharted: Golden Abyss nicht von Naughty Dog entwickelt. Die Aufgabe, Drake und seine Abenteuer auf die PS Vita zu verfrachten, überliess man dem hausinternen Bend Studio. Und auch die Story setzt nicht da fort, wo sie auf der PS3 in Teil 3 endete, sondern greift noch vor dem ersten Teil, nämlich "Uncharted: Drakes Schicksal" ein.
Natürlich schlüpft der Spieler auch in Uncharted: Golden Abyss wieder in die Rolle von Nathan Drake und auch hier hat Nathan direkt wieder das Chaos im Nacken sitzen. Recht schnell bekommt Drake erneut Ärger und wieder liegt es am Spieler, Nathan Drake durch sein Abenteuer zu begleiten.

Wer nun jedoch denkt, dass diese Abenteuer zwar meist sehr gut sind, jedoch mit der Zeit an Abwechslung verlieren, der darf sich auf einige Neuerungen freuen, die die Möglichkeiten der Vita-Hardware gut ausnutzen. So müssen beispielsweise Fotorätsel gelöst werden und man darf per Touchsteuerung klettern und kämpfen. Man darf, man muß jedoch nicht. Wer mag, kann Uncharted: Golden Abyss auch weitestgehend per normaler Steuerung wie auf der PS3 spielen.
Um mit den neuen Funktionen vertraut gemacht zu werden, hat man fast das gesamte erste Kapitel des Spiels dazu verwendet, dem Spieler diese zu erklären. Jedoch nicht einfach stumpf und langweilig, sondern hier gilt eher das "Learning-by-doing"-Prinzip, während die eigentliche Geschichte schon in Gang kommt. So entdecken Drake und "sein Freund" Dante z.B. Sehenswürdigkeiten, die sie unbedingt fotografieren wollen. Hier hat nun der Spieler die Aufgabe, die PS Vita so zu halten, dass man die Aussicht so abfotografieren kann, wie sie auf einem kleinen Bild vorgegeben wird.

Hierzu schwenkt man die PS Vita in die entsprechende Richtung, darf per Schieberegler noch weg- oder ranzoomen und drückt dann auf den Auslöser. Im Idealfall stimmt nun das gemachte Bild mit dem kleinen Demofoto überein, ist dies nicht der Fall, macht man einen erneuten Schnappschuss.
Auch Kletterpassagen kann man nun per Touchsteuerung absolvieren. Musste man bisher noch per Stick und Tasten an Wänden und Vorsprüngen langhangeln, kann man nun sehr bequem den Weg, den Drake z.B. an einer Wand einschlagen soll, mit dem Finger einzeichnen. Drake hüpft nun von selbst an der Wand lang, halt genau so, wie man es ihm vorher eingezeichnet hat. Dies vereinfacht diverse Kletterpassagen ungemein, daher sollte man sich gut überlegen, ob man hier nicht lieber auf die "alte" Steuerung zurückgreift.

Auch beim Kampfsystem kann man per Touchfunktion eingreifen. Auf dem Bildschirm erscheint in Nahkämpfen ein Pfeil, dessen Weg man schnell mit dem Finger nachzeichnen muß. Geht dieser z.B. nach oben, wischt man schnell nach oben über den Bildschirm. Schon gibt Drake seinem Gegner einen Aufwärtshaken usw.. Wie gesagt, diese Steuerungselemente kann man nutzen, muß es jedoch nicht.
Ein anderes Mal muß man von Objekten Kopien erzeugen. Hierzu zieht Drake Pauspapier aus der Tasche, der Spieler darf nun per Wischen die Vorlage "abzeichnen". Macht man dies an mehreren wichtigen Dingen, bekommt man alle Einzelteile einer Gesamtgrafik zusammen, welche man hinterher, ebenfalls per Touchfunktion, zusammensetzen darf. Hierzu platziert man die Einzelteile wie bei einem Puzzle aneinander, dreht sie in die richtige Richtung usw..

Zu diesen neuen Möglichkeiten kommen noch weitere hinzu, die ich hier natürlich nicht alle verraten möchte. Wer mag, darf mit der Kamerafunktion übrigens während des Spielens Screenshots anlegen, die man danach sogar auf PS3 oder PC kopieren und z.B. online stellen kann. Und da es in Uncharted: Golden Abyss viele sehr malerische Landschaften gibt, sollte man diese Funktion das ein oder andere Mal einsetzen.
Das grobe Spielprinzip der Uncharted-Reihe bleibt natürlich gleich. Drake rätselt und kämpft sich auch in Uncharted: Golden Abyss wieder durch viele Kapitel, bis es am Ende zum Showdown kommt. Mit wem, das findet ihr am besten selbst raus!

Die Rätselkost ist hierbei wieder vielfältig und unterhaltsam, die Kämpfe ab und an recht schwer. Da das Zielen mit dem rechten Stick nicht immer ganz einfach ist, kommt es ab und an dazu, dass Drake kurz davor ist, das Zeitliche zu segnen. Immerhin gibt es eine Zielfunktion, die man in den Optionen einschalten darf, somit wird dieser Umstand gut umgangen.
Auch serientypisch ist die Tatsache, dass es auch in Uncharted: Golden Abyss wieder sehr viel zu sammeln gibt. Karten, Artefakte und vieles mehr warten nur darauf, vom Spieler gefunden zu werden. Und obwohl Uncharted: Golden Abyss eigentlich ein reines Singleplayer-Spiel ist, kommt hier die Communityfunktion "Near" zur Anwendung. Auf dem Schwarzmarkt darf man nämlich gefundene Objekte an Spieler in seiner Umgebung verteilen. Packt man diese ein, können andere sie im Near-Bereich finden und einsammeln.

In Uncharted: Golden Abyss wird man ca. 20 Stunden unterwegs sein, wenn man alles entdecken und sammeln will. Zudem hat der Titel einen Wiederspielwert, da es mehrere Schwierigkeitsgrade gibt. Und natürlich wird man bestimmte Trophäen nur im höchsten Schwierigkeitsgrad erhalten...
Die Story von Uncharted: Golden Abyss kann wieder überzeugen und zieht den Spieler in ihren Bann. Ganz klar zu empfehlen ist es, Kopfhörer an die Vita anzuschliessen, um in den vollen Soundgenuß zu kommen. Der Soundtrack ist wieder sehr gut und auch die Synchronisation sorgt dafür, dass der Spieler noch tiefer ins Spiel gezogen wird.
Optisch wird man einiges sehen, was ganz klar zeigt, wozu die Vita fähig ist. Malerische Landschaften, dichter Dschungel und verfallene Ruinen warten darauf, vom Spieler erkundet zu werden.
Zur Steuerung habe ich ja bereits alles gesagt, wer mag, kann auf die alte Steuerung zurückgreifen. Alle anderen dürfen viele Kleinigkeiten ausnutzen, die so derzeit nur auf der Vita möglich sind.

Fazit:
Uncharted: Golden Abyss ist ein Pflichtkauf für PS Vita-Besitzer. Obwohl der Titel nicht von Naughty Dog entwickelt wurde, hält er auch auf der Vita das, was die ersten drei Teile auf der PS3 den Spielern versprochen haben: Abwechslungsreiche Rätsel- und Actionkost in einer guten Story.
Optisch kann der Titel voll überzeugen, der Soundtrack ist sehr gut, die Sprachausgabe ebenfalls. Manche Rätsel in Uncharted: Golden Abyss sind leider zu einfach, was man aber schon von seinen "großen" Vorgängern her kennt.
Für unterwegs ist Uncharted: Golden Abyss jedoch nur bedingt zu empfehlen, da man diesen Titel halt "nicht mal eben für 2-3 Minuten" in die Vita legen wird. Hier wartet ein komplettes Action-Adventure auf den Spieler, welches man sicher mehr als einmal spielen wird.
Somit kann ich für Uncharted: Golden Abyss eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen, dieser Titel gehört in jede PS Vita-Sammlung!

Media

  • Releasedatum: Mittwoch, 22 Februar 2012
  • Genre: Action-Adventure
  • Altersfreigabe: USK: 18
  • Plattform(en): PS Vita
  • Sprache(n): Deutsch