Virginia

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Zu Beginn sei direkt gesagt, dass es sich bei Virginia nicht direkt um ein Spiel im eigentlichen Sinne handelt, sondern vielmehr um ein interaktives Rätsel, welches euch auf eine surreale Reise mitnimmt. Von daher dürft ihr kein großartiges Gameplay erwarten oder packende Action-Szenen, sondern vielmehr ruhige, teils malerisch inszenierte Schauplätze, die euch während des ganzen Abenteuers eine eher unheimliche, bedrückende Stimmung vermitteln. Und genau das passt zu diesem First-Person-Thriller.

Um was geht es?
Die Frage aller Fragen und genau diese lässt sich bei Virginia gar nicht so genau beantworten. Grob gesagt geht es um's FBI, einen verschwundenen Jungen, um Vertrauen und um den Zusammenhang zwischen vielen kleinen Kriterien, wie Ethik, Moral und Vernunft. Beim ersten Durchspielen werdet ihr kaum alles verstehen, was ihr da gerade erlebt habt, zumal es in Virginia oft darum geht, winzige Details wahrzunehmen, die mit dem ganzen Konstrukt verschmelzen. Macht euch eure eigenen Gedanken und entwickelt eure eigenen Theorien.

Da ihr nicht viel zu tun habt, außer gelegentlich durch einzelne Klicks die Geschichte voranzutreiben, könnt ihr euch quasi voll und ganz darauf konzentrieren, was ihr seht und erlebt. Sprachausgabe gibt es nicht, Virginia setzt ganz auf einen sehr stimmungsvollen Soundtrack und gelegentliche Soundeffekte. Ein weiteres Feature sind die häufig vorkommenden Schnitte, die gemacht werden. Gerade geht ihr noch durch einen Flur, um im nächsten Moment im Keller zu stehen, ihr durchquert eine Tür und seid an einer ganz anderen Stelle, als ihr dachtet.

 

Unfreundliche Bürger sind gegen eure Anwesenheit

 

Stilvolle Umsetzung
Virginia
wurde von vielem inspiriert, besonders von Drama- und Sci-Fi-Serien der 90er, wie z.B. Twin Peaks oder Outer Limits. Auch wem der Name David Lynch etwas sagt, wird die Machart von Virginia bekannt vorkommen. Es ist eine Mischung aus Surrealität, Film Noir und Thriller und verwendet die Stilmittel dieser Genres wirklich beeindruckend. Malerische Umgebungen werden mit alptraumhaften Szenen vermischt, viele andere Charaktere gibt es nicht und allein durch die Handlungen, die Mimik und teils auch die Gestik werden Stimmungen und Gefühlslagen vermittelt.

Der Soundtrack, eingespielt vom Prager Philharmonie-Orchester, passt perfekt zu den stattfindenden Geschehnissen. Die drei Stücke, Main Theme, Investigation und Taxi Ride wurden immer leicht verändert und untermalen die verschiedenen Situationen und Ereignisse. Dadurch wird eine starke Atmosphäre erschaffen, die euch schnell in ihren Bann zieht und euch vielleicht sogar die ein oder andere Gänsehaut verschafft. Anhand der Musik erkennt ihr, wenn es traurig, dramatisch oder unheimlich wird.

Surrealität an allen Ecken und Enden 

Fazit
Es ist nicht unbedingt leicht, ein abschließendes Fazit zu Virginia zu geben. Mir persönlich hat es sehr gefallen, gerade weil es etwas anderes als die übliche Spielekost ist, die doch sehr auf Action und imposante Grafik setzt. Hier erwartet euch ein interaktives Rätsel, auf das ihr euch einlassen müsst. Wer die Sci-Fi- und Film Noir-Genres mag, wird vielleicht besser mit dem Stil von Virginia klarkommen als andere, aber auch diese sollten getrost einen Blick auf das „Spiel“ werfen.

Auch wenn Virginia keine besonders lange Spielzeit hat, hat es doch einiges zu bieten, was es zu entdecken gilt und falls ihr es unbedingt wissen wollt: Ja, es gibt eine Platin-Trophy bzw. 1000 Gamerscore-Punkte. Um wirklich alles zu entdecken, werdet ihr Virginia wohl mehrfach durchspielen müssen. Im Gegenzug lädt euch Virgina aber auch dazu ein, euch mit anderen auszutauschen, die es ebenfalls gespielt haben, um ihre Theorien über die Story zu erfahren.

 

Media

  • Genre: Action
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