Paper Mario: Color Splash

Rate this item
(0 votes)

Es ist schon erstaunlich, was sich alles mit Papier machen lässt: Ihr könnt es bedrucken, einfärben, falten und zerknüllen. Nehmt ihr als Werkstoff nun noch etwas Pappe dazu, lassen sich ganze Städte und Landschaften gestalten. Was? Ihr habt keine Lust zu basteln? Dann legt doch einfach Paper Mario: Color Splash in eure Wii U ein und lasst euch von dem beeindrucken, was Nintendo mit den genannten Materialien digital geschaffen hat. Eine riesige Insel mit vielen verschiedenen Teilbereichen erwartet euch.

 

Willkommen auf Prisma
Eines Abends erhält Mario Besuch von Prinzessin Peach und einem Toad, die ihm eine vermeintliche Postkarte mit einem Stempel von Port Prisma bringen. Da den Dreien das Ganze mysteriös vorkommt, machen sie sich sogleich auf den Weg und landen nach einer stürmischen Bootsfahrt in Port Prisma, der Hauptstadt der Insel Prisma. Es ist auffällig ruhig und keiner kommt zur Begrüßung herbei. Der kleine Toad erklärt Mario und Peach, dass sie sich wohl ins Stadtzentrum begeben müssen und gibt erste Tipps zur Steuerung und Marios Hammer.

Im Stadtzentrum ist die Verwunderung groß, denn der schöne Prismabrunnen, der sonst in vielen Farben erstrahlt, ist ausgetrocknet. Nach einigen wenigen Handgriffen lernt das Trio den Farbeimer Farbian kennen, der Marios Hammer in einen Farbhammer umwandelt und ihnen die Handhabung dieses besonderen Hammers näherbringt. Mithilfe des Hammers kann Mario nämlich farblose Flecken in den einzelnen Gebieten wieder einfärben, allerdings steht ihm nur ein begrenzter Farbvorrat zur Verfügung. Es sind die Grundfarben rot, blau und gelb.

Alle anderen Farben, die gebraucht werden, werden automatisch aus diesen drei Farben gemischt, so dass ihr in der Rolle von Mario auch orange, grün, braun usw.. verwenden könnt. Mittels eures Farbhammers erweckt ihr recht schnell einige Toads zum Leben, die euch erzählen, was geschehen ist und von Farbian erfahrt ihr zudem, dass ihr euch auf die Suche nach den großen Farbsternen machen müsst, um Port Prisma sowie die ganze Insel wieder im alten Glanz erstrahlen zu lassen. Und das ist auch euer Hauptziel in Mario Party: Color Splash.

 

Viel Spaß beim Einfärben!

 

Mit Hammer und Karten
Zu Beginn werdet ihr also erst mal in Port Prisma unterwegs sein, um die dortigen Farblos-Flecken wieder einzufärben. Für jeden wieder eingefärbten Fleck erhaltet ihr Münzen, Farbe und gelegentlich auch Karten. Die verbrauchte Farbe könnt ihr euch wiederholen, indem ihr Bäume, Blumen, Fässer etc. mit dem Hammer bearbeitet. Euer Hammer hat ab diesem Zeitpunkt also zwei Funktionen: Zum einen der normale Hammer, mit dem ihr Gegenstände zerstören könnt und der Farbhammer zum Einfärben der zahlreichen Farblos-Flecken.

Neben den bereits erwähnten Belohnungen für's Einfärben erhaltet ihr auch noch Papphämmer, die beim Einsammeln einer Leiste neben eurem Farbfüllstand hinzugefügt werden. Ist diese Leiste komplett gefüllt, erhöht sich euer Füllstand und wird automatisch komplett wieder aufgefüllt. Und Farbe ist in Paper Mario: Color Splash extrem wichtig, denn ihr braucht sie nicht nur, um damit die Umgebung zu restaurieren, sondern auch, um eure Kampfkarten einzufärben. Die ersten Kampfkarten erhaltet ihr kurz nach Spielbeginn, weitere kommen immer wieder dazu.

Kommt es zu einem Kampf, wird euer Blick auf das Gamepad der Wii U gelenkt, denn dort könnt ihr aus euren Karten eine auswählen, sie einfärben und dann im Kampf einsetzen. Ist das erledigt, spielt sich das Geschehen wieder auf eurem Fernseher ab, denn dort setzt ihr die Karte entsprechend ein, ihr schlagt mit dem Hammer oder hüpft auf euren Gegnern herum. Dabei müsst ihr allerdings im richtigen Moment auf den entsprechenden Button oder den Bildschirm eures Gamepads drücken, ansonsten ist solch ein Angriff ziemlich harmlos.

Bei den Karten müsst ihr auf's Gamepad schauen 

Einfach drauflos oder etwas überlegen?
Eure Gegner sind recht abwechslungsreich und ihr trefft auf viele bekannte Feinde aus dem Mario-Universum. Ob nun Gumbas, Koopas, Shy Guys oder Cheep-Cheeps, jeder Feind erfordert eine gewisse Strategie. So ist es beispielsweise nicht effektiv, wenn ihr gegen einen Gegner mit Stacheln den Sprung einsetzt, gegen Flapp-Flapps bringt der Hammer nichts, da ihr sie in der Luft nicht trefft. Bei Bossgegnern kann es zudem sein, dass ihr spezielle Karten einsetzen müsst, um ihre Schwachpunkte auszunutzen.

Diese Spezialkarten erhaltet ihr durch die sogenannten „Dingse“, die in den einzelnen Abschnitten der Insel Prisma zu finden sind. Es handelt sich dabei um dreidimensionale Dinge, die natürlich in einer Welt, die aus zweidimensionalen Papierfiguren besteht, hervorstechen. Trefft ihr auf ein solches Dings, könnt ihr es ausquetschen und erhaltet neben jeder Menge Farbe das Dings als Karte. An einigen Stellen müssen solche Dings-Karten auch eingesetzt werden, um in Paper Mario: Color Splash weiterzukommen.

Und damit kommen wir zu einem weiteren Feature des Spiels. Euer Farbeimer Farbian, der euch stets begleitet, macht euch mit dem Ausschneiden vertraut. Erkennt ihr in eurer Umgebung klare Linien, solltet ihr einfach mal per Tastendruck testen, ob sich hier etwas ausschneiden lässt. Dabei spielt sich das Geschehen wieder auf eurem Gamepad ab, hier folgt ihr mit dem Finger einer gestrichelten Linie und bewegt Mario mit den so geschaffenen Möglichkeiten vorwärts. Oder ihr müsst eine spezielle Karte einsetzen, eben eine Dings-Karte.

Versteckt sich hier ein Retter-Toad? 

Färben und Kämpfen ist nicht alles
Wer jetzt denkt, dass er nur durch die Gegend zieht, Farblos-Flecken einfärbt und Gegner bekämpft, der irrt. Wie bereits beschrieben, müsst ihr auch die Stellen finden, an denen ihr etwas ausschneiden könnt und auch kleinere Rätsel sind zu lösen. Ob es nun darum geht, den richtigen Weg zu finden, Dinge für Toads zu finden oder sich bestimmte Sachen zu merken, Dabei ist der Spielablauf nicht linear, es stehen euch durchaus mal mehrere Gebiete offen, die ihr betreten könnt, in jedem ist aber mindestens ein kleiner Farbstern zu finden.

Von Zeit zu Zeit öffnet sich neben den Gebieten, in denen ihr die kleinen Farbsterne suchen müsst, auch eine Schnick Schnack Schnuck-Arena, in der ihr gegen verschiedene Gegner im allseits bekannten Stein, Schere, Papier antreten könnt. Habt ihr einen Bossgegner besiegt, taucht in der Arena ein Meister-Schnuck auf. Ein Schnick Schnack Schnuck-Turnier besteht dabei immer aus drei Runden, bei jeder gewonnenen Runde erhaltet ihr Münzen, bei einem Sieg in der letzten Runde sogar eine Karte, nämlich die des besiegten Bossgegners.

Meiner Meinung nach hätte man dem Spieler diese Karte ruhig nach dem Sieg über ihn geben können. Die Schnick Schnack Schnuck-Arena ist etwas überflüssig und passt nicht so ganz in das ansonsten sehr stimmige Action-Adventure. Immerhin erhaltet ihr von den Toads, die vor der Arena stehen, Tipps für die Gegner der ersten beiden Runden und solltet ihr verlieren, kann euch ein weiterer Toad gegen ein kleines Entgelt wieder in die Arena schleusen. Ihr könnt aber auch einfach warten, bis ihr den nächsten kleinen Farbstern gefunden habt.

In manchen Gegenden auf Prisma begegnet ihr übrigens auch den Retter-Toads, die es in vielen verschiedenen Farben gibt. Jeder Trupp von Retter-Toads besteht aus einer bestimmten Menge und natürlich sind die einzelnen Retter-Toads immer weit verstreut und müssen erst gefunden werden. Habt ihr alle gefunden, formieren sie sich an ihrem Sammelpunkt und stehen euch dort hilfreich zur Seite, beispielsweise formen sie eine Brücke, damit ihr weiterkommt. Seid ihr auf der Suche nach Retter-Toads, erfahrt ihr in Port Prisma, wie viele euch noch fehlen und welche davon an bisher unentdeckten Orten sind.

Wirklich alles ist aus Papier oder Pappe 

Papier an die Macht!
Paper Mario: Color Splash
bietet euch eine Spielwelt, die komplett aus Papier und Pappe besteht. Ob nun die Figuren, die Gebäude oder Blumen und Bäume. Einzige Ausnahme sind die Dingse, sie bestehen nicht aus Papier und fallen daher gut auf. Die einzelnen Spielabschnitte sind abwechslungsreich gestaltet und bieten viele kleine Ecken zum Entdecken. Auf den ersten Blick wirkt die Spielwelt vielleicht etwas zerstückelt, die einzelnen Abschnitte hängen aber stark zusammen und müssen oft mehrmals betreten werden, um sie auf 100% zu bringen.

Auch der Sound kann vollkommen überzeugen. Zwar müsst ihr auf Sprachausgaben verzichten, die Dialoge werden in Sprechblasen angezeigt, aber euch erwarten viele Mario-typische Ohrwürmer, neue Stücke und geschickt neu-interpretierte klassische Musikstücke. Die Dialoge strotzen nur so von Wortwitzen, die euch das ein oder andere Mal gewiss ein Schmunzeln entlocken. Jedes Gebiet hat seine eigene Musik, jede Spezialkarte wurde anders in Szene gesetzt, hier kommt keine Langeweile auf.

Bleibt noch die Steuerung, schließlich muss Mario ja irgendwie über Prisma gelenkt werden. Diese ist einfach und leicht zu meistern, lediglich das richtige Timing bei den einzelnen Kampfkarten will etwas geübt sein. In der Kampfkammer von Port Prisma habt ihr die Möglichkeit, einige Bewegungsabläufe verschiedener Kampfkarten zu üben und im späteren Spielverlauf werdet ihr des öfteren dort sein, um einen weiteren Abschnitt der Insel-Hauptstadt nutzen zu können, nämlich das Museum. Dort könnt ihr Karten spenden, wozu, wird aber nicht verraten.

Spezialkarten werden in Szene gesetzt 

Fazit:
Hier muss man auf jeden Fall erwähnen, dass Paper Mario: Color Splash wohl in erster Linie für jüngere Spieler gedacht ist, die schnell mit der Steuerung zurechtkommen wollen und nicht vor große Herausforderungen gestellt werden sollen. Aber auch ältere Spieler können durchaus ihren Spaß daran haben, Prisma Stück für Stück wieder einzufärben und dem Prisma-Brunnen zu alter Pracht zu verhelfen. Und Mario begeistert ja bekanntlich Jung und Alt.

Gerade die vielen einzelnen Abschnitte laden dazu ein, sich mal eben dem Spiel zu widmen. Schnell noch den Kupfer-Canyon einfärben, mal eben in die Indigo-Grotte schauen... Da kann man es auch leicht verschmerzen, dass einen keine großartig in Szene gesetzte Story erwartet, es geht im Endeffekt um das, was immer in Mario-Spielen der Fall ist: Prinzessin Peach wurde von Bowser entführt und es liegt an euch, sie (mal wieder) zu retten. Aber genau das ist es doch, was man sich auch von einem Mario-Spiel erwartet – wenn man ehrlich ist! ;)

Die Gestaltung der Spielwelt ist auf jeden Fall gelungen, es ist eben wirklich erstaunlich, was man alles mit und aus Papier machen kann. Die fröhlichen Musikstücke laden zum Mitsummen ein und auch die Einbeziehuing des Gamepads ist meiner Meinung nach gelungen. Das mag vielleicht nicht jeder so sehen, zumal man als Zuschauer auch auf einiges verzichten muss, wie etwa die Kartenauswahl oder das Ausschneiden, sofern man nicht die Möglichkeit hat, beim Spieler zu schauen.

Fälschlicherweise ist Paper Mario: Color Splash wohl schon des öfteren als Rollenspiel bezeichnet worden und das wäre es ja nicht, weil grundlegende Elemente fehlen. Nintendo selbst sortiert dieses Spiel jedoch ins Genre Action-Adventure ein und das ist es auf jeden Fall, auch wenn die Kämpfe doch manchmal sehr vom Kartenglück abhängen. Meiner Meinung nach ist Paper Mario: Color Splash aber auf jeden Fall gelungen und ich empfehle es auch gerne weiter.

 

Pro:

- Viele verschiedene Gegenden zum Erkunden

- Die Papierwelt kann optisch überzeugen

- Leichte und eingängige Steuerung

- Oft strategischer Einsatz der Kampfkarten nötig

- Stimmungsvolle Musikstücke

Contra:

- Typische Story rund um Peachs Entführung

- Kämpfe können auf Dauer etwas nerven

- Schnick Schnack Schnuck-Arenen eher überflüssig

 

Getestet auf: Wii U

 

 

Media

  • Releasedatum: Freitag, 07 Oktober 2016
  • Preis: 39,99 €
  • Genre: Action-Adventure
  • Altersfreigabe: USK: 0
  • Plattform(en): Wii U
  • Sprache(n): Deutsch