Dragon Quest Builders

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Wer sich mit JRPGs (Japanese Role Playing Games) beschäftigt, kommt an Dragon Quest nicht vorbei. Und wer gerne Rohstoffe sammelt und Dinge baut, ist bei Minecraft bestens versorgt. Doch was passiert, wenn man diese beiden Spiele miteinander vermischt? Das hat sich Square Enix wohl auch gefragt und uns mit Dragon Quest Builders eine solche Mischung präsentiert. Als Erbauer(in) seid ihr für das Wohl verschiedener Siedlungen verantwortlich und sollt die Welt vor dem bösen Drachenfürsten retten.

 

Willkommen in Alefgard
So heißt die Welt, die in Dragon Quest Builders euer Zuhause ist. Diese wurde einst wegen der falschen Entscheidung eines Helden in ewige Dunkelheit gestürzt, die Menschen wurden dazu noch ihrer Kreativität beraubt und können selber nichts mehr bauen oder herstellen. Nachdem ihr nun in einer Gruft erwacht und von der Göttin Rubess auf den neusten Stand der Dinge gebracht worden seid, werdet ihr auch sogleich nach Cantlin geschickt. Die einst prächtige Stadt ist allerdings nur noch eine Ruine, die wieder aufgebaut werden muss.

Dabei werdet ihr keineswegs ins kalte Wasser geschmissen, ein kleines Tutorial begleitet euch am Anfang und erklärt euch die wichtigsten Spielelemente. Im Großen und Ganzen geht es darum, dass ihr Rohstoffe sammelt, Dinge baut und herstellt und Monster bekämpft. Kenner der Serie wird es erfreuen, dass alle Monster aus dem Dragon Quest-Universum stammen und auch Nicht-Kenner werden die knuddeligen Gegner lieben. Seien es nun fröhlich dreinblickende Schleimetten oder kleine Hämmerlinge, die furchtlos ihren Hammer schwingen.

Schnell kommen die ersten NPCs in eure Siedlung, die euch mit kleinen Aufgaben auf Trab halten. Ihr erhaltet auch Baupläne, die ihr umsetzen sollt, wie etwa ein Schlafplatz, eine Küche oder einen Wachturm. Zum Bauen ist eine gewisse Fläche vorhanden, die ihr gut nutzen solltet, da sie nicht gerade groß ist, aber vielen Dingen Platz bieten muss. Etwas Planung ist hier also vonnöten, sonst passiert es euch schnell, dass ihr die geforderten Räume nicht mehr unterbringen könnt. Jede Veränderung an eurer Siedlung beschert euch Punkte für diese.

Alefgard wartet 

Abbau und Aufbau
Um Dinge bauen zu können, braucht ihr Rohstoffe und diese müssen natürlich erst mal abgebaut werden. Zu Beginn steht euch dafür nur ein sehr einfaches Werkzeug zur Verfügung, allerdings lernt ihr immer mehr neue Rezepte kennen und könnt euch so stärkere Werkzeuge, Waffen und Rüstungen herstellen. Anders als in Minecraft könnt ihr gleich mehrere Blöcke auf einmal mit nur einem Schlag treffen, ihr erhaltet sogar noch einen Spezialangriff, mit dem ihr alle Blöcke in eurer direkten Umgebung abbauen könnt. Monstern könnt ihr so natürlich auch schaden.

Nicht alle erforderlichen Rohstoffe sind allerdings in direkter Siedlungsnähe zu finden und daher müsst ihr eure Umgebung auch erkunden. Anfangs steht euch nur das Gebiet rund um eure Siedlung zur Verfügung, mittels Portalen, die ihr im Laufe des Spiels bekommt, könnt ihr aber auch in ferne Gegenden reisen. Durch das Umschauen könnt ihr nicht nur neue Rohstoffe finden, sondern entdeckt auch das ein oder andere Rätsel oder eine Nebenaufgabe. Durch das Finden neuer Ressourcen werden euch neue Rezepte zugänglich.

Seid ihr zu eurer Siedlung zurückgekehrt, könnt ihr mit dem Bau der verschiedenen Räume beginnen. Das einzige, was euch Dragon Quest Builders als feste Regel vorgibt, ist, dass ein Raum mindestens zwei Blöcke hoch sein muss, eine Tür und eine Lichtquelle sind unabdingbar. Nur dann erkennt das Spiel euer Werk als leeren Raum. Der Rest ist eurer Kreativität überlassen, ihr gestaltet den Raum, durch das, was ihr hineinstellt. Bei den Bauplänen ist euch die Einrichtung und deren Platzierung vorgegeben, ansonsten müsst ihr testen, was hineingehört.

Euch wird relativ schnell auffallen, dass es – zumindest in den ersten Spielstunden – keine Dächer gibt, bzw. keine Rezepte, um ein vernünftiges Dach zu bauen. Das ist manchem vielleicht ein Dorn im Auge, allerdings erweist sich dieser Umstand als nützlich, da die Kamera bei überdachten Gebäuden und auch in Höhlen ihre Probleme hat. Seid ihr in einem überdachten Raum, seht ihr euch selber nur als Silhouette, könnt aber nicht erkennen, was oder wer sich noch darin befindet. Ein kleiner Schwachpunkt des Spiels, mit der Zeit lernt ihr aber damit umzugehen oder die Kamera auszutricksen.

Siedlungsbau zieht Aufmerksamkeit auf sich 

Ein etwas anderes Levelsystem
Anders als in anderen Rollenspielen levelt euer Charakter nicht. Zumindest nicht so, wie man es vielleicht gewohnt ist, ihr könnt keine Statuswerte verbessern. Lediglich die Lebensenergie kann erhöht werden, was durch den Verzehr von Lebenssamen geschieht. Diese erhaltet ihr durch das Erfüllen von Aufgaben, könnt sie aber auch beim Erkunden eurer Umgebung in Truhen finden. Dadurch, dass euch immer neue und bessere Rohstoffe zur Verfügung stehen, wächst natürlich die Zahl der Dinge, die ihr in eurer Siedlung bauen könnt.

Durch das Errichten neuer Räume und deren Einrichtung erhaltet ihr Punkte für eure Siedlung, wodurch diese im Rang aufsteigt. Je mehr sie sich entwickelt, desto aufmerksamer werden auch der Drachenfürst und seine Handlanger auf euch und so müsst ihr zwischendurch immer wieder Kämpfe gegen nach und nach stärker werdende Gegner austragen, die eure Siedlung angreifen. Dabei können durchaus auch Räume zerstört werden, was euch Siedlungspunkte kostet. Die Siedlung verliert dadurch zwar keinen Rang, ärgerlich ist es aber trotzdem.

Wurden alle Aufgaben der in eurer Siedlung lebenden NPCs abgeschlossen, steht euch der Endkampf gegen den Kapitel-Boss bevor. Während euch eure Siedler in den vorangegangenen Kämpfen noch unterstützt haben, verkrümeln sie sich hier und ihr seid auf euch gestellt. Mithilfe von bestimmten Verteidigungsanlagen und der netterweise in einer Bildschirmecke angezeigten Strategie sollte der Endboss aber kein großes Problem für euch darstellen. Nach eurem Sieg sind alle wieder da und ihr erhaltet Zugang zum nächsten Kapitel.

Rohstoffabbau 

Die Kapitel und Terra Incognita
Insgesamt bietet euch Dragon Quest Builders vier Kapitel. Das sieht auf den ersten Blick recht wenig aus, aber lasst euch durch die pure Zahl nicht täuschen. In jedem Kapitel steckt jede Menge drin, ihr habt mehr Räume zu bauen, größere Gebiete zu erkunden und mehr Aufgaben zu erfüllen. Bei allem, was ihr macht, steht ihr zu keiner Zeit unter Zeitdruck, ihr könnt also in aller Ruhe werkeln und erkunden, so viel ihr wollt. Anders sieht es da schon bei den Herausforderungen aus, die nach dem Abschluss eines Kapitels offenbart werden.

Hier werdet ihr dann z.B. vor die Aufgabe gestellt, ein Kapitel in nur 20 Ingame-Tagen zu beenden, was dann natürlich schon anspruchsvoller ist. An den Herausforderungen könnt ihr auch gut erkennen, was ihr alles im einem Kapitel nicht entdeckt habt. Wie beispielsweise die drei Drachen im ersten Kapitel, von denen wir nur einen zu Gesicht bekommen haben, obwohl wir uns unseres Erachtens nach gründlich umgeschaut haben. Aber wohl anscheinend nicht gründlich genug... Habt ihr alle Drachen beim ersten Durchspielen gefunden?

Nach Abschluss des ersten Kapitels wird im Hauptmenü Terra Incognita freigeschaltet. Auf dieser Insel könnt ihr euch nach Herzenslust austoben und seid nicht an eine vorgegebene Siedlungsfläche gebunden. Allerdings stehen euch nur die Rohstoffe zur Verfügung, die ihr in den bereits gemeisterten Kapiteln gefunden habt, es ist also zu überlegen, ob ihr direkt nach Freischaltung einen Abstecher dorthin macht oder lieber wartet, bis ihr alle vier Kapitel hinter euch gebracht habt.

Auf der Terra Incognita werdet ihr auch den Beschwörungssteinen begegnen, mit deren Hilfe ihr eure Kreationen für andere Spieler freigeben könnt. Im Gegenzug könnt ihr euch die Kreationen anderer Spieler in euer Spiel holen, entweder ganz zufällig oder gezielt. Einen Koop-Modus bietet euch Dragon Quest Builders nicht, was etwas schade ist, gewiss würde es auch jede Menge Spaß machen, gemeinsam zu erforschen und zu bauen. Aber auch alleine werdet ihr jede Menge Freude an den Kapiteln und der Insel haben und viel Zeit dort verbringen.

Kapitel-Boß 

Was ist noch wissenswert?
Es gäbe noch jede Menge über Dragon Quest Builders zu erzählen, aber wir wollen euch ja nicht alles verraten. Erwähnenswert ist noch, dass ihr immer Heilmittel und Nahrung bei euch tragen solltet. Ja, es gibt eine Hungeranzeige bei eurem Charakter und diese will regelmäßig aufgefüllt werden. Euer Inventar ist recht begrenzt, was aber nicht unbedingt so bleibt. Warum? Spielt selbst und findet es heraus! Ihr möchtet wissen, wie groß die Welt ist? Suchet und ihr werdet finden, eventuell gibt es ja eine Weltkarte...

Wo wir gerade bei der Welt sind. Schnell wird euch auffallen, dass jedes Gebiet, auf dem ihr euch aufhaltet, von einem Ozean umgeben ist. Jenseits dieses Ozeans seht ihr aber oft kleinere Inseln, die ihr nur zu gerne erkunden würdet. „Baue ich halt eine Brücke“ werdet ihr vielleicht jetzt denken, aber so einfach ist es nicht. Ihr werdet von einer mysteriösen Kraft zurückgestoßen, was natürlich zu Spekulationen einlädt. Sind die Gebiete wirklich durch den Ozean begrenzt? Darf man auf ein DLC hoffen, das einem die Erkundung der Inseln gestattet? Mal abwarten...

Auf der technischen Seite kann Dragon Quest Builders auf jeden Fall überzeugen. Wunderschöne Gegenden, ansprechend designte Monster und alles stammt aus dem Dragon Quest-Universum. Auch die Musikstücke sind schön anzuhören und die Steuerung geht leicht von der Hand. Allerdings gibt es hier eine Ausnahme, in Kämpfen wird die Steuerung etwas hakeliger, da ihr keinen Gegner direkt anvisieren könnt. Dadurch kann es schon mal etwas hektisch werden, wenn ihr von einer größeren Gegnermenge umzingelt seid.

 

Kleine Gegner-Galerie

 

Fazit
Wie anfangs erwähnt, handelt es sich bei Dragon Quest Builders sozusagen um eine Mischung aus Dragon Quest und Minecraft. Und diese Mischung ist meiner Meinung nach vollkommen gelungen, da ihr hier Erkunden, Erbauen und Monster bekämpfen in einer wunderschönen Dragon Quest-Welt habt. Dabei sind die Möglichkeiten viel umfangreicher als in Minecraft und auch die Gegnervielfalt ist enorm. Viele verschiedene Rohstoffe warten nur darauf, von euch entdeckt und verbaut zu werden und die Zahl der Quests kann überzeugen.

Die vier Kapitel, die Herausforderungen und natürlich auch Terra Incognita laden euch dazu ein, viele viele Stunden mit diesem Spiel zu verbringen. Jeder noch so kleine Winkel will erkundet werden und könnte neue Rohstoffe bieten, durch die ihr neue Rezepte lernt. Eure Kreationen aus Terra Incognita möchtet ihr gewiss mit vielen anderen Spielern teilen und ebenso viele davon herunterladen. Und jede von euch erbaute Siedlung soll wohl noch hübscher als die vorhergehende sein.

Begleitet von der stimmungsvollen Musik und bewaffnet mit Eichenholzknüppel oder Riesenhammer, von mir gibt es eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für Dragon Quest Builders. Mit diesem Spiel werden Jung und Alt viel Freude haben. Knuddelige Monster machen es euch schwer, vor ihnen Angst zu haben, die Steuerung ist leicht zu handhaben und die immensen Möglichkeiten lassen kaum Wünsche offen – außer vielleicht einem Koop-Modus.

 

Pro:

- Sehr umfangreiche Kapitel

- Herausforderungen

- Terra Incognita

- Stimmungsvolle Grafik und Musik

- Leichte Steuerung

- Typisch Dragon Quest :)

Contra:

- Kämpfe teils hektisch, je nach Gegnermenge

- Kameraführung in Innenräumen suboptimal

- Kein Koop-Modus

 

Getestet auf: PS4

 

 

Media

  • Releasedatum: Freitag, 14 Oktober 2016
  • Preis: 47,99 €
  • Genre: Keine Angabe
  • Altersfreigabe: USK: 6
  • Plattform(en): PS4, PS Vita
  • Sprache(n): Deutsch