World of Final Fantasy

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Es war einmal ein Junge namens Lann, der eines Morgens aufwachte und sich schnell auf den Weg zur Arbeit machte, da er verschlafen hatte. Es fiel ihm allerdings nicht auf, wie menschenleer es in der Stadt Neunwaldbergen war. An seiner Arbeitsstelle, einem Café, wartete bereits eine junge Frau auf ihn, die ganz normal ihre Bestellung aufgab. Es war also eigentlich alles so, wie immer.... bis seine Schwester Reynn auftauchte und ihn ganz aufgeregt auf die Menschenleere aufmerksam machte.

 

Und so beginnt es...
Reynn informierte Lann auch darüber, dass dieser etwas auf dem Kopf sitzen hätte, was euch sicher schon aufgefallen war. Ein kleines fuchsähnliches Wesen saß auf Lanns' Kopf, eine sogenannte Mirage. Und solchen Miragen werdet ihr in World of Final Fantasy noch oft begegnen, sie spielen neben dem Geschwisterpärchen Lann und Reynn eine tragende Rolle im Rollenspiel von Square Enix. Doch zurück zu den Ereignissen im Café. Dort stellte sich nämlich der weibliche Gast als Enna Kros vor und bat die beiden Teenager nach draußen.

Nach einem kurzen Geplänkel mit Enna und Tama, der Mirage, wurde den beiden Geschwistern die entscheidende Frage gestellt, nämlich ob sie durch das dort erschienene Portal nach Grymoire gehen würden, um dort ihren vergessenen Erinnerungen nachzugehen und die Prophezeiung zu erfüllen, die der Welt hinter dem Portal entweder Glückseligkeit oder Zerstörung bringen würde. Ohne groß zu zögern springen Lann und Reynn durch das Portal und finden sich sogleich im Quellwald wieder, von wo aus ihre Reise durch Grymoire beginnt.


Ob groß oder klein, was darf es sein?
In World of Final Fantasy dürft ihr wahlweise als normale Teenager herumlaufen, als sogenannte Hünen oder in Murkelform, was euch klein und knuffig erscheinen lässt. Die Größe spielt eine entscheidende Rolle, da sie Auswirkungen darauf hat, welche Kampfstapel ihr bilden könnt. Diese Kampfstapel bestehen aus einem Geschwisterteil sowie zwei Miragen. Und die Miragen gibt es eben auch in verschiedenen Größen, nämlich in S, M, L und XL. Also eigentlich leicht zu merken, da es doch sehr an Kleidergrößen erinnert.

Sind Lann und Reynn in Hünenform unterwegs, entsprechen sie der Größe L, können also noch ein M und ein S auf dem Kopf tragen. In Murkelform haben sie M-Größe, müssen also einen Stapel mit einer L- und einer S-Mirage bilden. Es liegt ganz an euch, welche Kampfstapel ihr bildet und welche Fähigkeiten ihr dadurch erhaltet. Auf die Story selbst hat die Größe keinen Einfluss, da hier automatisch die passende Größe gewählt wird. Um allerdings überhaupt einen Kampfstapel bilden zu können, müssen erst mal Miragen gefangen werden.

Grymoire erwartet euch 

Fang mich, wenn Du kannst!
Das Fangen der Miragen ist in der Theorie recht simpel, ihr braucht lediglich ein passendes Prisma. Allerdings lassen sich Miragen beileibe nicht so leicht fangen wie z.B. Pokémon, es genügt nicht, einfach ein leeres Prisma auf eine Mirage zu werfen und schwuppdiwupp habt ihr sie. Der erste Schritt ist die Analyse der Mirage, bei der ihr einiges über sie erfahren könnt. Unter anderem auch, wie ihr sie fangen könnt. Mal müsst ihr ihre Trefferpunkte minimieren, mal muss sie in einen bestimmten Zustand versetzt werden, wie etwa Tobsucht oder Schlaf.

Habt ihr das gemacht, könnt ihr die Option „Einfangen“ im Kampfmenü wählen und mit Glück wird die Mirage in das Prisma eingeschlossen und steht euch fortan zur Verfügung. Da ihr nicht alle Miragen, die ihr fangt, auch mitnehmen könnt, werden die „überschüssigen“ im Mira-Tresor verwahrt. Diesen könnt ihr von Portalen und Speicherpunkten aus anwählen, aber auch in Neunwaldbergen, wo er von der lässigen Serafie – natürlich auch eine Mirage – verwaltet wird. Mitnehmen dürft ihr nur insgesamt zehn Miragen.

Erkennt ihr ihn? 

Alles dreht sich um Mira...
Jede Mirage, die ihr fangt, hat ein eigenes Mirabord, mithilfe dessen ihr die entsprechende Mirage skillen könnt. Dazu braucht sie Fertigkeitenpunkte, die sie bei einem Level-Up erhält. Neben aktiven Skills gibt es auch passive, z.B. Abwehr+ oder TP+. Außerdem kann sich eine Mirage in eine oder mehrere Formen weiterentwickeln, für die Metamorphose muss sie allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Welche das sind, müsst ihr herausfinden. Bei der Metamorphose kann es durchaus vorkommen, dass eine Mirage die Größe verändert und dass ihr dadurch neue Stapel bilden müsst.

Dann gibt es noch die Mirasteine, die von Lann und Reynn angelegt werden können. Diese Mirasteine bringen Skills oder Widerstände mit sich. Mirasteine erhaltet ihr größtenteils beim Skillen der Miragen, könnt sie aber auch in Truhen finden. Mit steigendem Level können die Geschwister auch mehr Mirasteine anlegen, für die letzten beiden Plätze müssen sie allerdings bestimmte Dinge finden. Im Spielverlauf werdet ihr weitaus mehr Mirasteine als verfügbare Plätze haben.

In der Mirapedia könnt ihr nachschauen, welche Miragen ihr bereits gesammelt habt und wie viele euch noch fehlen. Bei jeder Mirage erfahrt ihr u.a., wie ihre Grundwerte sind, wo ihr sie fangen könnt und aus welchem Final Fantasy-Teil sie stammt. Miragen, die ihr nur analysiert, aber nicht gefangen habt, werden dunkler dargestellt als die, die ihr gefangen habt. Ein praktisches Nachschlagewerk für Miragenjäger, die wirklich alle in ihrem Besitz haben möchten. World of Final Fantasy hat das gleiche Motto wie auch Pokémon: Schnapp sie Dir alle. :)

Erkundet eure Umgebung :) 

Bekannte Orte und Personen
Während eurer Reise durch Grymoire begegnet ihr zahlreichen Murkeln, die teilweise aus anderen Final Fantasy-Teilen stammen, ebenso wie die Orte. Bereits die erste Stadt dürfte so manch einem vom Namen her bekannt vorkommen: Cornelia. Ihr dürft gerne in die Kommentare schreiben, aus welchem FF-Teil sie ist. ;) Auch die Personen dürften euch oft ein Lächeln auf die Lippen zaubern, trefft ihr doch unter anderem auf Squall, Cloud und Tidus . Auch Lightning, Vivi, Tifa oder Celes haben ihren Auftritt, alle in Murkelform.

Diese Charaktere wurden aber nicht einfach so ins Spiel gebracht, sie können zu sogenannten Erlösern erweckt werden. Diese Erlöser dürft ihr dann in einem Kampf zu Hilfe rufen, wenn ihr dafür die Voraussetzungen erfüllt. Insgesamt drei Heldenembleme können angelegt werden, jeder Held/Erlöser hat seinen eigenen Angriff, seine spezielle Musik und bufft die Gruppe. Die Musikstücke der Erlöser dürft ihr im Spielverlauf auch über das Optionsmenü als Kampfmusik einstellen.

Bei eurer Reise durch die vielen unterschiedlichen Gebiete kommt es immer wieder zu Zufallskämpfen in typischer Final Fantasy-Manier. Auf dem Kampfbildschirm steht ihr dann den gegnerischen Miragen gegenüber und könnt im Kampfmenü zwischen verschiedenen Aktionen wählen. Neben dem einfachen Kampfmenü gibt es noch ein etwas umfangreicheres, bei dem ihr mehr Auswahlmöglichkeiten habt. Neben dem bereits erwähnten Einfangen dürft ihr angreifen, Fertigkeiten und Gegenstände einsetzen.

Wer mag dieser Gegner sein? 

Weitere sehens- und wissenswerte Dinge
In Neunwaldbergen lässt sich nur ein kleiner Teil der Stadt erkunden, allerdings gibt es dort einiges zu finden. Chocolatte bietet euch die Gelegenheit, einzukaufen, sie erweitert ihr Angebot beständig, meist nachdem ihr in der Hauptgeschichte vorangeschritten seid. Witzigerweise verrät sie manchmal selber, aus welchem FF-Teil sie stammt, wenn ihr nämlich „Chocobocolina“ über die Murkellippen rutscht. Und die gab es in welchem Teil? Richtig, in Final Fantasy XIII.

Ebenfalls von Neunwaldbergen aus erreicht ihr das Kolosseum, in dem ihr nicht nur Arenakämpfe bestreiten könnt, sondern auch einige Online-Optionen habt, die euch z.B. das Tauschen von Miragen mit anderen Spielern möglich machen. In den diversen Arenakämpfen könnt ihr auch Miragen einfangen, was die Kämpfe teilweise sehr erleichtert, weil ihr erst gar nicht großartig gegen diese Mirage kämpfen müsst. Der Meister des Kolosseums ist kein Geringerer als Tomberry, eingefleischten Final Fantasy-Fans sicher wohlbekannt.

Im Spielverlauf von World of Final Fantasy taucht in Neunwaldbergen das Zimmer des namenlosen Mädchens auf, in dem ihr andere Seelen berühren dürft, um dann in Stellvertreterkämpfen für die entsprechenden Murkel anzutreten. Zudem könnt ihr dort die Heldenembleme erwerben. Das alles hat aber seinen Preis, das namenlose Mädchen verlangt Alma-Kristalle. Diese erhaltet ihr nach gewissen Kämpfen und könnt sie dann nach Belieben einsetzen.

Neben der Hauptgeschichte warten auch noch viele kleinere und größere Nebenaufgaben auf euch, die Bitten der Stadtbewohner. Diese erkennt ihr daran, dass manche Stadtbewohner ein Fragezeichen über dem Kopf haben. Die Aufgaben sind recht unterschiedlich, mal sollt ihr gewisse Miragen bekämpfen, bestimmte Items organisieren oder ausgewählte Miragen präsentieren. Als kleinen Tipp kann ich hier nur jedem ans Herz legen, mit jedem zu sprechen und genau aufzupassen, ansonsten könntet ihr Nebenaufgaben verpassen.

Zu guter Letzt sind da noch die Finsterkluften, die ihr in World of Final Fantasy des öfteren finden könnt. Sie sehen aus wie kleine Blöcke aus schwarzem Nebel mit Augen und beherbergen besonders starke Miragen. Wenn ihr solch eine Finsterkluft findet und sie untersucht, wird angezeigt, welches Level sie hat und ihr könnt dann entscheiden, ob ihr sie betreten wollt oder nicht. Ab und an hat auch Serafie in Neunwaldbergen solch eine Finsterkluft auf dem Kopf, hier habt ihr allerdings keine Levelangabe.

Jetzt wird gekämpft! 

Für die Augen, die Ohren und die Hände
Die Grafik von World of Final Fantasy ist wirklich zuckersüß. Abwechslungsreiche Gebiete, belebte Städte und aufregende Dungeons, es gibt eigentlich nichts zu meckern. Zwar sind die einzelnen Gebiete anfangs noch sehr schlauchartig und bieten kaum Platz für Entdeckungstouren, dies ändert sich aber im weiteren Spielverlauf. Die Charaktere sind gut animiert und wirken gerade in ihrer Murkelform herzallerliebst. Aber auch Reynn und Lann in ihrer Hünenform brauchen sich nicht zu verstecken.

Die Ohren werden mit englischer oder japanischer Sprachausgabe beglückt, für die Augen gibt es deutsche Untertitel. Viele Musikstücke dürften euch bekannt vorkommen, wie etwa die Kampfmusiken von Cloud oder Squall. Sie wurden nur variiert und klingen dadurch leider teilweise etwas gewöhnungsbedürftig. Natürlich könnt ihr mit allen Charakteren, denen ihr begegnet, reden und auch manche Miragen sind zu einem Gespräch bereit, wie etwa Tama oder Serafie.

Bleiben noch die Hände, sprich: Die Steuerung. Gesteuert wird logischerweise mit dem Controller und das geht gut von der Hand. Ob nun die Bewegung durch Grymoire oder die Kämpfe, die auf Wunsch rundenbasiert ablaufen können. In den einzelnen Menüs findet ihr euch schnell zurecht und Tama, Serafie und Enna geben euch zahlreiche Tipps, besonders für die ganz Eiligen, die Zwischensequenzen überspringen oder Laufwege verkürzen möchten. Auch die Kampfgeschwindigkeit lässt sich jederzeit anpassen.

 

Genießt die Aussicht!

 

Fazit
Eines kann ich mit Bestimmtheit vorneweg sagen: Jeder Final Fantasy-Fan sollte sich World of Final Fantasy unbedingt zulegen! Es gibt so viele bekannte Orte und Personen sowie Anspielungen auf bisher erschienene Final Fantasy-Teile, das einem das Herz lacht. Aber auch die, die bisher nichts mit Final Fantasy am Hut hatten, sollten mal einen Blick auf diesen Teil werfen. Vorausgesetzt natürlich, dass sie Rollenspiele mögen und angesichts der knuddeligen bunten Grafik nicht das Weite suchen.

Die Story von World of Final Fantasy ist schön erzählt und man fiebert mit, welchen Ausgang sie haben wird. Werden Reynn und Lann ihre Erinnerungen wiederfinden? Bringen sie Grymoire Erlösung oder Zerstörung? Diese Fragen könnt ihr nur beantworten, wenn ihr den Sprung durch das Portal in Neunwaldbergen wagt, bzw. den Kauf dieses Spiels. Schafft ihr es, alle Miragen zu fangen und die Mirapedia zu vervollständigen? Es nimmt einige Zeit in Anspruch, aber es lohnt sich!

Mit World of Final Fantasy ist Square Enix eine sehr schöne Verschmelzung von Final Fantasy und Pokémon gelungen, die man einfach lieben muss. Ob nun FF-Fan oder nicht, wer Rollenspiele im Japan-Look mag, kommt an diesem Spiel nicht vorbei. Von daher vergebe ich eine klare Kaufempfehlung, dick unterstrichen und mit einer ganzen Menge Ausrufezeichen. :)

 

Pro:

- Schöne Story

- Viele abwechslungsreiche Gebiete und Städte

- Große Zahl von fangbaren Miragen

- Kampfstapel bieten jede Menge Möglichkeiten

- Zahlreiche Nebenaufgaben

- Kolosseum mit Arenakämpfen und Online-Möglichkeiten

- Cross-Save-Funktion

- Leichte Steuerung

- Zahllose Anspielungen auf alte Final Fantasy-Teile

Contra:

- Nur ein Spielstand möglich

- Gebiete anfangs sehr schlauchartig

- Schwierigkeitsgrad nicht wählbar, für Profis zu leicht

 

 

 

Getestet auf: PS4

 

 

Media

  • Releasedatum: Dienstag, 25 Oktober 2016
  • Preis: 49,- €
  • Genre: Rollenspiel
  • Altersfreigabe: USK: 12
  • Plattform(en): PS4, PS Vita
  • Sprache(n): Englische und japanische Sprachausgabe, deutsche Bildschirmtexte
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