The Flame in the Flood: Complete Edition

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Camp Pinewood, das klingt doch nach einem typischen Feriencamp. Allerdings scheint gerade keine Saison zu sein, denn ihr seid vollkommen allein in diesem Camp. Halt, nicht ganz allein, ein Hund ist an eurer Seite. Nachdem ihr euch im Camp ein wenig umgeschaut habt, geht ihr zum Fluss, an dem ein Floß liegt. Kurzerhand schnappt ihr euch den Hund und euren Stecken und macht euch auf eine abenteuerliche Reise.. Ihr besitzt nur einen kleinen Rucksack ebenso wie euer Hund, Essen, Trinkwasser und Materialien müsst ihr erst suchen.

 

Auf ins Abenteuer
Zu Beginn von The Flame in the Flood: Complete Edition entscheidet ihr euch für einen der zwei verfügbaren Schwierigkeitsgrade oder den Endlos-Modus. Zudem dürft ihr einen von zwei Hunden wählen, entweder Aesop oder Daisy. Diese Auswahl hat keine Auswirkungen auf das eigentliche Spiel, euer Hund hat auf jeden Fall einen kleinen Rucksack, in die ihr einige Items abladen dürft. Und das wird auch recht schnell nötig sein, denn euer eigenes Inventar umfasst anfangs nur 12 Plätze. Und es gibt so viel zu sammeln!

Euer Fortbewegungsmittel, das Floß, hat auch noch Stauraum zu bieten, aber es wird euch recht schwer fallen zu entscheiden, was ihr da unterbringt. Denn auf dieses Inventar könnt ihr nur zugreifen, wenn ihr am Steg seid, während eurer Landgänge steht es euch nicht zur Verfügung. Und was bringt euch beispielsweise sauberes Trinkwasser, wenn ihr es nicht sofort parat habt? Also solltet ihr immer gut abwägen, was ihr bei euch tragt, dem Hund gebt und im Floß lagert. Zwar könnt ihr euer Inventar geringfügig erweitern, dies aber auch nur, wenn ihr die entsprechenden Materialien findet.

Worin besteht denn nun das Abenteuer? Die Antwort auf diese Frage ist leicht: Überleben. Auf dem reißenden Fluss fahrt ihr von Insel zu Insel, nutzt Anlegestellen am Festland und behauptet euch gegen die Natur. Die ist unerbittlich, es stürmt und regnet, Wölfe, Bären oder Wildschweine können euch angreifen und selbst ein Ameisenbiss kann verheerende Folgen haben. Ihr braucht nachts eine Unterkunft, um nicht unbedingt im Freien schlafen zu müssen und habt einige kleinere Quests, die ihr erledigen müsst.

 

Überleben ist das Einzige, was zählt!

 

Überleben in einer postapokalyptischen Welt
Warum alles überflutet ist und ihr alleine in Camp Pinewood wart, erfahrt ihr nicht, weder zu Spielbeginn noch im weiteren Spielverlauf. Nur einige wenige sporadische Anspielungen lassen vermuten, was genau geschehen ist, euer einziges Ziel ist es, das Ende des Flusses zu erreichen, wo alles besser sein soll. Doch bis zum Ende des Flusses ist es weiter Weg, bei dem ihr zahlreiche Gebiete durchquert, die immer neue Gefahren mit sich bringen. Gefährliche Strömungen, immer mehr Hindernisse wie tote Bäume, Autos oder sogar Häuser machen euch die Reise schwer.

Dazu kommt noch, dass ihr euch an Land vorerst nicht gerade effektiv verteidigen könnt. Der Stecken, den ihr dabei habt, ist keine große Hilfe, mit ihm könnt ihr lediglich die zahlreichen Krähen verscheuchen oder Wölfe irritieren. Euer Hund macht euch zwar durch sein Gebell auf Gefahren aufmerksam, aber das war es dann auch schon mit seiner Hilfsbereitschaft. Er bellt übrigens auch, um euch auf interessante Dinge aufmerksam zu machen, die ihr untersuchen oder einsammeln könnt.

Während ihr unterwegs seid, solltet ihr eure Statistiken immer gut im Auge behalten, denn wenn ihr diese vernachlässigt, kann eure Reise sehr schnell vorbei sein. Ist euch kalt? Habt ihr Hunger oder Durst? Wie geht es euch körperlich? Es kann schnell passieren, dass ihr schon nach kurzer Spielzeit das Zeitliche segnet, weil ihr entweder nicht auf eure Statistiken geachtet habt oder einfach nichts gefunden habt, was euch am Leben hält. Im Modus „Reisender“ ist das nicht ganz so tragisch, da es hier Checkpoints gibt, als „Überlebenskünstler“ ist der Tod endgültig.

 

Verlassene Camps finden sich überall...

 

Erkunden, sammeln, jagen
The Flame in the Flood
bietet euch eigentlich eine recht große Spielwelt. Der Fluss ist lang und gabelt sich des öfteren, es gibt viele Anlegestellen und Inselchen, an denen ihr quasi im Vorbeifahren Materialien sammeln könnt. Doch Vorsicht, kollidiert besser nicht mit Inselchen, Felsen oder anderen Hindernissen, euer Floß leidet darunter. Die Areale an Land sind dahingegen recht klein und bieten auch nicht viel Abwechslung, gelegentlich steht dort noch ein Haus oder Bus, ganz selten könnt ihr auf andere Überlebende treffen, mit denen ihr Items tauschen könnt.

Euer Floß lässt sich auch aufrüsten, dazu benötigt ihr allerdings zum einen Baupläne und zum anderen besondere Anlegeplätze, die euch ein Dock zum Floßausbau bieten. Solch ein Ausbau macht euer Gefährt stabiler und erweitert vielleicht sogar den Stauraum, allerdings führt er auch dazu, dass ihr neue Materialien benötigt, wie etwa Benzin. Das ist spärlich gesät und ihr braucht ein Gefäß, um es zu transportieren. Gefäße braucht ihr allerdings auch für Trinkwasser und wenn ihr nicht genug davon habt...

Durch das Crafting-System des Spiels stehen euch über 60 Gegenstände zur Verfügung, die ihr herstellen könnt, von Kleidung über Waffen und Fallen bis hin zu Verbänden und Medizin. Ihr werdet also dazu genötigt, erst mal alles mitzunehmen, was ihr so findet. Und ehe ihr euch verseht, sind eure 12 Inventarplätze, die sechs Plätze des Hundes und das Floß voll. Zwar verbraucht ihr durch das Craften Materialien, der hergestellte Gegenstand will aber auch irgendwo untergebracht werden.. Und den braucht ihr ja auch für irgendwas.

 

Könnte dieser Bus als Unterschlupf dienen?

 

Jede Menge Entscheidungen
Euer Überleben bei The Flame in the Flood wird durch eure Entscheidungen bestimmt. Fakt ist: Ihr könnt nicht an jeder Anlegestelle stoppen,. Doch wo lohnt sich das Erkunden? Erst wenn ihr an einem Steg angelegt habt, erhaltet ihr Informationen darüber, was es dort zu finden gibt. Wenn euch Hunger und Durst plagen oder ihr müde und unterkühlt seid, liegt euer Bestreben wohl darin, dies zu ändern. Ob ihr das an der nächsten Anlegestelle machen könnt, wisst ihr allerdings nie, vielleicht würde sich auch das Weiterfahren lohnen.

Sammelt ihr alles ein, was ihr findet oder beschränkt ihr euch auf bestimmte Sachen? Fehlt euch dann eventuell etwas wichtiges, um z.B. Kleidung herzustellen? Wollt ihr einen interessanten Bereich genauer betrachten, auch wenn es in der Nähe Wölfe oder Schlangen gibt? Ihr wisst nie, wann es sich lohnt, Dinge genauer in Augenschein zu nehmen, auch wenn ihr eine Verletzung oder Krankheit riskiert. The Flame in the Flood ist eigentlich ein Paradebeispiel für Try&Error und ihr werdet wohl mehrere Anläufe brauchen, um heil bis ans Ende des Flusses zu kommen.

Allerdings werdet ihr nicht ganz ins kalte Wasser geworfen, was das Überleben betrifft. Verschiedene Hinweistafeln machen euch mit einigen wenigen Dingen vertraut und auch die Informationen, die ihr im Menü finden könnt, helfen euch ein wenig weiter. Allerdings ist hier auch ein ganz klarer Kritikpunkt zu finden: Viele der Texte sind mangelhaft ins Deutsche übersetzt worden oder sie sprengen den dafür vorgesehenen Platz und sind dadurch abgeschnitten, weil sie sich nicht scrollen lassen. und das, wo doch die Complete Edition der PS4 technische Verbesserungen gegenüber PC und Xbox One bieten soll.

 

Zeit für den Ausbau des Floßes!

 

Eine Floßfahrt, die ist lustig...
wenn auch tückisch. Gottseidank geht die Steuerung leicht von der Hand und ihr könnt den Hindernissen ausweichen, indem ihr gegenrudert. Das kann in den teilweise wilden Wassern schon mal stressig werden, wenn eure Hand/Augenkoordination gefragt ist. Auch an Land ist die Fortbewegung angenehm, die Menüs sind übersichtlich und ihr könnt problemlos craften. Items können fix von eurem Inventar auf den Hund oder das Floß verschoben werden, Dinge wie Fallen aufstellen, Gegenstände herstellen oder Medizin anwenden dauern nicht lange.

Der Grafikstil von The Flame in the Flood kann überzeugen und bietet euch satte Farben in der prozedural generierten Spielwelt. Kein Durchgang ist wie der vorherige, die einzelnen Gebiete sind immer neu verteilt. Das sorgt natürlich für eine gewisse Langzeitmotivation. Wenn ihr es als „Reisender“ geschafft habt, wollt ihr es als „Überlebenskünstler“ sicher auch schaffen, oder? Und wenn auch das gelingt, wie lange haltet ihr im Endlos-Modus durch?

Die Musik des Spiels ist auf jeden Fall ein Highlight. Sie stammt von Charles Allan „Chuck“ Ragan, einem amerikanischen Sänger, Songwriter und Gitarristen und lässt richtig schöne Lagerfeuer-Atmosphäre aufkommen. Bei solch entspannendem Folk-Rock macht man sich doch gerne auf, um nur mit einem kleinen Floß die wilden Gewässer zu bereisen, um vielleicht einem Happy End entgegen zu schippern. Ansonsten ist es in The Flame in the Flood recht still, bis auf einige wenige Soundeffekte, wie etwa bei Kollisionen auf dem Fluss oder dem Durchsuchen der Areale an Land. Und natürlich dem ewigen Krächzen der Raben...

 

Lässt sich hier etwas brauchbares finden?

 

Fazit:
Allein die Grafik und die Musik von The Flame in the Flood machen den Titel schon spielenswert. Doch lasst euch von der Lagerfeuer-Folk-Musik und dem niedlichen Aussehen nicht täuschen, denn euch erwartet ein knallhartes und gnadenloses Survival-Abenteuer. Nicht nur, dass ihr eure Statistiken immer gut im Auge behalten müsst, ihr müsst auch strenges Inventarmanagment betreiben, um mit dem wenigen verfügbaren Platz auszukommen.

Eure Entscheidungen beeinflussen euer Überleben und kein Spieldurchgang ist wie der vorherige. Selbst wenn ihr es in einem Schwierigkeitsgrad bis zum Ende schafft, kann das im nächsten Schwierigkeitsgrad schon ganz anders sein. Zu Beginn ist alles noch sehr Try&Error, aber wenn ihr euch die wesentlichen Dinge verinnerlicht habt und in etwa wisst, worauf es ankommt, solltet ihr recht gute Überlebenschancen haben. Gemütliches Erkunden könnt ihr euch abschminken, hier seid ihr quasi immer unterwegs.

Die Tutorial-Meldungen sind etwas spärlich gesät und die teils abgeschnittenen Texte nerven leider extrem, zumal dadurch der Informationsgehalt sehr geschmälert wird. Dafür wird euch aber eine gute und eingängige Steuerung geboten und die Langzeitmotivation ist auch gegeben. Selbst im Endlos-Modus wollt ihr sicher immer neue Reise-Bestleistungen aufstellen. Wer Survival-Titel mag, auch wenn KEINE Zombies darin auftauchen, sollte sich The Flame in the Flood auf jeden Fall mal anschauen!

 

Pro:

- gelungener Survival-Titel

- prozedural generierte Spielwelt

- Verschiedene Schwierigkeitsgrade

- Tolle Musik von Chuck Ragan

- Grafikstil sehr schön

- Eure Entscheidungen zählen

Contra:

- Texte oftmals abgeschnitten

- Musikstücke wechseln manchmal abrupt

- Steile Lernkurve könnte für Frust sorgen

 

 

Getestet auf: PS4

 

Media

  • Releasedatum: Dienstag, 17 Januar 2017
  • Genre: Keine Angabe
  • Altersfreigabe: USK. 16 / PEGI 16
  • Plattform(en): PS4
  • Sprache(n): Deutsch