Resident Evil 7 biohazard

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Die mysteriöse Videobotschaft einer gewissen Mia führt euch nach Louisiana, einem im Süden gelegenen Bundesstaat der Vereinigten Staaten. Eurer Ziel ist eine verlassen wirkende Plantage, doch so verlassen, wie es scheint, ist es dort wahrhaftig nicht. Denn die Plantage ist das Zuhause der als vermisst geltenden Familie Baker, deren Mitglieder ihr näher kennenlernt, als euch vielleicht lieb ist. Resident Evil 7 biohazard schließt an die Ereignisse des sechsten Teils der Spieleserie an und wird euch wohlig schaurige Stunden bescheren.

 

Welcome to the family, son!
Nachdem ihr die ersten Schritte auf der Plantage gemacht habt, erstmals in der Spiele-Reihe in der Ego-Ansicht und VR-Unterstützung, werdet ihr schon auf eine der Besonderheiten von Resident Evil 7 biohazard stoßen: Die Videobänder, die euch förmlich ins Geschehen einbeziehen. Das heißt, dass ihr in diesen Videobändern selber einen gewissen Charakter steuern müsst. Ihr erlebt seine „Story“ und erhaltet auf diese Weise wichtige Informationen für das eigentliche Spiel. So z.B., wo gewisse Dinge versteckt sind oder wo Geheimgänge zu finden sind.

Zu Anfang erscheint alles noch recht harmlos, aber schon bald seid ihr mittendrin in den Geschehnissen. Nicht nur, dass euch anscheinend jeder an den Kragen will, ihr werdet auch noch in die Familie mit einbezogen, was euch Jack Baker auf nicht gerade freundliche Art und Weise mitteilt. Schnell erkennt ihr, dass langsames Erkunden in dieser beängstigenden Atmosphäre einen Vorteil birgt und dass ihr euch glücklich schätzen könnt, im Besitz einer Waffe zu sein. Aber auch Heilmedizin sollte ausreichend vorhanden sein.

Und damit steht ihr schon bald vor dem nächsten Problem, denn euer Inventar bietet nur begrenzt Platz. Also müsst ihr stets abwägen, was ihr mitnehmt bzw. einsammelt. Lieber das Kraut und eine Chemikalie, um eine Erste Hilfe-Arznei daraus zu kombinieren? Oder doch lieber Munition für eure Waffe? Wozu sind die antiken Münzen und was sollt ihr mit den Wackelpuppen machen? Wieso scheint ihr für fast alles irgendwelche Items zu brauchen und welchen Sinn haben Türen mit Tiersymbolen darauf?

 


Szene aus dem ersten Video

Die Mitglieder der Familie Baker
Die einzelnen Familienmitglieder lernt ihr erstmals bei einem netten Essen in familiärer Runde kennen. Jack ist das Famlienoberhaupt, Marguerite ist die fürsorgliche Mutter. Dann gibt es da noch den Sohn Lucas und die Oma, die friedlich in ihrem Rollstuhl sitzt. Zur Familie gehört aber auch noch Zoey, die ihr allerdings erst gegen Ende von Resident Evil 7 biohazard zu Gesicht bekommt. Bis dahin habt ihr mit der Baker-Tochter nur telefonischen Kontakt, sie scheint die einzige Person zu sein, die euch helfen will.

Jedes dieser Familienmitglieder, die ihr am Essenstisch gesehen habt, werdet ihr über kurz oder lang wiedersehen, ob euch das nun gefällt oder nicht. Omi scheint euch dabei geradezu zu verfolgen, sie taucht an den verschiedensten Stellen im Haus auf und lässt euch nicht aus den Augen. Welche Rolle spielt sie? Warum ist sie trotz ihres Rollstuhls so mobil? Fragen über Fragen, für deren Beantwortung ihr schon selber spielen müsst, an dieser Stelle wird nichts verraten. Es ist so schon schwer genug, nicht zu spoilern.

Ihr werdet auf jeden Fall die ganze Plantage erkunden müssen, um wichtige Items finden zu können. Dazu zählen nicht nur Kräuter, Chemikalien oder Munition, auch für die diversen Rätsel werden Gegenstände gebraucht. Ob nun Hundeköpfe, Figuren für Schattenrätsel oder die Schlüssel für die Tiersymbol-Türen, alles ist gut versteckt und wird nicht unbedingt freiwillig hergegeben. Hier muss allerdings angemerkt werden, dass es ruhig mehr Rätsel hätten sein dürfen, gerade zum Ende des Spiels hin wird mehr Wert aufs Schießen als aufs Rätseln gelegt.

 

Familienfoto in geselliger Runde

 

Düstere Entdeckungen
Während ihr euch durch die Plantage und die anderen Schauplätze von Resident Evil 7 biohazard bewegt, findet ihr nicht nur Munition, antike Münzen und andere hilfreiche Dinge, ihr erfahrt auch immer mehr von dem, was eigentlich dort vorgefallen ist. Scheinbar hat alles mit einer gewissen „Eveline“ zu tun, die in die Sümpfe (Bayous) der näheren Umgebung gelangt ist. Was es genau mit diesem Mädchen auf sich hat, werdet ihr selber herausfinden müssen, anhand von Aufzeichnungen, und Videobändern. Bis ihr zum Finale gelangt, solltet ihr dann voll im Bilde über Eveline und ihre „Gabe“ sein.

Ihr könnt den Survival-Horror beim ersten Spielen des Games in zwei Schwierigkeitsgraden erleben, nämlich leicht und normal. Durch das Abschließen des normalen Schwierigkeitsgrades schaltet ihr dann die Schwierigkeit „Irrenhaus“ frei und erhaltet zudem noch einige nette Dinge. Wie schon bei anderen Resident Evil-Teilen lohnt sich das mehrmalige Durchspielen unter jeweils anderen Bedingungen, da ihr dafür und für das Finden der Sammelobjekte (Münzen / Wackelpuppen) weitere nette Gegenstände bekommen könnt.

 

Findet sich hier ein Videoband?

 

Schauplätze und ihre Dramaturgie
Jeder, der Schauplätze, die ihr im Game besucht, hat seinen ganz eigenen Charme, sofern man das bei dem heruntergekommenen Anwesen und den anderen Orten, die ihr besucht, sagen kann. Hinter jeder Ecke könnte ein Gegner lauern, egal ob nun ein Familienmitglied der Bakers oder eines der Molded genannten Wesen. Letztgenannte werdet ihr im späteren Spielverlauf recht oft treffen und das möglichst mit geeigneten Waffen, denn sie sind recht gewaltbereit und spucken auch gerne mal rum. Überall könnten Geheimgänge sein, die Geheimnisse bergen.

Gelungene Lichteffekte lassen euch immer wieder eine Gänsehaut auf dem Rücken spüren und nicht selten wird es vorkommen, dass ihr euch vor eurem eigenen Schatten erschreckt. Dazu knackt es an allen Ecken und Enden oder es tröpfelt irgendwo Wasser. Der vermoderte Eindruck des Hauses, der von einer komischen Substanz durchzogene Keller, das Ungeziefer an gewissen Stellen, alles wirkt sehr real und sorgt für eine nervenzerreißende Atmosphäre, in VR sicher noch stärker, als wenn ihr es auf „normale“ Art und Weise spielt.

Die Sprecher der einzelnen Charaktere haben ihre Sache sehr gut gemacht, sogar die deutsche Vertonung kann sich – im Gegensatz zu alten Teilen – hören lassen. Aber in der englischen Tonspur klingt das ganze noch ein Quentchen besser, ob nun Jack mit seinem „Welcome to the familiy, son“ oder Marguerites schrille Stimme. Wer des Englischen nicht ganz so mächtig ist, kann sich ja deutsche Untertitel einstellen, auch wenn Untertitel meiner Meinung nach Atmosphärekiller sind.

 

Die Umgebungen sind oft creepy

 

Nicht immer ganz logisch
Da die folgenden Dinge leicht spoilern könnten, solltet ihr nur weiterlesen, wenn euch das nicht stört, ansonsten scrollt ihr einfach über diesen Absatz hinweg!

Manche Dinge in Resident Evil 7 biohazard sind nicht unbedingt logisch, teilweise bleiben sie bis zum Finale unlogisch, teils werden sie aber auch mittels der Story aufgedeckt. So fragt man sich, wie Jack das Auto in der Garage starten kann, obwohl der Schlüssel doch immer noch auf dem Tisch dort liegt. Und wieso gerät der Wagen in Brand, auch wenn man Jack nur mit dem Messer angreift, wenn er in dem Wagen sitzt?

Ebenfalls in der Garage erschießt sich Jack mit eurer Waffe. Und das auch, wenn ihr sie vorher leergeschossen habt. Das würde doch normalerweise gar nicht funktionieren. Warum kann man Jack im späteren Spielverlauf nicht mit der freischaltbaren Kreissäge töten, mit der man ihn doch zumindest an der wichtigen Stelle verletzten kann? Der Schaden wird in dem Fall einfach nicht gewertet. Einige fragen sich sicher auch, wie ein riesiger Tanker mitten ins Sumpfgebiet von Louisiana gelangen konnte. Das alles sind Dinge, die klärungsbedürftig sind.

 

Ist das nützlich?

 

Fazit:
Resident Evil 7 biohazard
bewegt sich auf jeden Fall wieder zu den Anfängen der Serie zurück, als es noch nicht so sehr als Shooter verkam und mehr Wert auf langsame Erkundung und Rätsel gelegt wurde. Das tut dem Spiel auf jeden Fall gut, ebenso wie der Schritt zur Ego-Perspektive, der euch tief ins Spiel eintauchen lässt, tiefer, als manchem vielleicht lieb ist. Die Atmosphäre birgt Spannung, Grusel und manchmal sogar etwas Ekel und ist somit perfekt für ein Survival Horror-Spiel wie Resident Evil.

Die eigens für diesen Teil erschaffene „RE“-Engine sorgt für Schauplätze, die sehr gut zur Story passen. Vermoderte Möbel, tropfende Decken, feuchte Keller usw.. Dazu gesellt sich der stets passende Sound, der des öfteren dafür sorgen wird, dass ihr euch panisch umdreht oder erschreckt, nur weil ihr gegen etwas gestoßen seid. Die Sprecher machen ihre Sache ebenfalls gut und auch bei der Steuerung gab es nichts zu bemängeln. Resident Evil 7 biohazard bietet eine verstörend realistische Horror-Erfahrung.

Gerade denen, die die letzten Teile der Resident Evil-Reihe nicht mehr so toll fanden, eben weil sie zu sehr in Richtung Shooter abdrifteten, sei dieser Teil wärmstens ans Herz gelegt, aber auch Spieler, die bisher so gar nichts damit anfangen konnten, sollten Resident Evil7 biohazard eine Chance geben und sich daran machen, das Rätsel um die Familie Baker, Mia und Eveline zu lösen. Und wer eine VR-Brille besitzt, erlebt das Ganze wohl noch intensiver. Der Kauf lohnt sich auf alle Fälle!

 

Pro:

- Sehr gute Story

- Atmosphärische Schauplätze

- Gute Rätsel

- Viele Sammelobjekte

- Überzeugende Charaktere

- Soundkulisse passt perfekt

- Gelungene Rückkehr zu den Anfängen der Resident Evil-Reihe

Contra:

- Rätsel könnten herausfordernder sein

- Mehr Rätsel wären wünschenswert gewesen

- Zu findende Munition spoilert oft schon Waffen, die man erst später erhält

- Kleinere Logikfehler

 

Getestet auf: PS4

 

 

Media

  • Releasedatum: Dienstag, 24 Januar 2017
  • Genre: Horror
  • Altersfreigabe: USK: 18
  • Plattform(en): PS4
  • Sprache(n): Deutsch