The Legend of Zelda: Breath of the Wild

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Ihr erwacht in fast vollkommener Dunkelheit.an einem euch unbekannten Ort. Bevor ihr überhaupt Tageslicht erblickt, müsst ihr euch eure notdürftige Kleidung zusammensuchen. Zudem bekommt ihr einen seltsamen Stein, den sogenannten Shika-Stein, der euch als Hilfe dienen soll. Zudem scheint er Daten speichern zu können und Plätze für verschiedene Dinge zu haben. Draußen erwartet euch eine große, aber einsame und verlassene Welt, in der scheinbar nur einige Wildtiere beheimatet sind. Und Monster, die euch an die virtuelle Wäsche wollen.

 

Und so beginnt das Abenteuer
Ihr findet, das klingt fast wie der Beginn eines typischen Survival-Abenteuers? Nun, so falsch liegt ihr gar nicht, denn in The Legend of Zelda: Breath of the Wild geht es unter anderem auch ums Überleben, sogar um das Überleben des ganzen Landes. Denn dieses wird von einer bösen Verheerung heimgesucht, welche dafür sorgt, dass aggressive Monster unterwegs sind und ganze Landstriche von riesigen Wächtern kontrolliert werden. Doch das erfahrt ihr nur nach und nach, denn eure Erinnerungen kehren nur lückenhaft zurück.

Was euch recht schnell auffallen wird, ist die Tatsache, dass euch nur ein Speicherstand zur Verfügung steht, was es euch verwehrt, ein zweites Abenteuer parallel zu starten. In meinen Augen sehr schade und definitiv ein Kritikpunkt am Spiel.
Der erste Mensch, den ihr in Hyrule trefft, ist ein alter Landstreicher, der euch nicht nur von den Schreinen erzählt, sondern euch auch die Nahrungsmittel und deren Verarbeitung näher bringt. Ihr könnt nämlich an entsprechenden Stellen kochen und so verschiedene Speisen herstellen.

 

Feinde voraus

 

Erkundung ist das A und O
Mit diesen wenigen Informationen ausgestattet, macht ihr euch auf den Weg, eure Umgebung zu erkunden. Es gibt einiges zu entdecken, beispielsweise dass ihr anfangs nur eine begrenzte Menge an Lebensenergie und Ausdauer habt. Oder dass Gegner jetzt gerne auch mal in kleineren Grüppchen auftreten, wenn sie schwächer sind. Ihr merkt auch, dass ihr schnellstmöglich eine Waffe finden solltet, besser sogar mehrere. Denn die Waffen und auch Schilde haben nur eine begrenzte Haltbarkeit.

Dabei ist die Haltbarkeit je nach Waffen- und Schildart sehr unterschiedlich. Holzknüppel und -schilde zerbrechen natürlich schneller als Schwerter oder Eisenschilde. Anfangs werdet ihr allerdings nur minderwertige Waffen finden und müsst euch daher sehr vorsichtig verhalten. Seht ihr ein feindliches Lager, ist es aber auch mit besseren Waffen nicht immer ratsam, einfach hinein zu stürmen, etwas Taktik kann durchaus von Vorteil sein. Die Fähigkeiten eures Shika-Steins werden euch oftmals eine wertvolle Hilfe sein.

Um eure ersten Module für den Shika-Stein zu erhalten, solltet ihr euch möglichst schnell auf die Suche nach den Schreinen machen, von denen euch der alte Landstreicher erzählt hat. In diesen müsst ihr kleinere Prüfungen bestehen oder Rätsel lösen, um euer Ziel zu erreichen. Als Belohnung erhaltet ihr in den ersten Schreinen die erwähnten Module, zudem bekommt ihr noch gewisse Beweise dafür, dass ihr den Schrein gemeistert habt. Mit diesen Beweisen bzw. Zeichen erlangt ihr mehr Herzen und Ausdauer, jeweils vier können bei bestimmten Statuen eingetauscht werden.

In The Legend of Zelda: Breath of the Wild erwarten euch mehr als 100 Schreine, die teilweise sehr gut versteckt sind. Oft müsst ihr bestimmte Aufgaben lösen, um den Schrein überhaupt freizulegen oder große Labyrinthe durchqueren, um ihn zu erreichen. In den Schreinen wird dann der Einsatz eurer Module gefordert, es warten kleinere Denkaufgaben auf euch oder ihr müsst Kämpfe gegen Wächter bestehen. Solltet ihr es schaffen, alle Schreine zu finden und zu lösen, könnt ihr nicht nur eure Herzen und eure Ausdauer beachtlich aufstocken...

Die Schreine sind aber nicht das Einzige, nach dem ihr die Augen offen halten solltet. In der Spielwelt sind auch Krog-Samen versteckt, mit deren Hilfe ihr eure Taschenplätze erweitern könnt. Krog-Samen lassen sich an den entlegensten Ecken finden, meist an Stellen, die „irgendwie anders ausehen“. Beispielsweise seht ihr eine einzelne Blume, wenn ihr diese kaputt macht, taucht die nächste Blume auf usw.. Zerstört ihr alle Blumen, taucht am Ende ein Krog-Samen auf. Insgesamt gibt es in Hyrule sage und schreibe 900 Samen, ihr habt viel zu tun!

 

Einer der vielen Schreine

 

Achtet auf die Witterung
Die Spielwelt von The Legend of Zelda: Breath of the Wild ist in verschiedene Gebiete unterteilt, die sich nicht nur landschaftlich unterscheiden. Auch die Witterungsverhälnisse variieren, mal ist es kalt, mal unerträglich heiß oder es regnet und stürmt. Das hat einen enormen Einfluss auf euer körperliches Wohlbefinden, es kann sogar passieren, dass ihr buchstäblich in Flammen aufgeht. Als Hilfe gegen diese Einflüsse dienen die verschiedenen Rüstungen, die ihr finden könnt. Sie schützen euch vor Kälte und Hitze und bieten manch andere Besonderheit.

Auch hier habe ich allerdings wieder einen Kritikpunkt. Wie bereits erwähnt, könnt ihr in diesem Zelda-Teil kochen und es gibt wirklich sehr viele verschiedene Gerichte. Je nach Zutaten bieten die Speisen dann Kälte- und Hitzeschutz, erhöhen die Ausdauer oder geben euch zusätzliche Herzen. Aber warum sollte man diese Speisen kochen, wenn man sich durch Rüstungen gegen Hitze und Kälte schützen kann? Wieso mühselig Zutaten für Ausdauer- und Herz-Speisen suchen, wenn man sie doch mittels der Schreine aufstocken kann?

Hier wäre es schöner gewesen, wenn man mehr Wert auf die verschiedenen Gerichte gelegt hätte, zumal manche Zutaten wirklich schwer zu beschaffen sind. So gerät das Kochen schnell in den Hintergrund und man bereitet auf Dauer immer und immer wieder die selben Sachen zu, besonders Pilzgerichte werdet ihr so oft zu euch nehmen, dass sie euch eigentlich schon wieder aus euren spitzen Ohren rauskommen müssten. Ganz aufs Kochen solltet ihr allerdings nicht verzichten.

 

Vorsicht vor Blitzen

 

Aufgaben über Aufgaben
Interessanterweise erhaltet ihr kurz nach Spielbeginn direkt die Aufgabe, die Verheerung Ganon zu besiegen. Theoretisch könntet ihr also schnurstracks zu Schloss Hyrule marschieren und dem Bösewicht den Garaus machen. Viel Erfolg würdet ihr dabei wohl nicht haben, weil euch dort sehr starke Gegner erwarten und Ganon die volle Lebensenergie hätte. Aber wer weiß, vielleicht hat es der eine oder andere schon versucht?! „Wer wagt, gewinnt“ und mit der entsprechenden Ausrüstung könnte es ja klappen.

Der Großteil von euch wird wahrscheinlich eher den regulären Weg gehen und sich den zahlreichen Aufgaben widmen, die in The Legend of Zelda: Breath of the Wild auf ihn warten. In erster Linie sind das natürlich die vier Titanen, die euch beim Kampf gegen die Verheerung Ganon beistehen sollen, es gibt aber auch noch zahlreiche Nebenaufgaben, die die verschiedenen Bewohner Hyrules euch auftragen. Der eine will seine Liebste beeindrucken, ein anderer braucht gewisse Zutaten und wieder ein anderer verlangt Fotos bestimmter Orte.

Die Nebenaufgaben sind dabei aber nicht ganz so abwechslungsreich, wie sie euch anfangs vielleicht noch vorkommen, im Wesentlichen beschränken sie sich dann doch auf „Sammel xx davon“, „Bekämpfe xy Gegner“ usw.. Einzig die Sache mit den Fotos hat den Vorteil, dass ihr auch brav daran denkt, alles neue zu fotografieren, um euer Hyrule-Handbuch auf dem Shika-Stein zu vervollständigen. Zudem erhaltet ihr noch Erinnerungsfotos, die auf eurem Shika-Stein gespeichert werden.

Die Orte, die auf diesen Fotos zu sehen sind, solltet ihr finden, damit ihr Links Erinnerungen wiedererlangen könnt. Es ist allerdings nicht vonnöten, diese zu finden, um das Spiel abzuschließen. Das könnt ihr auch so, euch erwartet lediglich eine kleine Überraschung nach dem Abspann, wenn ihr alle Erinnerungen finden konntet. Im Grunde genommen gibt es für jede Sammeltätigkeit immer nur eine kleine Überraschung, die man nicht unbedingt braucht, sei es nun für Schreine, Krog-Samen oder eben Erinnerungen.

 

Von oben betrachtet

 

Die vier Titanen
Jedes Volk Hyrules stellte einst einen Kämpfer, der jeweils einen der großen Titanen steuern sollte. Doch der Kampf gegen Ganon hatte seinerzeit keinen Erfolg, weshalb ihr auch in dem Schrein gelandet seid, in dem ihr zu Spielbeginn aufwacht. Nun sind die Titanen von der Verheerung besessen und stellen eine Gefahr für Hyrule dar. Und wie könnte es anders sein, ihr sollt die vier Titanen befreien und sie für den Kampf gegen Ganon bereit machen. Dabei sind die vier Titanen sozusagen die Tempel in The Legend of Zelda: Breath of the Wild.

Diese vier Titanen müssen allerdings erst mal gefunden werden und da ist es doch gut, dass ihr in der Rolle von Link auf jeden Berg und jedes hohe Gebäude klettern könnt, um euch einen Überblick zu verschaffen. Dabei stoßt ihr auch auf spezielle Aussichtstürme, an deren Spitze die Kartendaten des jeweiligen Gebietes auf euren Shika-Stein geladen werden. Befindet ihr euch in einem Gebiet, in dem ein Titan ist, werdet ihr recht schnell auf diesen seitens der Bewohner aufmerksam gemacht.

Bevor ihr allerdings überhaupt in das Innere des Titanen gelangt, warten verschiedene Aufgaben auf euch, die ihr erfüllen müsst, um euch als würdig zu erweisen. Die vier Titanen stellen unterschiedliche Tiere dar und dementsprechend sind sie auch aufgebaut. Nachdem ihr in einem Titanen an die Karte gelangt seid, seht ihr dessen Aufbau und die Teile, die ihr bewegen könnt. Verschiedene Siegel müssen gelöst werden, um den Titanen zu befreien, in jedem Titan wartet dann noch ein Endgegner auf euch.

Die Schwierigkeit der Titanen variiert, geübte Spieler schaffen es sicherlich in kurzer Zeit, alle Siegel zu lösen, manch einer verzweifelt aber auch an den vielen Rätseln durch die beweglichen Teile. Die Taktik der Endbosse habt ihr aber recht schnell durchschaut, zumal euch der „Pilot“ des jeweiligen Titans mit Tipps versorgt, ob ihr diese nun wollt oder nicht. Nach dem Sieg über den Titan-Boss bekommt ihr noch eine spezielle Fähigkeit.

Warum ihr diese Titanen machen solltet? Nun, dank ihrer könnt ihr euch im Endkampf gegen die Verheerung Ganon einen entscheidenden Vorteil verschaffen.Der Kampf gegen Ganon ist zwar nicht unbedingt der schwerste, jegliche Hilfe ist aber trotzdem schön. Besonders wenn ihr euch mit Masterschwert und Hyrule-Schild eingedeckt habt, dürftet ihr recht fix als Sieger aus diesem Kampf hervorgehen.

 

Die Zora-Heldin

 

Guckst Du, hörst Du, steuerst Du
Kommen wir hier zur wesentlichen Neuerung in The Legend of Zelda: Breath of the Wild – der Sprachausgabe. In Zwischensequenzen und Cutscenes erwarten euch tatsächlich gesprochene Texte, nur Link bleibt weitestgehend stumm. Im eigentlichen Spiel beschränkt sich die Sprachausgabe aber auf gelegentliche Ausrufe der Bewohner, wie man es schon aus anderen Zelda-Teilen gewohnt ist, wohl jeder kennt noch das „Hey listen“ der Fee Navi, die uns in „The Legend of Zelda: Ocarina of Time“ begleitet hat.

Zu sehen bekommt ihr eine wirklich schöne und abwechslungsreiche Spielwelt, die euch in verschneite Gebirge, verregnete Wälder und heisse Vulkan- und Wüstengegenden führt. Die Animationen der Charaktere sind flüssig und die Lippensynchronität lässt manches Spiel neidisch werden. Auch die Umgebungsgeräusche sind stets passend, auf Hintergrundmusik müsst ihr allerdings größtenteils verzichten, insgesamt geht es im Spiel doch sehr sehr ruhig zu. Der Abwechslungsreichtum der Gegner lässt ebenfalls etwas zu wünschen übrig.

Gesteuert werden kann wahlweise mit dem Wii U-Gamepad oder dem Pro Controller, wobei ihr bei letzterem trotzdem das Gamepad griffbereit haben solltet, da es in manchen Schreinen gebraucht wird. Die Steuerung mit dem Pro Controller geht gut von der Hand, mit dem Gamepad ist sie für manchen etwas gewöhnungsbedürftig. Die Tasten sind sinnvoll belegt, manche Menüs sind aber nur etwas umständlich zu erreichen.

 

Prinzessin Zelda

 

Fazit:
The Legend of Zelda: Breath of the Wild ist auf jeden Fall ein guter Zelda-Teil, aber beileibe nicht der beste Teil der Serie. Zwar erwartet euch eine große Spielwelt, die ihr frei erforschen dürft, allerdings wirkt diese oftmals recht leer. Die Idee mit dem Kochen ist mit Sicherheit innovativ, jedoch wird es durch die vielen Rüstungen für jede Gelegenheit zu sehr in den Hintergrund gedrängt. Die vier Titanen sind gut gestaltet, können aber meiner Meinung nach nicht mit den Tempeln vergangener Teile mithalten.

Auch die Fähigkeit, Wildpferde zu zähmen ist anfangs nett, allerdings werdet ihr recht schnell merken, dass es sinnvoller ist, sich ohne Pferd fortzubewegen, da ihr zum einen ziemlich viel klettern werdet, zum anderen findet ihr wahrscheinlich nur so die Krog-Samen und sammelt Zutaten oder fotografiert Dinge. Der Kampf zu Pferd gestaltet sich oft hakelig, weil die Pferde nicht immer so reagieren, wie ihr wollt. Die Nebenaufgaben könnten gerne abwechslungsreicher sein, mit der Zeit sieht man eigentlich keinen Grund mehr, alle zu erfüllen.

Insgesamt wird in The Legend of Zelda: Breath of the Wild viel Backtracking von euch verlangt, um an bestimmte Items zu gelangen, Bewohner für euer errichtetes Dorf zu finden oder Schreine zu entdecken, die ihr bis dato nicht erreichen konntet. Der Anreiz, alles zu lösen und zu entdecken, bleibt leider auf der Strecke, allein deswegen schon, weil ihr theoretisch direkt nach Spielbeginn das eigentliche Spielziel erfüllen könnt, mit mehr oder weniger kleinen Abstrichen.

Abschließend kann ich sagen, dass sich der Kauf von The Legend of Zelda: Breath of the Wild zwar lohnt, weil euch eigentlich viel geboten wird und ihr jede Menge zu tun habt/haben könnt, es aber kein unbedingter Pflichtkauf ist, als den ihn viele hinstellen. Ich betrachte das Spiel als Titel, der gut und gerne lange beschäftigen kann, aber insgesamt nicht so viel Charme hat, wie zurückliegende Zelda-Teile.

 

Pro:

- Große Spielwelt

- Viele Nebenaufgaben & Rätsel

- Skika-Stein

- Gute Sprecher

- Kochen möglich

- Viele verschiedene Rüstungen

Contra:

- Das Ausprobieren neuer Rezepte gerät schnell in den Hintergrund

- Spielwelt präsentiert sich sehr still und wirkt oft leer

- Aufgaben zu repetitiv

 

Getestet auf: Wii U

 

 

Media

  • Releasedatum: Freitag, 03 März 2017
  • Genre: Action-Adventure
  • Altersfreigabe: USK: 12
  • Plattform(en): Wii U, Switch
  • Sprache(n): Deutsch