Virtual Rides 3 - Der Fahrgeschäftsimulator

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Wer dreht nicht gerne eine Runde über einen Kirmesplatz? Leckereien an jeder Ecke und nicht zuletzt oft aufregende und unterhaltsame Fahrgeschäfte lassen wohl nur wenige kalt. Wie wäre es denn, wenn ihr einmal selbst die Chance bekommt, einen Kirmesplatz weitestgehend an eure Wünsche und Vorstellungen anzupassen und euch an die Steuereinheit der Fahrgeschäfte zu setzen? Diese Möglichkeit bekommt ihr jetzt, zumindest virtuell. In Virtual Rides 3 dürft ihr das Kirmesleben von der anderen Seite kennenlernen.

 

Jahrmarkts- und Vergnügungspark-Simulationen gibt es bereits einige. Ob es nun die altehrwürdige Rollercoaster Tycoon-Reihe ist, der neue Stern am Rummelplatzhimmel Planet Coaster oder andere, Möglichkeiten, den Vergnügungspark eurer Träume zu bauen, gibt es viele. Virtual Rides 3 ist jedoch anders, denn einen Aufbaupart gibt es hier nicht. Stattdessen bietet euch das „Spiel“ einen Kirmesplatz, auf dem unzählige Buden und 12 Fahrgeschäfte stehen. Ihr bekommt die Möglichkeit, die vorhandenen Objekte farblich euren Vorstellungen anzupassen und die Fahrgeschäfte mit Lichteffekten und zum Beispiel Nebelwerfern auszustatten.

Schnappt euch das Mikrofon
Eigene Musikstücke bringt ihr dabei genau so einfach ins Spiel, wie etwa die Ansagen, die ihr vom Kirmesplatz her kennt. Schnappt euch einfach ein Mikrofon und schlüpft in die Rolle des Sprechers. Hierbei stehen euch Effekte wie Echo und verschiedene Stimmfarben zur Wahl. Ziel dabei ist es, die virtuellen Besucher der Kirmes zu unterhalten. Nur wenn die zufrieden sind, erhaltet ihr Smilies, die als Währung gelten. Um jedes Fahrgeschäft zu modifizieren, müsst ihr davon nämlich reichlich sammeln.



Das ist ein wenig schade, denn der Wirtschaftspart, der dadurch ins Spiel kommt, ist in Virtual Rides 3 eher überflüssig als spaßig. Da der Titel ja daraus besteht, dass ihr euch mit den Fahrgeschäften beschäftigt, ist es eher nachteilig, dass ihr oft warten müsst, bis ihr euch den Zugriff auf das nächste Fahrgeschäft leisten könnt. Eine echte spielerische Note ist in Virtual Rides 3 sowieso eher nicht vorhanden, es dreht sich eher um die Simulation der Fahrgeschäfte und um die Anpassung deren Optik.

So könnt ihr den Namen eines Fahrgeschäfts festlegen, der dann auf der LED-Anzeige am Eingang angezeigt wird, die Farben anpassen, Nebelmaschinen platzieren, Laserstrahlen einsetzen und deren Farbe bestimmen, die Musik auswählen und vieles mehr. Während der Fahrt könnt ihr das Geschehen aus mehreren Kameraperspektiven verfolgen und munter hin- und herschalten. Echtes Kirmesfeeling kommt dabei besonders dann auf, wenn die Sonne untergeht. Sobald die zahllosen Lichter den Charme auf den Kirmesplatz bringen und ihn in diese ganz besondere Atmosphäre tauchen, huscht bei vielen Spielern wohl ein Lächeln übers Gesicht.

Leider kommt die Performance des Spiels nicht hinterher, denn auch auf stärkeren Systemen drücken die vielen Licht- und Nebeleffekte, die Menge an Besuchern und zum Beispiel aufkommender Regen gewaltig auf die Spielbarkeit. Läuft Virtual Rides 3 meist recht stabil und flüssig, kommt es bei zu vielen Animationen oft zu starken Rucklern. Das passiert auch, wenn ihr euch zu Fuß schnell durch den Park bewegt. Zwar könnt ihr etwas dagegensteuern, indem ihr die Qualität der Grafik runterregelt, dann geht jedoch der gewisse Flair des Titels verloren.



Für Simulationsfreunde
Der Spieleinstieg ist nicht gerade einfach. Zwar ist ein Tutorial vorhanden, das ist jedoch eher lückenhaft und verschweigt mehr Funktionen, als dass es welche erklärt. Die Grundsteuerung erlernt ihr hier zwar, mehr jedoch nicht. Somit bleibt euch nur, durch Ausprobieren rauszufinden, wie ihr auf diverse Optionen der Kameras zugreift, wo ihr bestimmte Anpassungen vornehmt oder was es überhaupt mit der Währung auf sich hat, durch die ihr weitere Fahrgeschäfte modifizieren könnt.

Als „Spiel“ im eigentlichen Sinne kann Virtual Rides 3 sowieso nicht bezeichnet werden, denn dafür bietet es zu wenig „spielerische Funktionen“. Es gibt wie gesagt keinen Aufbaupart, euch muss klar sein, dass ihr nur diesen vorhandenen Park ablaufen und modifizieren könnt und dürft. Simulationspuristen werden sich dabei jedoch stundenlang austoben können, für viele andere dürfte das zu wenig sein. Möchtet ihr also euren eigenen Park kreiern, seid ihr in Virtual Rides 3 ganz klar an der falschen Adresse.

Optisch kann sich der Titel für eine Simulation sehen lassen. Zwar bewegen sich die Besucher des Rummelplatzes ein wenig steif durch die Gegend, damit kann man sich aber auf Dauer anfreunden. Sehr gelungen sind die schönen Lichteffekte, die gerade bei Nacht die Fahrgeschäfte toll aussehen lassen. Euer Rechner sollte hier jedoch viel Leistung bringen, sonst verkommt das Spiel schnell in eine Ruckelorgie. Die vorhandenen Musikstücke sind in Ordnung, sehr schön ist, dass ihr eure eigenen sehr leicht ins Spiel bringen könnt. Die Steuerung ist simpel, zumindest wenn ihr euch einige Minuten mit den Menüs beschäftigt habt.



Fazit:
Virtual Rides 3
zu bewerten ist nicht gerade einfach. Euch muss klar sein, dass es sich um kein Spiel im klassischen Sinne handelt, sondern wirklich um eine Simulation. Die 12 Fahrgeschäfte, die euch der Titel bietet, wurden jedoch sehr gut umgesetzt und auch die Möglichkeiten, sie an eigene Bedürfnisse anzupassen, gehen vollkommen in Ordnung. Ihr habt sogar die Möglichkeit, den Park mit einer VR-Brille zu erkunden, um noch tiefer ins „Spiel“geschehen einzutauchen.

Mir persönlich reicht das jedoch nicht aus, denn zu schnell hatte ich alle Möglichkeiten entdeckt. Das wäre noch schneller möglich, wenn ich nicht durch den künstlichen Wirtschaftspart ausgebremst würde, der in Virtual Rides 3 gepackt wurde. Dieser bewirkt lediglich, dass ihr nicht sofort alles modifizieren könnt und die „Spiel“zeit gestreckt wird. Simulationsfreunde werden mit Virtual Rides 3 sicher ihren Spaß haben, alle anderen, die mehr als eine Simulation des vorhandenen Parks erwarten, sind hier fehl am Platz.

 

Pro:

+ 12 gut umgesetzte Fahrgeschäfte
+ viele Anpassungsmöglichkeiten
+ Tag- und Nachtwechsel, unterschiedliches Wetter
+ Übersichtskarte
+ gelungene Lichteffekte

Contra:

- Performanceprobleme, auch auf stärkeren Rechnern
- unnötiger Wirtschaftspart
- zu kurzes Tutorial
- keine „echten“ spielerischen Inhalte

 

 

Getestet auf: PC (AMD FX8350, Win 7 64bit, Radeon RX 480, 16 GB RAM)

 

Media

  • Genre: Action