LEGO Der Hobbit

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Was ist klein und hat behaarte Füße? Richtig, ein Hobitt. Und was ist klein, hat behaarte Füße und spielt mit kleinen bunten Klötzchen? Genau: LEGO Der Hobbit. Gut, mit kleinen bunten Klötzchen spielt der nun nicht gerade, sondern eher mit großen bösen Drachen, aber zumindest bewegt er sich in einer Welt voller bunter Lego-Steine. Ob er sich hinter diesen besser verstecken sollte oder doch ins Rampenlicht rückt?

Direkt zu Beginn sei gesagt, dass ihr bei LEGO Der Hobbit nur die ersten beiden Episoden spielen werdet, also genau die, deren filmische Gegenstücke bereits als DVD und Blu-Ray erschienen sind. Sowohl in Der Hobbit: Eine unerwartete Reise, als auch in Der Hobbit: Smaugs Einöde wird euch dabei wieder gewohnte LEGO-Kost spendiert, wie ihr sie schon aus vielen anderen Spielen von Traveller`s Tales kennt. Dabei besteht Der Hobbit zum einen aus den Missionen, die die Handlung der beiden Filme bieten, als auch aus einer recht großen freien Spielwelt, in der viele Nebenaufgaben auf euch warten.

Die Missionen dürft ihr zudem einmal im Geschichten-Modus spielen, wobei dann die dort spielbaren Charaktere vorgeschrieben sind, aber auch im Freien Spiel, in dem ihr dann mit allen Charakteren durch die Missionen wuseln dürft, die ihr bereits freigespielt habt. Gut 100 Charaktere sind es, die ihr sowohl in den Missionen freischaltet, einige aber auch nur auf der offenen Weltkarte finden könnt. Allerdings sind die Fundorte auf der Karte des Spiels verzeichnet, ihr müsst daher nicht jedes Eckchen durchsuchen.

Im Vergleich zu bisherigen LEGO-Spielen gibt es einige Neuerungen, die erwähnenswert sind. Zum einen ist dies der Baumodus, der gelegentlich ins Spiel kommt. Dieser besteht aus einem Minispiel. In dem Minispiel wird ein LEGO-Objekt gebaut, jedoch ist es an euch, hier und da das richtige Teilchen einzufügen. Hierzu seht ihr ein Auswahlrad, in dem neben dem richtigen Teil einige falsche vorhanden sind. Klickt schnellstmöglich das richtige Teil an, damit das Minispiel weitergeht. Habt ihr dies einige Male geschafft, bekommt ihr eine Ladung Studs - die Währung in den LEGO-Spielen - spendiert. Wie viele dies sind, liegt an der Zeit, die ihr zum Zusammenbau benötigt habt. Außerdem gibt es Abzüge, wenn ihr ein falsches Teil angeklickt habt.

Die zweite Neuerung sind die sogenannten Kumpelangriffe. Immer wieder steht ihr vor dicken Gegnern, die eine LEGO-Figur allein nicht besiegen kann. Sobald der Gegner geschwächt ist schnappt ihr euch daher euren Partner, nehmt ihn auf die Schulter und attackiert gemeinsam den Unhold. Ab und zu findet ihr zudem dicke Felsstücke, die nur auf diese Art und Weise zu beseitigen sind. Leider hat Traveller`s Tales den Kumpelangriff nicht ganz durchdacht. Spielt ihr zu zweit und drücken beide die nötige Taste, passiert nämlich gar nichts. Daher solltet ihr euch absprechen, wer die Kumpelangriffe auslöst, um nicht zu viel Zeit zu verlieren.

Wie bereits erwähnt, gibt es neben den Missionen jede Menge kleinere Aufgaben, die in der offenen Spielwelt auf euch warten. Jedoch sind diese nicht sofort verfügbar. Je mehr Missionen ihr erfolgreich absolviert, umso mehr Aufgaben spielt ihr für die Weltkarte frei. Dort sammelt ihr dann neue Charaktere, Mithrilsteine und mehr. Zerstört ihr ein LEGO-Objekt, von denen es wieder jede Menge gibt, fallen in LEGO Der Hobbit nämlich nicht nur Studs aus diesem heraus, sondern auch andere Objekte. Mal Holz, mal Steine oder aber gleich Diamanten, die ihr aus Vorkommen klopft. Diese benötigt ihr dann, um diverse Objekte in der LEGO-Welt zusammenbauen zu können.

Außerdem sind die Rohstoffe wichtig, um beim Schmied Ausrüstungsteile zu schmieden. Auch dies geschieht in einem kleinen Minispiel, in dem ihr zum richtigen Zeitpunkt die auf dem Bildschirm angezeigte Taste drücken müßt. Das klingt nun nach einer Menge Umfang, was auch nicht verkehrt ist, leider kränkelt das Spiel an vielen kleinen Dingen.

Zum einen treten hin und wieder massive Ruckler in der PS4-Version auf. Besonders dann, wenn ihr zu zweit spielt und beide Spieler gleichzeitig die Schnellreisefunktion benutzen, kommt es zudem gelegentlich zum Absturz des Spiels. Dann hilft nur ein Neustart. Auch wenn das schnell erledigt ist und nach jeder erfüllten Aufgabe automatisch gespeichert wird, ist dies mehr als nervig.

Zudem passiert es, dass - wenn ihr beispielsweise in eine kleine Höhle geht, von denen es einige in der Spielwelt gibt - der zweite Spieler ungewollt ebenfalls dorthin geportet wird. Sind beide Spieler gerade an ganz anderen Ecken auf der Weltkarte unterwegs, nervt auch das. Für viele Nebenaufgaben müsst ihr wieder in bestimmte Missionen zurückkehren, um dort Sammelobjekte zu holen. Auch das streckt das Spiel mehr, als es nötig gewesen wäre.

Optisch kann sich LEGO Der Hobbit sehen lassen. Auf der PS4 gibt es keinerlei Kantenflimmern und hübsche Spiegelungen. Dafür leidet der Titel immer wieder unter Kameraeinstellungen, in denen ihr eure Spielfigur kurzzeitig aus den Augen verliert. Dafür stimmt der Sound, denn ihr bekommt viele Musikstücke aus den Filmen zu hören. Das gilt auch für die Dialoge, denen ihr immer wieder lauschen könnt.

Fazit:
Zwar ist LEGO Der Hobbit kein schlechtes Spiel, hat aber viele kleine Macken und ist einfach zu kurz geraten. Durch die Nebenaufgaben, die auf der Weltkarte zu finden sind, wird das Spiel zwar gestreckt, die eigentlichen Missionen bieten jedoch einfach zu wenig. Hier hätte man besser gewartet, bis auch der letzte Teil der Hobbit-Trilogie im Kino ist und diesen dann direkt mit ins Spiel packen sollen.
So sitzt man nach den Missionen erst einmal da und hat dieses dumme Gefühl, dass dem Spiel sein Ende fehlt, was ja nunmal auch der Fall ist. Hinzu kommen viele kleine Bugs, die auf Dauer mehr ärgern, als dass die Neuerungen Spaß machen.
Auch wenn die Grafik durchweg gelungen und der Sound eh mehr als hörenswert ist, gibt es andere LEGO-Titel, die einfach besser sind. Schade, ich hatte mich auf LEGO Der Hobbit gefreut, empfehlen kann ich das Spiel diesmal nur denen, die alle LEGO-Titel haben wollen.

Media

  • Releasedatum: Freitag, 11 April 2014
  • Preis: 29,99 €
  • Genre: Action-Adventure
  • Altersfreigabe: USK: 6
  • Sprache(n): Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch