Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence

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Strategiespiele auf Konsolen gibt es hierzulande nicht viele. Bei der aktuellen Konsolengeneration wurden die Publisher allerdings ein wenig mutiger und immer öfter erscheinen auch Spiele auf diesen Plattformen, die bisher PC-Spielern überlassen waren. Gleiches gilt auch für japanische Spiele, die inzwischen immer öfter auch bei uns in den Handel kommen, wenn auch mit ein wenig Verzögerung.

Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence gehört genau zu diesen beiden Gruppen. Es handelt sich um ein Strategiespiel und der Titel gehört zu einer Serie, die in Japan seit knapp 30 Jahren fester Bestandteil auf dem Spielemarkt ist. Jetzt endlich hatte Koch Media den Mut, den Titel auch in Europa in den Handel zu bringen. Schauen wir doch einmal, was uns bei diesem Spiel erwartet.

Schon zu Beginn sei eines gesagt: Ihr solltet die englische Sprache beherrschen, denn ohne halbwegs vernünftige Kenntnisse werdet ihr das Spiel und dessen Geschichte nicht verstehen. Auf eine deutsche Übersetzung wurde, wie bei Japan-Spielen leider immer noch üblich, verzichtet und lediglich englische Texte ins Spiel gebracht. Gehört ihr zu den Spielern, denen das nichts ausmacht, solltet ihr weiterlesen, denn mit Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence erwartet euch mehr als ein simples Strategiespiel.

Im Gegenteil, hier erwartet euch sogar ein richtiger Brocken, der es leicht mit westlichen Serien aufnehmen kann. Geschichtlich werdet ihr im Spiel ins 15. und 16. Jahrhundert geworfen. Dass es sich bei der Erzählung um die damalige japanische Geschichte dreht, wird jetzt niemanden verwundern. In der Zeit der Sengoku-Ära wurde auch Oda Nobunaga geboren, der sich später zu einem der berühmtesten Feldherren der japanischen Geschichte mauserte. In genau dieser Zeit greift ihr ins Spiel ein und sollt/wollt zum erfolgreichsten und mächtigsten Feudalherren aufsteigen.

Doch das ist leichter gesagt, als getan. Aber zum Glück stehen euch Ratgeber zur Seite, die euch insbesondere den Start ins Spiel erleichtern wollen. Um deren Hilfe in Anspruch zu nehmen, solltet ihr euch das sehr umfangreiche Tutorial anschauen. Knapp zwei Spielstunden könnt ihr in ihm verbringen um die Grundlagen des Spiels zu erlernen. Es handelt sich hier aber wirklich nur um die Grundlagen, denn das Spiel ist mit seinen Möglichkeiten viel zu komplex, euch im Tutorial wirklich alle Feinheiten zu erklären.

Um euch jedoch nicht ganz alleine zu lassen, tauchen auch im späteren Spielverlauf immer wieder Textkästen auf, die euch mit weiteren wichtigen Informationen versorgen. Als Strategieneuling werdet ihr die Flut an Informationen, die in diesen ersten Spielstunden auf euch niederprasselt, nur schwer verdauen. Beisst ihr euch aber durch, werdet ihr nach und nach mit einem sehr komplexen Strategiespiel belohnt, dass euch sehr lange an den Bildschirm fesseln wird. Selbst Profis brauchen ausreichend Sitzfleisch, um sich in Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence einzuarbeiten.

Auch als alter Strategie-Hase werdet ihr in den ersten Missionen kaum Erfolge für euch verbuchen können, da ihr nur durch Herumprobieren lernt - und dabei insbesondere in den ersten Spielstunden auch immer wieder Fehlentscheidungen treffen werdet. Schon die Wahl, welchen Kriegsherren ihr übernehmt, kann über Sieg und Niederlage entscheiden. Jeder von den spielbaren Anführern besitzt spezielle Eigenschaften. Dabei spielt es keine große Rolle, ob eure Wahl auf einen Charakter fällt, der bereits über viele Ländereien verfügt, oder eher über einen solchen, der gerade am Anfang seiner Karriere steht und sich erste Lorbeeren erst einmal verdienen muss.

Das A und O in Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence ist die gewissenhafte und strategische Planung. Im Idealfall schafft ihr es, wie beim Schach, einige Züge im voraus zu planen, nur dann werdet ihr einen Erfolg nach dem anderen erzielen. Eure Ziele setzt ihr euch in der Regel selbst, das Spiel lässt euch oftmals freie Hand. Zwar könnt ihr den Tipps eurer Berater folgen und deren Aufgaben in Angriff nehmen, ihr könnt allerdings auch aus einer Liste von Aufgaben auswählen, was ihr als nächstes erreichen wollt. Startet hier mit kleinen Zielen, um nicht zu lange Prügel einzustecken, statt gleich zu mächtige Armeen anzugreifen. So könnt ihr euch zum Beispiel darauf konzentrieren, eure Städte auszubauen, Farmen zu errichten oder deren Verteidigungsanlagen zu verstärken.

Das sind nur wenige Beispiele von den Optionen, die euch innerhalb der Städte zur Verfügung stehen. Die Städte könnt ihr alle per Hand verwalten, müsst es aber nicht. Auf Wunsch könnt ihr Offiziere abstellen und ihnen Entscheidungsfreiheit lassen, so dass sie eine oder mehrere eurer untergebenen Städte leiten und ausbauen. Das gibt euch die Möglichkeit, euch vollkommen auf den kriegerischen Part des Spiels zu konzentrieren. Seid ihr mit den Entscheidungen eines Offiziers nicht einverstanden, könnt ihr natürlich jederzeit selbst Hand anlegen, um einer Stadt euren Stempel aufzudrücken.

Weitere Landstriche könnt ihr nur bekommen, indem ihr sie ihren Besitzern streitig macht. Schlachten laufen dabei in Echtzeit ab. In diesem Bereich des Spiels könnt ihr wieder Offiziere dazu abstellen, eure Truppen zu leiten. Wollt ihr das lieber selbst in die Hand nehmen, ist das natürlich kein Problem. Truppen müssen aufgestellt, Taktiken festgelegt und Spezialfähigkeiten im richtigen Moment aktiviert werden. Meist befehligt ihr nur wenige Einheiten, um die Übersicht auf dem Schlachtfeld zu wahren. Gelingt es euch, eine Schlacht zu gewinnen, fällt die Region in eure Hände und ihr könnt sie verwalten. Je mehr Ländereien ihr in euren Besitz bringt, umso mehr bekommt ihr zu tun, wenn ihr nicht zu viele Offiziere mit solchen Aufgaben betraut. Die Geschichte wird im Laufe der Kampagne mittels Portraits und Texteinblendungen erzählt, Sprachausgabe findet ihr nur sehr selten.

Optisch kann sich das Spiel sehen lassen. Dank vieler Zoomstufen könnt ihr sehr weit in die Städte und Ländereien hineinsehen. Baut ihr etwas, dauert es einige Zeit, bis der Bau abgeschlossen ist. Dabei vergehen diverse Spielrunden, wieviele das sind, liegt am Bauauftrag. Leider wurde das Interface nicht an die Controllersteuerung angepasst, ihr merkt an jeder Ecke, dass der Titel für den PC optimiert wurde. So klickt ihr euch oft durch viele Untermenüs, bis ihr endlich zur eigentlichen Funktion gelangt. Der Soundtrack ist sehr gelungen, was bei japanischen Spielen aber fast zur Tagesordnung gehört.

Fazit:
Mit Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence schaffte es nach gut 30 Jahren endlich ein Titel der Serie, auch in Europa veröffentlicht zu werden. Zwar erwartet euch hier "nur" japanische Geschichte, Fans von ihr werden sich aber gerade darüber sehr freuen. Leider können wir in unserem Review nicht auf alle Möglichkeiten des Spiels eingehen, da deren fast unüberschaubare Menge den Artikel sprengen würde. Nach und nach baut ihr Städte aus, verwaltet Ländereien und schaut, das eure Armee zu einer schlagkräftigen Truppe anwächst.
Mit ihr versucht ihr anschließend, den anderen Feldherren ihre Ländereien abzunehmen. Doch nicht nur auf kriegerische Weise ist das möglich, auch die Diplomatie spielt eine große Rolle in Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence. Sucht euch mächtige Verbündete oder untergrabt auf diese Weise deren Absichten. Die Schlachten finden auf speziellen Schlachtfeldern statt und ihr könnt auf Wunsch selbst in sie eingreifen. Positioniert Truppen und gebt ihnen Anweisungen, um eure Gegner das Fürchten zu lehren.
Möchtet ihr das Wohl von Städten oder Teilen eurer Armee nicht selbst in die Hand nehmen, könnt ihr solche Dinge euren Offizieren überlassen. Gut 2.000 stehen im Spiel zur Auswahl, dabei unterscheiden sie sich insbesondere durch ihre Spezialfähigkeiten. Trefft ihr die richtigen Entscheidungen, werdet ihr nach und nach zum erfolgreichen Feldherren aufsteigen. Insbesondere der Anfang und die ersten Spielstunden benötigen aber ein gewisses Sitzfleisch, da ihr euch in diesen Titel erst einmal reinarbeiten müsst. Das Tutorial hilft euch, die Grundlagen zu erlernen, alles andere lernt ihr nur, indem ihr es austestet.
Dabei ist in erster Linie wichtig, dass ihr die englische Sprache beherrscht, eine deutsche Übersetzung gibt es nicht. Optisch kann sich Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence sehen lassen, zumindest für ein Strategiespiel. Effektfeuerwerke solltet ihr hier keine erwarten, dafür schön gestaltete Bauwerke und abwechslungsreiche Landstriche. Die musikalische Untermalung ist mehr als gelungen und bringt die richtige Stimmung ins Spiel. Auch wenn es keinen Mehrspielerpart gibt, könnt ihr mit diesem Titel unzählige Stunden verbringen, da die Möglichkeiten, die er euch bietet, immens sind. Für Strategiefans, die gerne auf der Konsole spielen, ein absolutes Muss!

Media

  • Releasedatum: Freitag, 04 September 2015
  • Preis: 17,02 €
  • Genre: Strategie
  • Altersfreigabe: USK: 12 / PEGI: 12
  • Plattform(en): PS4