The Wonderful 101

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Die Wii U kränkelt noch ein wenig und leidet unter fehlendem Software-Nachschub. Zwar kommt dieser langsam in die Gänge, bis auf Pikmin 3 erschienen aber zuletzt keine wirklichen Kaufgründe für Nintendos HD-Konsole. Nun schickt der Publisher gleich 100 Superhelden ins Rennen, um die Spielerschaft an die Konsole zu locken. Ob dies gelungen ist?

Die Geathjerks bedrohen die Erde. Die fiesen Ausserirdischen haben es sich zum Ziel gesetzt, den blauen Planeten zu unterjochen und schicken eine ganze Horde fieser Gesellen, um dies zu bewerkstelligen. Das ruft Will Wedgewood auf den Plan. Er ist Mitglied einer Superhelden-Gemeinschaft, die sich "The Wonderful 100" nennt. Und genau diese Truppe stellt sich nun tapfer den fiesen Ausserirdischen entgegen, um unseren Planeten zu verteidigen.

Diese Truppe und... der Spieler an der Wii U. Und aus genau diesem Grund heisst das Spiel auch The Wonderful 101 und nicht The Wonderful 100. Als 101. Held gehört der Spieler ab sofort zur Superheldentruppe. Da die Aliens nicht erst groß ankündigen, dass sie die Erde irgendwann übernehmen wollen, sondern einfach über den blauen Planeten herfallen, besteht nicht viel Zeit für Vorbereitungen. Und dieser Umstand trifft auch den Spieler, denn ihr werdet quasi ohne viel Grundwissen einfach ins Getümmel geworfen.

Erste Aliens greifen an, ihr bekommt kurze Hinweise, welche Taste wofür gut ist, wie ihr Superkräfte einsetzt usw.. Mehr nicht, alles recht knapp gehalten, dadurch alles recht stressig. Das jedoch gehört zum Spielprinzip in The Wonderful 101. Während der ersten Missionen lauft ihr zwar noch wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend, gewöhnt euch aber nach und nach an die Steuerung und lernt, deren Feinheiten gezielt einzusetzen. Weiterhin trefft ihr, je weiter ihr im Spiel vorankommt, auf weitere Superhelden der 101-Vereinigung.

Und zwar auf alle 100, wenn ihr sie denn alle findet. Jeder von diesen Superhelden hat eine kurze Biographie, hier wurde viel Liebe ins Detail gesteckt. Auch deren Eigenschaften werden dort auf witzige Weise beschrieben. Aber keine Sorge, ihr müsst nicht von 100 Helden die Moves auswendig lernen, sondern nur von einigen wenigen. Im Verlaufe des Spiels sucht ihr aber nicht nur die 100 Superhelden, sondern rekrutiert kurzerhand auch einen ganzen Haufen Zivilisten, damit diese euch zur Seite stehen.

Diese Zivilisten erhalten dann Superkräfte und schließen sich eurer Truppe an. Ähnlich wie in Pikmin 3 - und dies ist fast die einzige Ähnlichkeit zwischen den beiden Spielen - wuseln nach und nach immer mehr kleine Helden um euch herum. Da ihr Spezialfähigkeiten erlernt, ist die Größe eurer aktiven Gruppe auch nicht unwichtig. Wonder Red kann sich z.B. in eine massive Faust verwandeln, die ihr nicht nur auf Gegner niederprasseln lassen könnt. Je größer die Gruppe eurer Helden, umso größer auch die Faust. Je größer die Faust, desto mehr Schaden richtet sie an. Einfaches Prinzip, schlagkräftige Wirkung.

Insgesamt sieben solcher Spezialfähigkeiten erlernt ihr nach und nach automatisch. Neben der Faust könnt ihr euch beispielsweise noch in eine Kanone oder in eine Peitsche verwandeln. Auch ein Schwert darf hier nicht fehlen. Je nach Gegnertyp und -aufkommen bringen bestimmte Fähigkeiten mehr als andere. Wann ihr was einsetzt, werdet ihr im Spielverlauf herausfinden. Neben den vielen kleinen Gegnern trefft ihr auch immer wieder auf kleinere und auch sehr große Bosse. Diese präsentieren sich sehr unterschiedlich, so kommt bis zum Schluß keine Langeweile auf. Neben den Fähigkeiten, die ihr automatisch erlernt, dürft ihr weitere im Shop hinzukaufen.

Im Spiel sammelt ihr neben anderen nützlichen Gegenständen auch Münzen ein, mit denen ihr dann fröhlich einkaufen gehen könnt. Zu den anderen Gegenständen zählen dann beispielsweise Heilitems, die euch die Kämpfe ein wenig erleichtern werden.

The Wonderful 101 besteht allerdings nicht nur aus wilder Bildschirm-Action, sondern bietet auch immer wieder Rätselkost. Mal müsst ihr eure kleine Heldengruppe zu einer Brücke zusammenfügen, ein anderes Mal eine richtige Zahlenkombination für ein Schloß herausfinden usw.. Diese findet ihr in einem Gebäude. Sobald ihr es betretet, kommt das Gamepad ins Spiel. Auf dessen Bildschirm seht ihr nämlich, was im Gebäude passiert, während auf dem TV das Gebäude weiterhin von außen zu sehen ist. Dies ist zu Beginn etwas verwirrend, da ihr nicht direkt merkt, dass ihr auf beide Bildschirme achten müsst.

Aber auch sonst wird das Gamepad geschickt ins Spiel eingebunden. Um Spezialfähigkeiten einzusetzen, müsst ihr diese auf dem Gamepad "zeichnen". Ein Strich für das Schwert, ein Kreis, um Zivilisten einzusammeln, eine Pistole, um euch zur Kanone zu verwandeln und mehr. Einfach per Finger das gewünschte Objekt malen, schon könnt ihr die Fähigkeit verwenden. Wem dies zu stressig ist, der kann auf Wunsch diese Eingaben auch mit dem rechten Stick erledigen. Es wird eine Weile dauern, bis ihr die Steuerung im Schlaf beherrscht, einige Dinge erlernt ihr vielleicht sogar erst kurz vor Ende des Spiels. Kein Problem, ein weiterer Durchgang lohnt vom Spielspaß her trotzdem.

Optisch ist The Wonderful 101 zwar nicht das ultimative Highlight, geht aber trotzdem in Ordnung. Dafür kommt es zu keiner Zeit zu Rucklern, egal, wieviele Superhelden und Aliens sich gerade auf dem Bildschirm tummeln. Die Angriffe wurden mit ordentlichen Effekten aufgewertet und die Spezialfähigkeiten sehen klasse aus. Gerade die Vielzahl an Gegnern bringt ordentlich Abwechslung in die Kämpfe.

Der Soundtrack ist mehr als gelungen. Die fetzigen Tracks gehen ins Ohr und untermalen die Action sehr schön. Die Steuerung habe ich bereits erwähnt, man muss nach und nach mit dieser vertraut werden, ab und zu geht die Übersicht ein wenig flöten.

Und wer nicht alleine spielen will, der kann die einzelnen Storymissionen mit bis zu fünf Spielern bestreiten. Leider gibt es sonst keinen weiteren Multiplayer-Modus, es wäre sicher witzig gewesen, wenn zwei Spieler als Superhelden und die anderen als Aliens gegeneinander angetreten wären. Wer weiß, vielleicht denkt man an so etwas ja in einem möglichen Nachfolger?!

Fazit:
The Wonderful 101 ist mehr als eine Überraschung. Viele Berichte im Vorfeld verkündeten, dass das Spiel zu kurz werden wird und zu sehr Pikmin-like ist. Beides ist nicht der Fall: Gut 15-20 Spielstunden wird man mit der Story verbringen, was sich sehen lassen kann. Und mit Pikmin hat es außer dem Wuselfaktor kaum etwas gemeinsam.
Jede Menge Action wird euch in The Wonderful 101 geboten. Die Steuerung ist zwar erst sehr gewöhnungsbedürftig und ihr habt beim Spielstart gleich alle Hände voll zu tun, mit der Zeit werdet ihr die Feinheiten der Steuerung aber zu schätzen lernen. Die Missionen sind sehr abwechslungsreich und viele kleine Rätsel lockern die rasante Action auf.
Optisch geht das Spiel in Ordnung, auch wenn es hier nicht zu den Highlights zählt. Der Soundtrack überzeugt und präsentiert sich mit sehr passenden Tracks.
Wer von der Wii U noch nicht überzeugt ist, weil bisher kein passendes Spiel für ihn vorhanden ist, der sollte sich The Wonderful 101 unbedingt anschauen. Action, Spielspaß, Abwechslung - hier wird alles geboten. Daher bekommt The Wonderful 101 auch eine klare Kaufempfehlung von mir!

Media

  • Releasedatum: Freitag, 23 August 2013
  • Genre: Jump'n'Run
  • Altersfreigabe: USK: 12
  • Plattform(en): Wii U
  • Sprache(n): Deutsch