Agarest - Generations of War Zero

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Wer bereits länger zu den Computer- und Konsolenspielern gehört, hat vermutlich auch bereits einige rundenbasierte Rollenspiele gespielt. Diese Rollenspiele waren noch vor wenigen Jahren aktuell, bis sie schließlich von den RPGs mit Echtzeitkämpfen abgelöst wurden. Seitdem werden RPGs, in denen man noch nach alter Manier rundenbasiert kämpfen kann, immer seltener. Zumindest hierzulande, in Asien trifft man diese Vertreter nach wir vor in ordentlicher Menge an. Mit Agarest - Generations of War Zero schafft es nun wieder eines dieser Games nach Europa. Schauen wir doch einmal, ob rundenbasiert noch immer Spaß machen kann, oder ob der Titel quasi in Echtzeit untergehen wird...

Noch vor dem Spielen fällt bei Agarest - Generations of War Zero etwas sehr positiv auf. Hierzulande bekommt man das Game "nur" als Collectors Edition, dafür aber zum normalen Preis, bzw. sogar günstiger, als manch "normale" Version anderer Titel. Neben dem Game bekommt der geneigte Käufer noch folgende Inhalte:
- 3 3D-Kunstkarten
- Soundtrack auf CD
- A3-Poster
Demnach eine Menge Inhalt für schon fast kleines Geld, der sich sehen lassen kann. Kommen wir aber nun zu dem, was eigentlich interessiert, nämlich zum Game selbst.

Fans des Genres werden sich vielleicht schon gefragt haben, wieso ihnen der Titel so bekannt vorkommt. Das ist ganz einfach, denn Agarest - Generations of War Zero ist das Prequel zu Agarest - Generation of War, welches vor ca. zwei Jahren hierzulande in den Handel kam. Im Intro erfährt man nun, dass man sich etwa 1000 Jahre vor dem "Vorgänger"-Titel befindet, in die Rolle von Commander Sieghart schlüpft und, wie sollte es auch anders sein, mitten zwischen die Fronten in einem epischen Kampf gerät. Während die Schlacht zwischen Licht und Finsternis tobt, findet ihr euch plötzlich auf dem Schlachtfeld wieder und steht einem Kämpfer der Finsternis gegenüber. Dieser macht kurzen Prozess mit euch, ganz gleich, was ihr nun auch anstellt.

Nicht wundern, denn durch diese Niederlage beginnt das Spiel erst richtig. Sieghart lernt seine erste Begleiterin kennen, bekommt neue Fähigkeiten und zieht los, um der Finsternis heimzuleuchten. Mit der Zeit stossen noch weitere Begleiter zu der Gruppe, bis zu sechs können dann im Kampf aktiv teilnehmen. Wie gesagt, laufen die Kämpfe in Agarest - Generations of War Zero rundenbasiert ab, zudem ist noch eine Portion Taktik gefordert. Wer bereits den Vorgänger gespielt hat, wird sich hier gleich problemlos reinfinden, alle anderen werden nach wenigen Minuten keine Probleme mehr haben, ihre Recken zu platzieren, anzugreifen usw.
Kämpfe beginnen immer mit der Move-Phase, in der man seine Helden über die Karte schicken kann. Natürlich können diese nur eine begrenzte Anzahl an Feldern hin und her bewegt werden. Hat man alle Charaktere bewegt, ist die KI an der Reihe und bewegt die gegnerischen Charaktere. Danach geht es in die Action-Phase, in der nun Schaden gemacht oder z.B. geheilt werden kann usw.

Da jedoch nicht nur mit einfachen Zaubern oder Attacken angegriffen werden kann, besteht die Möglichkeit, seine Charaktere zu Teams zusammenzufügen. Hierzu müssen diese in richtiger Position zueinander auf dem Spielfeld platziert werden und können dann spezielle Angriffe starten, die natürlich zum einen wesentlich mehr Schaden anrichten, als normale Attacken, zum anderen optisch sehr ansprechend dargestellt werden. Da man jedoch zu Beginn nicht weiß, wer wie zu wem stehen muß, sollte man ausgiebig rumprobieren. Nur so lernt man nämlich die Anfangskombinationen. Im weiteren Spielverlauf kann man weitere Kombinationen hinzukaufen, zudem ist es im späteren Spielverlauf möglich, verschiedene Grundtypen von Spielfeldern zu wählen, auf denen dann die Kämpfe stattfinden. Natürlich bringen die unterschiedlichen Karten diverse Vor- und Nachteile mit sich. So sind manche Karten eher für magiebegabte Charaktere sinnvoll, andere eher für Nahkämpfer usw.

Es besteht übrigens die Möglichkeit, die Kämpfe komplett in die "Hand" der KI zu legen. Man kann eine Auto-Funktion aktivieren, durch die alle Kämpfe automatisch ablaufen, ihr könnt euch dann also zurücklehnen und zuschauen. Und keine Sorge, die KI leistet hierbei sehr gute Arbeit, sie schafft es auch, Charaktere zu Teams zusammenzufügen usw.
Einziger kleiner Schwachpunkt hierbei ist, dass die KI gerne einmal das Heilen vergisst. Gerade bei Bossgegnern sorgt dieser Umstand dafür, dass eure Gruppe regelmässig die Radieschen von unten bestaunen darf...

Ausserhalb von den Kämpfen bewegt man sich recht linear durch die Welt. An diversen Punkten starten Events, die die Story vorantreiben, andere Bereiche führen wieder dazu, dass ihr Gegner besiegen müsst. Weiterhin gibt es Stellen, an denen ihr mit diversen weiblichen Charakteren flirten dürft, denn insgesamt neun holde Weiber streiten sich um die Gunst von Sieghart. Hier liegt es an euch, welches der neun Mädels ihr schlußendlich ehelicht. Ganz egal welche, auf jeden Fall resultiert hieraus ein Sohn, dessen Kampffertigkeiten dann ein wenig an die der Eltern angelehnt sind. Im Großen und Ganzen macht es aber keinen großen Unterschied, für welche der Damen ihr euch entscheidet.

Natürlich kommt ihr hin und wieder auch in eine Stadt. In diesen darf dann ausgiebig geshoppt, neue Ausrüstung besorgt, alte verkauft werden. Weiterhin findet ihr in den Städten die Abenteurergilde. In dieser dürft ihr zum einen nach neuen Zaubern forschen, zum anderen könnt ihr euch einen oder mehrere von insgesamt 150 Titeln verdienen, die es für unterschiedlichste Aufgaben gibt. Insgesamt werdet ihr gut 80-100 Stunden verbringen, bis ihr das Ende des Spiels zu Gesicht bekommt. Ein ordentlicher Umfang, wie ihn leider viele andere Titel nicht mehr bieten.

Optisch sollte man bei Agarest - Generations of War Zero ganz klar nicht zu viel erwarten. Die Grafik ist quasi auf einer Mischung aus PS2 und SNES stehengeblieben, allerdings ist dies für Spiele dieses Genres schon fast normal. Das macht aber auch nichts, denn es kommt nicht immer nur auf die Optik an.
Der Sound ist da schon auf einem ganz anderen Level, denn die Hintergrundmusik ist sehr atmosphärisch und nervt zu keiner Zeit. Daher lohnt es sich, auch den mitgelieferten Soundtrack anzuhören.
Die Steuerung ist simpel, man wird nur wenige Minuten brauchen, bis man weiß, wie und wo man was findet.

Fazit:
Agarest - Generations of War Zero ist ein sehr ordentliches Japan-RPG. Die rundenbasierten Kämpfe sind fordernd, aber schaffbar. Wer jedoch alles automatisch erledigen läßt, wird gerade bei Bossgegnern oft den Kürzeren ziehen. Zwar kann der Titel optisch nicht vom Hocker reissen, aber dafür macht zum einen der Soundtrack und zum anderen die sehr hohe Spieldauer dieses Manko wieder wett. Allerdings sollte man über ausreichend Englischkenntnisse verfügen, denn übersetzt wurde hier nichts.
Mir hat Agarest - Generations of War Zero auf jeden Fall Spaß gemacht. Gerade in Zeiten, in denen es immer weniger rundenbasierte RPGs nach Europa schaffen, ist Agarest - Generations of War Zero ein sehr angenehmer Titel, den sich Rollenspielfans nicht entgehen lassen sollten.
Also, gebt dem Titel eine Chance und helft Sieghart bei seinem Kampf gegen die fiesen Finsternis-Fritzen!

Media

  • Releasedatum: Freitag, 30 Oktober 2009
  • Preis: 39,90 €
  • Genre: Rollenspiel
  • Altersfreigabe: USK: 12
  • Plattform(en): PS3
  • Sprache(n): Englisch/Deutsch