Ar Nosurge: Ode to an Unborn Star

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Entwickler Gust wird insbesondere Fans von japanischen Rollenspielen ein Begriff sein. Aus dem Hause der Spieleschmiede kommen unter anderem die Atelier-Titel, die schon seit vielen Jahren fester Bestandteil der JRPG-Szene sind. Ein wenig unbekannter ist eine andere Serie, die ebenfalls von Gust stammt: Ar Tonelico. Diese Trilogie wurde bereits vor einigen Jahren abgeschlossen, nun möchte man dieses Universum wieder mit neuem Spielefutter-Leben füllen. Ar Nosurge: Ode to an Unborn Star setzt vor den Geschehnissen von Ar Tonelico an, kann daher auch von denen gespielt werden, die diese Trilogie damals verpasst haben. Ob hier eine spannende, neue Spielereihe auf uns wartet, oder ob Gust sich doch lieber auf die kommenden Atelier-Titel konzentrieren sollte, lest selbst...

Der Planet ist zerstört, die letzten Überlebenden fliegen in einem riesigen Raumschiff durch die Weiten des Alls. Schon seit 5000 Jahren sind sie nun unterwegs, immer auf der Suche, eine neue Heimat zu finden. Leider sind sich die Überlebenden nicht immer einig und so kam es dazu, dass sich an Bord des Schiffs unterschiedliche Fraktionen gebildet haben, die sich sogar untereinander bekämpfen. In Ar Nosurge: Ode to an Unborn Star erlebt ihr die Geschichte zweier Pärchen, die zu den Überlebenden zählen. In den ersten Spielstunden seid ihr jedoch auf nur eines der Pärchen beschränkt, das andere hat erst später seinen Auftritt im Spiel. Leider zeigt sich schon in diesen ersten Stunden, dass die Geschichte des Spiels sehr holprig erzählt wird. Sind es am Anfang noch die vielen kleinen Tutorials, die den Spielfluß stetig unterbrechen, sind es im späteren Spielverlauf die vielen kleinen Nebengeschichten, die ihr in den soegannten Dive-Abschnitten erleben werden.

Durch diese kommt die eigentliche Geschichte immer wieder zum Erliegen und verkommt so schon fast zur Nebensache. Ar Nosurge: Ode to an Unborn Star unterscheidet sich etwas von anderen JRPGs, denn ihr steuert hier keine große Heldengruppe. Die Pärchen sind meist auf sich allein gestellt. Die jeweils zwei Charaktere haben dabei klare Rollen zugewiesen bekommen: Der eine ist für Angriffe mit einer Waffe zuständig und sorgt gleichzeitig dafür, dass sein Partner geschützt wird. Der andere kümmert sich währenddessen um die Song-Magie. Die Kämpfe bestehen stets aus mehreren Gegnerwellen. Je länger ihr dem Song-Magie-Charakter Zeit gebt, sich auf sein Lied zu konzentrieren, umso stärker wird dessen Angriff werden. Hierdurch könnt ihr gleich mehrere Wellen auf einmal von der Bildfläche fegen. Zuvor beschützt ihr daher mit dem "Nahkämpfer" den Partner und räumt erste Gegner mit dessen Waffe aus dem Weg. Zwar erscheint das Kampfsystem zu Beginn noch recht kompliziert, ihr gewöhnt euch dann jedoch sehr schnell an die Abläufe.

Kämpfe werdet ihr durch die vielen Tutorials in den ersten Spielstunden jedoch eher selten bestreiten, da diese euch in die anderen Eigenschaften des Spiels einführen. Einer der Charaktere führt zum Beispiel ein kleines Restaurant, um das ihr euch kümmern müsst. Zumindest glaubt er, dass er der Besitzer des Ladens ist, denn dieser wird ihm schon sehr bald quasi unter den Fingernägeln weggerissen. Trotzdem solltet ihr hier immer wieder vorbeischauen, um die kleinen Gespräche nicht zu verpassen und neue Gerichte zu kreieren. Wer die Atelier-Titel von Gust kennt, weiß, dass sich hier sehr viel um das Synthetisieren von Gegenständen dreht. Dieses System findet ihr auch in Ar Nosurge: Ode to an Unborn Star wieder. Ihr sammelt im Laufe des Spiels jede Menge Gegenstände ein. Dies sind zumeist Zutaten für Objekte, die ihr aus ihnen herstellen könnt.

Untermalt werden diese Herstellungsprozesse meist von kleinen, witzigen Zwischensequenzen, auf die ihr euch jedoch einlassen müsst. Sie gleichen oft japanischen Werbefilmchen und sind vermutlich nicht jedermanns Geschmack. Objekte findet ihr immer an den selben Orten. In den Szenen seht ihr an vielen Stellen hell aufleuchtende Symbole, untersucht ihr diese Stellen, sammelt ihr dort regelmässig Gegenstände ein. Da diese nach einiger Zeit erneut auftauchen, lohnt es sich, an bereits besuchte Orte zurückzukehren.

Wichtig in Ar Nosurge: Ode to an Unborn Star ist, dass sich die Charaktere innerhalb der Pärchen näher kommen. Hin und wieder dürfen sie dann ein "heisses Bad" nehmen, wodurch ihr besondere Eigenschaften freischaltet. Wie so oft in japanischen Rollenspielen sind diese kleinen Szenen leicht frivol, was einen als Fan solcher Spiele jedoch nicht stören sollte. Immerhin versprühen sie einen gewissen Charme. Wie geschrieben, kommt in den Kämpfen die Song-Magie zum Einsatz. Neue Lieder erlernt ihr nicht einfach so, sondern müsst hierzu in den Geist des entsprechenden Charakters abtauchen. Das geschieht in den Dive-Abschnitten des Spiels. In bestimmten Gebäuden könnt ihr gegen eine gewisse Summe eine Reise in den Geist der Charaktere unternehmen. Zwar sind die Geschichten oft recht aufschlußreich und erzählen Dinge, die euch das Ich der Charakter näher bringen sollen, leider sind sie oft recht zäh. Da ihr in diesen Szenen eher einer Geschichte folgt und kaum Handlungen ausüben dürft, vergeht hier viel Spielzeit, ohne dass ihr aktiv ins Geschehen eingreifen werdet.

Hierdurch wird leider, wie ebenfalls schon erwähnt, die eigentliche Geschichte immer wieder unterbrochen und der eigentliche Spielfluß kommt zum Erliegen. Etwas kürzere Dive-Abschnitte wären daher sinnvoller gewesen, als die Brocken, die euch immer wieder erwarten.

Optisch kann das Spiel leider nicht überzeugen. Freunde von Japan-Rollenspielen sind es jedoch gewohnt, dass sie oftmals mit alten Engines leben müssen. So auch in Ar Nosurge: Ode to an Unborn Star, welches in großen Teilen eher an ein PS2-Spiel erinnert. Hier und da mit netten Effekten gespickt, ist die übrige Optik eher trist und teilweise langweilig. Die Spielabschnitte sind hinzu fast immer sehr linear gehalten, verlaufen werdet ihr euch in diesem Spiel wohl nie. Auch weist euch das Spiel darauf hin, wenn ihr zwischen den Pärchen wechseln solltet, da ihr mit dem aktiven an eine Stelle gelangt seid, an der ihr derzeit nichts mehr erledigen dürft.

Dafür kann der Soundtrack überzeugen. Viele recht gute Musikstücke begleiten euch durch das Spiel. Die Steuerung ist weitestgehend simpel und übersichtlich, nur an die Kampfsteuerung müsst ihr euch ein wenig gewöhnen.

Fazit:
Ar Nosurge: Ode to an Unborn Star ist zwar kein schlechtes Spiel, ein richtig gutes jedoch auch nicht. Hätte Gust mehr Wert auf die eigentliche Geschichte gelegt und die Dive-Sequenzen ein wenig kürzer gehalten, könnte der Titel vermutlich besser unterhalten, als es der Fall ist. Die Geschichte kommt einfach zu oft zum Erliegen. Zudem habt ihr in den Dive-Sequenzen kaum etwas zu tun und folgt hier immer wieder nur automatischen Sequenzen, teils über sehr lange Zeiträume.
Das Kampfsystem ist zu Beginn recht starr, nach und nach lernt ihr jedoch, dessen Feinheiten zu nutzen. Sobald ihr mehrere Lieder beherrscht, kommt auch ein gewisser taktischer Aspekt in die Kämpfe, der jedoch in den ersten 10-15 Spielstunden vollkommen fehlt.
Das Synthetisierungssystem geht vollkommen in Ordnung, hier merkt man, dass Gust dieses aus den Atelier-Titeln beherrscht. Die Charaktere sind zwar recht ansehnlich gezeichnet, die Umgebungen können hier leider nicht immer glänzen. Optisch wirkt der Titel meist wie ein Relikt aus vergangenen PS2-Zeiten und wirkt daher ein wenig altbacken.
Ar Nosurge: Ode to an Unborn Star hat zu viele Ecken und Kanten, als dass es in die obere Riege der JRPGs aufsteigen kann. Daher können wir den Titel nur all denen empfehlen, die kein JRPG auslassen wollen. Alle anderen werden z.B. mit den Atelier-Spielen besser unterhalten.

Media

  • Releasedatum: Freitag, 26 September 2014
  • Preis: 21,69 €
  • Genre: Rollenspiel
  • Altersfreigabe: USK: 12 / PEGI: 16
  • Plattform(en): PS3
  • Sprache(n): Englisch/Deutsch/Japanisch