Atelier Totori: The Adventurer of Arland

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PlayStation-Rollenspieler werden den ein oder anderen Titel aus der "Atelier"-Reihe bereits kennen. Entwickler Gust bringt hier in schöner Regelmäßigkeit Neues aus der Spielserie mit dem Alchemiesystem. Atelier Totori: The Adventurer of Arland ist nun der neueste Titel aus der Serie, der nun endlich auch in Europa erhältlich ist. Atelier Totori: The Adventurer of Arland schließt direkt an den Vorgänger Atelier Rorona an, diesen muß man aber nicht gespielt haben, Atelier Totori: The Adventurer of Arland bietet eine eigene Story. Schauen wir also einmal, ob sich das Warten auf das Japan-RPG gelohnt hat, oder eher nicht.

Die Geschichte von Atelier Totori: The Adventurer of Arland ist schnell erzählt. Totoris Mutter, eine Abenteurerin, wird vermisst. Alle sind der Meinung, dass sie bei einer ihrer Reisen verstorben ist, einzig Totori ist davon überzeugt, dass ihre Mutter noch lebt. Sie will nach ihr suchen, was aber nur mit einer speziellen Abenteurer-Lizenz möglich ist. Diese ist jedoch nur fünf Jahre gültig, viel Zeit bleibt also nicht.

Und hier komme ich auch schon zu einem Hauptaugenmerk, welches die Atelier-Titel von anderen RPGs unterscheidet. Man spielt unter Zeitdruck, denn man hat nur diese fünf Jahre, um Totoris Mutter zu finden, sollte diese denn noch leben. Scheinbar eine ganze Menge Zeit, allerdings nimmt jede Aktion, die man im Spiel ausführt, Zeit in Anspruch. So vergehen alleine beim Absolvieren des Tutorials schon locker drei Monate, wie man sieht, die Zeit drängt. Um im Spiel voranzukommen, muß man regelmässig seine Alchemiefähigkeiten verbessern, für neue Ausrüstung sorgen usw., denn nur dann darf man Gebiete bereisen, die für unerfahrene Abenteurer verschlossen bleiben.

Alchemie hat den Nachteil, dass sie Rohstoffe und Zutaten benötigt. Diese müssen natürlich besorgt werden, z.B. indem man gegen Monster kämpft. Diese Kämpfe laufen (wie bereits im Vorgänger) rundenbasiert ab. Man hat hier typische Befehle, die man ausführen kann. Angreifen, Items verwenden usw. gehören dazu, die Kämpfe laufen allesamt recht einfach und übersichtlich ab. Das heißt aber nicht, dass auch alle Monster leicht zu besiegen sind, ohne die richtige Ausrüstung gelangt man sehr schnell ins Hintertreffen. Natürlich nehmen auch die Kämpfe Zeit in Anspruch, so merkt man schon nach einiger Spielzeit, dass die Uhr unerbittlich gegen einen tickt. Schade eigentlich, denn Atelier Totori: The Adventurer of Arland bietet viele Orte, die man einfach gerne einmal "nur so" bereisen würde oder sich hier und da länger umschauen könnte. Unter dem Aspekt, alles möglichst schnell zu erledigen, verpasst man jedoch gerne mal das ein oder andere im Spiel.

Damit man aber doch alles im Spiel zu Gesicht bekommt, haben die Entwickler von Gust zehn verschiedene Enden ins Spiel gepackt. Welches Ende man zu sehen bekommt, entscheidet sich während des Spiels, wie man sich bei bestimmten Aufgaben oder Situationen entscheidet usw. Allerdings kann es auch vorkommen, dass man - gerade beim ersten Spielen - gar kein Ende zu Gesicht bekommt, da die fünf Jahre um sind, bevor man die eigentliche Aufgabe lösen konnte.
Auf den Reisen, die man im Laufe des Spiels absolviert, gibt es jede Menge Dinge zu sammeln, die dann für die Alchemie verwendet werden können. So stellt man z.B. Tränke oder Bomben her, bastelt sich aber auch neue Rüstungen oder Waffen.

Waffen sind übrigens das einzige, was man am Charakter sieht, wenn man sie wechselt. Ausrüstung bleibt hingegen optisch immer gleich, was ein wenig schade ist. Es stehen aber sowieso nur wenige Ausrüstungsplätze zur Verfügung. Welche Qualität die angelegten Rüstungen und Waffen haben, entscheidet sich übrigens bei der Herstellung. Gesammelte Items haben nämlich unterschiedliche Qualitätsstufen. Je besser, umso höherwertig ist dann auch das Ergebnis. Mit ein wenig Glück bekommen hergestellte Items noch Boni, die Totori sicher helfen können.

Man ist nicht alleine unterwegs, denn man kann bis zu zwei Helfer anheuern, die Totori dann begleiten. Leider nimmt auch dieses Anheuern wieder Zeit in Anspruch, denn man muß an die jeweiligen Heimatorte der Helfer reisen, wenn man diese in sein Team aufnehmen möchte. Um Items zu sammeln, kann man übrigens nach einiger Zeit sogenannte Humunculi beauftragen, die diese Aufgaben für Totori übernehmen. Zum einen gewinnt man somit wieder etwas Zeit, zum anderen ist es auf Dauer etwas öde, immer und immer wieder die selben Items an den immer selben Schauplätzen besorgen zu müssen. Apropos Schauplätze: Diese sind gerade in den Kämpfen eher optisch mager dargestellt, ein Nachteil, der auch im Vorgänger schon vorhanden war. Die einzelnen Gegenden sind jedoch recht liebevoll gestaltet, man wird jedoch recht linear durchs Spiel geführt. Zwar wird dem Spieler durch mehrere Wege etc. eine Art Freiheit suggeriert, dies täuscht aber.
Wem die im Spiel vorhandenen Helfer nicht ausreichen, der kann sich im PSN übrigens weitere herunterladen, allerdings nicht kostenlos.

Die Präsentation von Atelier Totori: The Adventurer of Arland ist eine Sache für sich. Da das Spiel im Celshading-Look daher kommt, werden manche schon direkt vom Look abgeschreckt. Wer zudem nichts mit Manga anfangen kann, wird sich den Titel ebenfalls kaum anschauen. Da es sich bei Atelier Totori: The Adventurer of Arland aber um ein Japan-RPG handelt, die eh ihre eigene Fangemeinde haben, sollten diese beiden Dinge keinen stören. Wie bereits erwähnt, sind gerade in den Kämpfen die Hintergrundgrafiken sehr trist gehalten. Die einzelnen Gebiete schaut man sich gerne noch ein weiteres Mal an, wenn man den Titel aber wirklich für jedes Ende erneut durchspielt, wird hier optisch einfach zu wenig geboten.
Dafür gibt es, wie gesagt, sehr viel zu sammeln und somit auch zu verarbeiten. Der Alchemiekessel steht übrigens in Totoris Haus, hier muß man demnach hinreisen, wenn man verarbeiten will. Und was heisst das? Richtig, reisen kostet Zeit...

Die Hintergrundmusik geht in Ordnung, der Soundtrack passt gut zum Spiel. Die japanische Sprachausgabe ist ebenfalls ordentlich, was man von der englischen nicht zwingend sagen kann. Hier merkt man, dass die Sprecher keine rechte Lust hatten, sondern ihre Texte nur abgelesen haben. Deutsche Sprachausgabe darf man nicht erwarten, auch die Bildschirmtexte wird man nicht in deutscher Sprache finden. Man sollte also eines englischen Grundwortschatzes auf jeden Fall mächtig sein, will man Atelier Totori: The Adventurer of Arland vernünftig spielen. Die Steuerung ist simpel und schnell erlernt. Durch übersichtlich gestaltete Menüs findet man immer schnell das, was man sucht.

Fazit:
Atelier Totori: The Adventurer of Arland ist eine Sache für sich. Der Titel macht Spaß, irgendwie zumindest. Man muß auf jeden Fall auf Japan-RPGs stehen, sonst braucht man Atelier Totori: The Adventurer of Arland nicht anzufassen. Ist dies aber der Fall, bekommt man mit dem Titel ein ordentliches Rollenspiel serviert, welches jedoch durch den immer wieder auftauchenden Zeitdruck stressen kann. Gerade aus diesem Grund kann ich auch nur eine eingeschränkte Empfehlung aussprechen, am besten einmal probespielen, bevor man kauft!

Media

  • Releasedatum: Montag, 26 September 2011
  • Preis: 22,04 €
  • Genre: Rollenspiel
  • Altersfreigabe: USK: 6
  • Plattform(en): PS3