Bleach: Soul Resurrección

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Manga-Fans werden bei "Bleach" vermutlich schon die Ohren aufstellen, da man, wenn man sich für die japanische Zeichenkunst interessiert, kaum an diesen Titeln vorbeikommen kann. Aber weniger als Spiel, sondern vielmehr als Comic, Film und Anime-Serie, ist die Reihe auch hierzulande bekannt. Allerdings bewegen sich auch die Videospieltitel der Bleach-Reihe bereits im zweistelligen Rahmen und mit Bleach: Soul Resurrección kommt nun auch endlich ein Bleach-Ableger für die PS3 nach Deutschland. Ob man darauf hätte verzichten können, oder ob man als Gamer bei Bleach: Soul Resurrección unbedingt zugreifen sollte? Lest selbst...

Das erste Problem bei Bleach: Soul Resurrección taucht schon bei der Story auf. Spieler, die nicht mit der Anime-Serie vertraut sind, werden hier nämlich schon recht fragend vor der Konsole sitzen, denn das Spiel steigt in etwa bei der Serien-Folge 120 ins Geschehen ein. Dass einem hier natürlich einiges an Hintergrundinfos fehlt, die man selbst dann nicht abdecken kann, wenn man "nur" auf dem hiesigen Serienstand ist, sollte dabei schon fast klar sein. Daher verzichte ich aber auch darauf, mehr von der Story zu spoilern, denn dies könnten mir die Serien-Fans übel nehmen.

Wer nun bei Bleach: Soul Resurrección ein japan-typisches Beat'em Up oder gar ein Rollenspiel erwartet, wird keines von beiden Genres hinter dem Titel finden. Bleach: Soul Resurrección ist eher in die Hack & Slay-Schiene einzuordnen, denn in 14 Episoden, aus denen der Story-Modus besteht, wird man sich durch wahre Gegnerhorden schnetzeln. Dies erledigt man natürlich mit den Originalcharakteren aus der Serie, Ichigo Kurosaki ist hier als Titelfigur nur der wichtigste Charakter, der nicht fehlen darf.

In den ersten Minuten des Games wird man an die Steuerung herangeführt, lernt, wie man Kombos ausführt und wie man möglichst viele Punkte sammeln wird. Kombos haben übrigens den positiven Nebeneffekt, dass sich hierdurch eine Leiste auf der linken Bildschirmseite füllt. Diese dient dazu, spezielle Powerangriffe auszuführen, die natürlich flächendeckend für Verwüstung sorgen. Diese Power-Angriffe sind optisch übrigens ansprechend gestaltet und präsentieren die "Power" sehr gut. Hat man einen Abschnitt durchgespielt, wird man per amerikanischem Schulnotensystem bewertet (F - A oder S als Bestnote).

Storymomente wird man in Bleach: Soul Resurrección nur gelegentlich spendiert bekommen, nämlich immer nur zu Beginn einer Episode. Genretypisch ist übrigens die Spielzeit, denn den Storymodus wird man bereits nach 2-3 Stunden zu den Akten legen können, da dieser dann durchgespielt ist. Zwar stehen hier mehrere Schwierigkeitsgrade zur Verfügung, jedoch ist der Wiederspielwert eher gering. Die Vielfalt bei den Gegnern ist nämlich sehr spärlich ausgefallen, so wird man sich weitestgehend durch Klonkrieger-Armeen kämpfen, die allesamt gleich aussehen.

Neben dem Story-Modus kann man sich noch im Missions-Modus austoben. Insgesamt 28 Missionen und ein paar Bonusherausforderungen stehen hier dann zur Verfügung. Natürlich kann man nicht alle Missionen gleich anwählen, diese muß man nach und nach freispielen.
Ein weiterer Nachteil ist übrigens, dass die Gegner zu schnell zu stark werden. Da man seinen Charakter aufleveln muß, wird man einige Missionen mehrfach spielen müssen, um in höheren noch eine Chance zu haben. Die Charakterentwicklung findet hier auf einer Art Spielbrett statt. Wer Final Fantasy X gespielt hat, wird sich an das Sphärobrett erinnern, welches sehr ähnlich war.

Erworbene Fähigkeiten sorgen hier dafür, dass der Charakter aufsteigt. Allerdings nur immer der aktuelle Charakter. Da insgesamt 21 Charaktere gespielt werden können, wird man also einige Zeit investieren können, wenn man alle Chars auf das Maximumlevel bringen möchte. Allerdings kann man sich das Aufleveln auch schenken, denn es ist im Prinzip sinnfrei. Einen Multiplayer-Modus oder eine Koop-Funktion gibt es nämlich nicht. Hätte man wenigstens noch im Multiplayer gegen andere antreten können, wäre es noch ein Anreiz, seine Chars hochzuspielen, so jedoch wird man dies vermutlich nach einiger Spielzeit nicht mehr machen wollen.

Die Steuerung ist zwar leicht erlernt, allerdings bietet auch sie kaum Abwechslung. Zu wenige Manöver sind möglich, daher verkommt Bleach: Soul Resurrección sehr schnell zur stupiden Button-Smash-Orgie. Auch bei den wenigen Bossgegnern, auf die man treffen wird, reicht simples und schnelles Tastendrücken aus. Strategisch muß man hier nicht vorgehen, einfach draufkloppen, irgendwann besiegt man in Bleach: Soul Resurrección jeden Gegner.
Optisch sind die Level sehr trist, die Gegnerauswahl (wie gesagt) eher mau. Einzig die Powerattacken und die Serien-Charaktere können sich sehen lassen, der Rest läßt stark zu wünschen übrig.
Abgerundet wird dies dann noch vom Hintergrundsound, denn der ist wirklich nur für hartgesottene Japan-Fans. Schnelle Synthie-Klänge machen eher aggressiv, als den Spieler zu unterhalten. Ok, das Spielgeschehen fordert nichts anderes, aber trotzdem hätte hier etwas mehr Abwechslung den Ohren gut getan.

Fazit:
Wenig intelligente Gegnermassen sind das, was bei Bleach: Soul Resurrección auf den Spieler wartet. Diese tummeln sich in kargen Landschaften und lauschen den wirren Keyboardklängen. Wie man sieht, werde ich kein großer Fan von Bleach: Soul Resurrección. Fans der Serie sind dann auch die einzigen, die vermutlich länger Spaß an dem Titel haben werden. Hack & Slay-Fans dürfen auch einen Blick auf Bleach: Soul Resurrección werfen, aber hier gibt es wesentlich bessere Titel zur Auswahl.
Ich zumindest kann für Bleach: Soul Resurrección keine Kaufempfehlung aussprechen, es wäre nicht schlimm gewesen, wenn dieser Titel hier nie veröffentlicht worden wäre!

Media

  • Releasedatum: Freitag, 16 September 2011
  • Preis: 65,30 €
  • Genre: Action-Adventure
  • Altersfreigabe: USK: 12
  • Plattform(en): PS3
  • Sprache(n): Deutsch, Englisch, Französisch
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