Der Puppenspieler

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Im Schatten von großen Titeln wie The Last of Us und Beyond: Two Souls werkelte Sony PlayStation seit einiger Zeit auch an Der Puppenspieler. Anfangs noch unter dem Namen Puppeteer bekannt, wurde der Titel vor einiger Zeit eingedeutscht. Ob das Spiel im Schatten der großen Namen bleibt oder ob es vielleicht selbst groß auftrumpft, das lest ihr im folgenden Review.

Der Mond ist in Gefahr. Die Mondkönigin wurde vom bösen Mond-Bär in den Ruin getrieben. Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, plant das Pelzvieh noch ganz andere Dinge. Es will die Seelen der Kinder von der Erde stehlen und sie in seinem Schloß einsperren. Der kleine Junge Kutaro schafft jedoch die Flucht und macht sich nun daran, dem Mondbären das Handwerk zu legen.

Dies die etwas abegdrehte Geschichte, die euch in Der Puppenspieler erwartet. Ihr schlüpft in die Rolle des Jungen Kutaro, der anfangs von einer Katze, später von einer kleinen Fee begleitet wird. Im Gegensatz zu vielen anderen Jump'n'Runs hüpft und rennt ihr jedoch nicht einfach durch die Level, sondern findet euch plötzlich als Hauptdarsteller eines Puppenspiels wieder.

So nämlich ist die Story aufgemacht. Szene für Szene entwickelt sich das Theaterstück weiter, ihr mittendrin. Während ein Sprecher dem Publikum erzählt, was es gerade auf der Bühne sieht, untermalen die Zuschauer jede eurer Aktionen. Schafft ihr einen Teilabschnitt einer Szene, wird dies mit Applaus quittiert. Besiegt ihr Gegner, werden diese ausgelacht und vieles mehr. Hierdurch entsteht sehr schnell wirklich der Eindruck, als wäre eure kleine Spielwelt eine Bühne.

Der Mondbär ist davon, dass Kutaro sich ihm in den Weg stellen will, gar nicht begeistert. Kurzerhand schnappt er sich den kleinen Jungen und reisst ihm den Kopf ab. Normalerweise wäre dies nun ein entscheidender Nachteil, nicht jedoch für euch. Kurzerhand schnappt ihr euch etwas anderes, das als Kopf dienen könnte, steckt es euch auf den Hals und schon seid ihr wieder im Rennen.

Als dann auch noch die magische Schere in euren Besitz übergeht, gewinnt ihr langsam die Oberhand. Nicht nur, dass ihr diese wunderbar gegen Feinde einsetzen könnt, zusätzlich ermöglich sie euch noch, an bisher unerreichbare Orte in einer Szene zu gelangen. Ihr schnibbelt euch einfach durch die Kulisse und erklimmt so z.B. extreme Höhen. Immer wieder stoßt ihr dabei auf weitere Köpfe, die es einzusammeln gilt.

Die Köpfe haben allesamt unterschiedliche Eigenschaften und oft benötigt ihr einen speziellen, um ein Level zu beenden, oder andere Aufgaben zu lösen. Ab und an wird euch durch ein Aufblinken angezeigt, dass ihr diesen oder jeden Kopf einsetzen solltet, um weiterzukommen. Und Köpfe sind in Der Puppenspieler nicht gleich Köpfe. Mal setzt ihr euch einen Totenschädel auf, mal eine Spinne und ein anderes Mal nutzt ihr einfach einen Burger als Kopf. Über 100 Köpfe sind im Spiel versteckt, die ihr nach und nach finden könnt.

Um die Szenen des Theaterstücks erfolgreich zu absolvieren reicht es aber nicht, nur verschiedene Köpfe einzusetzen. Wie anfangs erwähnt, hat Kutaro immer einen kleinen Begleiter an seiner Seite. Dieser läuft nicht untätig neben ihm her, sondern kommt recht oft zum Einsatz, um z.B. Mondkristalle zu sammeln. Während ihr Kutaro mit dem linken Stick und den Buttons steuert, lenkt ihr seinen Helfer mit dem rechten Stick durch die Szenen. Ist euch dies zu stressig, kann auch ein zweiter Spieler ins Geschehen einsteigen. Dieser übernimmt dann die Steuerung des Helfers und ihr könnt euch vollkommen auf Kutaro konzentrieren.

Leider geht das nur lokal an einer Konsole, online könnt ihr den Titel nicht spielen. Auch wenn es sich bei Der Puppenspieler um ein simples Jump'n'Run handelt, hebt es sich von der breiten Masse ab. Während ihr Gegner besiegt, euch durch die Szenen bewegt, Köpfe und Kristalle sammelt, treibt die Erzählung des Sprechers das Theaterstück voran. Die Szenen sind hierbei zwar oft düster, jedoch sehr liebevoll und detailreich gestaltet. Auch an Abwechslung mangelt es nicht, die einzelnen Szenen der insgesamt sieben Akte bieten viele unterschiedliche Aufgaben.

Zudem stoßt ihr recht oft auf Bonus-Level. Diese könnt ihr betreten, wenn ihr an gewissen Stellen über den jeweils richtigen Kopf verfügt. Habt ihr diesen gerade nicht parat, kommt einfach später wieder und spielt die Szene erneut, vielleicht befindet er sich dann in eurem Sortiment. Die Menge der gesammelten Köpfe ist übrigens auch gleichzeitig die Menge eurer verfügbaren Bildschirmleben. Verliert ihr einen Kopf, könnt ihr kurzzeitig versuchen, ihn wieder einzusammeln. Schafft ihr dies nicht, ist der Kopf und somit ein Leben verschwunden.

Die Steuerung ist recht simpel. Wie schon erwähnt, steuert ihr Kutaro mit dem linken Stick. Die Buttons sind mit Funktionen wie springen oder die Schere einsetzen belegt. Spielt ihr alleine, steuert ihr das Helferlein mit dem rechten Stick. Dies kann hier und da verwirren, da Hände gerne das selbe machen. Leichter wird es, wenn ein zweiter Spieler die Rolle des Helfers übernimmt. Dann könnt ihr das Spiel komplett im Koop-Modus absolvieren.

Optisch kann sich Der Puppenspieler sehen lassen. Das Spiel entwickelt durch die Idee mit dem Theaterstück seinen ganz eigenen Charme. Schöne Lichteffekte runden die Szenen willkommen ab, die Gestaltung und Detailverliebtheit kann sich hier sowieso sehen lassen.

Besonders die musikalische Untermalung, das jubelnde oder lachende Publikum und der sehr gute Sprecher, der das Theaterstück vorträgt, bringen viel Atmosphäre in den Titel. Von düsteren Horrortracks bis hin zu munteren Musikstücken ist in Der Puppenspieler alles vorhanden, worüber sich eure Ohren freuen werden.

Fazit:
Der Puppenspieler ist ein Spiel, welches fast unbeachtet auf den Markt kam. Viele andere große Titel drängten den Titel in den Hintergrund, obwohl er dies gar nicht verdient hat. Verstecken muss sich Der Puppenspieler auf gar keinen Fall, denn in den knapp 10 Stunden, die ihr für das Spiel benötigt, werdet ihr immer sehr gut unterhalten.
Abwechslungsreiche Level, die Aufmachung als Theaterstück und die leicht düstere und abgedrehte Story sorgen dafür, dass ihr Der Puppenspieler vermutlich nicht nur einmal durchspielen werdet. Gerade dann, wenn ihr alle Köpfe sammeln und dadurch alle Bonus-Bereiche freischalten wollt, werdet ihr mehrfach auf die virtuelle Bühne zurückkehren.
Wer mag, kann das Spiel übrigens auch mit dem Move-Controller spielen, leichter geht es jedoch mit dem normalen Gamepad. Gerade wenn ihr zu zweit vor der Konsole sitzt, kommt bei Der Puppenspieler viel Spielspaß auf. Die Steuerung ist übersichtlich und nur wenn ihr alleine spielt, kommt es durch das Helferlein ab und an zu Verwirrungen. Ich persönlich kann Der Puppenspieler nur empfehlen, zumal der Preis von knapp 40.- Euro mehr als gerechtfertigt ist. Daher: Zugreifen und ein wunderschönes und spannendes Theaterstück als Jump'n'Run erleben!

Media

  • Releasedatum: Mittwoch, 11 September 2013
  • Preis: 15,99 €
  • Genre: Jump'n'Run
  • Altersfreigabe: USK: 6
  • Plattform(en): PS3
  • Sprache(n): Deutsch
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