Iron Man 2

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Nun macht sich Iron Man 2 auf den Weg von der Leinwand auf die Konsole. Ob man hier zur Abwechslung eine gute Filmumsetzung präsentiert bekommt, oder doch wieder nur der übliche Lizenzmüll auf den Spieler wartet, wird unser Review zeigen...

Ich habe lange überlegt, wie ich dieses Review beginnen soll und habe mich letztendlich dazu entschlossen, so zu beginnen, wie der normale Spieler es auch macht...
Nach dem Einlegen der Disc in die Konsole wartet die Einführungssequenz auf den geneigten Spieler. Schon hier, also nach nicht einmal 5 Minuten wird deutlich, dass man mit Iron Man 2 scheinbar wieder einmal eine Filmversoftung bekommt, die man getrost im Händlerregal hätte stehen lassen können. Die deutsche Synchronisation fällt dermaßen schlecht aus, dass die Charaktere sprechen, obwohl sie ihre Lippen gar nicht bewegen. Dafür machen sie kurz danach Bewegungen mit ihrem Mund, als leiden sie unter Schnappatmung, diese jedoch sehr leise, denn zu hören ist nun nichts mehr. Heißt: Wer keinen Wert auf Lippensynchronität legt, wird über diese miese Synchronisation hinwegsehen.
Damit es aber nicht langweilig wird, setzt man beim Charakterdesign während der Filmsequenz auf zur Synchronisation passende Optik. Die Charaktermodelle fuchteln wild in der Gegend rum und optisch merkt man zu keiner Zeit, dass wir bereits im Jahr 2010 sind. Warum man hier keine Szenen aus dem Film eingebaut hat, wird wohl immer ein Rätsel bleiben, vielleicht nimmt sich Tony Stark diesem Rätsel aber auch im dritten Teil an...

Kann alles mal passieren, nur wegen einer schlechten Synchronisation heißt es lange noch nicht, dass man auch spielerisch einen schlechten Titel bekommt. Stürzen wir uns also ins Tutorial des Titels, denn die ersten Aufgaben, die es zu erfüllen gilt, erklären dem Spieler die Steuerung. Leider merkt man auch hier schon nach wenigen Bewegungen, dass auch die Steuerung des Titels nicht das Gelbe vom Ei ist.
Die Story des Spiels setzt mitten in der Story des Films ein, man fühlt sich also - kennt man den Film nicht - absolut ins kalte Wasser geworfen, da man mit dem Geschehen kaum etwas anfangen kann, ausser, man hat sich die Startsequenz doch noch sehr genau angeschaut.

Während des Tutorials wird dem Spieler die Tastenbelegung erklärt, wie man fliegt, zielt usw.
Pro Raum, den man durchspielt, geht man von Punkt A zu Punkt B, erledigt dort ein paar Gegner und darf in den nächsten Raum marschieren. Nach kurzer Einführung wird man merken, dass der Controller doppelt belegt ist. Einmal die Steuerung, wenn man sich am Boden befindet und einmal die, wenn man durch die Lüfte schwebt. Es gibt eine automatische Zielerfassung, die eigentlich zum besten Freund des Spielers werden könnte, wenn... ja, wenn diese auch immer so funktionieren würde, wie sie sollte. Macht sie aber nicht, sie glänzt stattdessen mit häufigen Aussetzern, was einen sinnvollen Einsatz quasi unmöglich macht. Wer nun denkt, "Kein Problem, visiere ich die Gegner halt manuell an", der wird sehr schnell bemerken, dass dies mit der Kamerasteuerung nicht möglich ist. Oft kommt es vor, dass man in einer Ecke steht und sich die Kamera so ausrichtet, dass man wunderprächtig langweilige Wände bewundern kann, während um einen herum die Kämpfe "toben".

Stark Industries wäre kein Weltkonzern, wenn man sich nicht auf Waffentechnik verstehen würde. Also setzt man als Spieler entweder in der Rolle von Iron Man oder aber von War Machine den fast immer gleichen Gegnern am besten mit Dauerfeuer zu, wenn man von Kamera und Zielerfassung die Nase voll hat. Nur sehr selten erwarten den Spieler Zwischenbosse, bei denen man im späteren Spielverlauf sogar ein wenig taktisch vorgehen muß. Ich frage mich, ob den Entwicklern irgendwann selbst das Licht aufgegangen ist, dass Taktik kein schlechter Gedanke wäre, aber man beim bereits fertigen Programmcode nichts mehr ändern wollte. Auch optisch bessert sich das Spiel im späteren Spielverlauf von richtig übel auf immerhin nur noch leicht brechreizfördernd. Permanentes Kantenflimmern, PopUps und teils heftige Ruckler gesellen sich also zur sonstigen Präsentation in Iron Man 2.


Auch Zwischenspiele, wie z.B. der Flug durch ein Tunnelsystem gestalten sich als Herausforderung. Durch die schlechte automatische Kamera wird man bei diesem Flug so nahezu alle Hindernisse mitnehmen, denen man eigentlich ausweichen sollte/wollte. Einen großen Vorteil jedoch wird man in Iron Man 2 finden. Das Spiel ist glücklicherweise nach etwa 3-4 Stunden durchgespielt, aber statt den Spieler dann wenigstens für das Durchhaltevermögen zu belohnen, wird ein Arenamodus freigeschaltet, der den Spieler weiterquälen möchte. Auch dieser Modus macht keinen Spaß und man wird kaum Freude daran haben.

Wer nun wissen möchte, ob es wirklich nichts in Iron Man 2 gibt, was den Kauf rechtfertigen würde:
Doch, etwas gibt es - das Hauptmenü. Dieses ist schön gestaltet und wer etwas für sein Geld geboten bekommen möchte, bleibt einfach in diesem und schaut es sich an!
Ob man als Iron Man oder als War Machine unterwegs ist, macht spielerisch keinerlei Unterschied. Bei beiden Charakteren treten die gleichen Kameramängel auf, bei beiden merkt man, dass das Gameplay viel zu viel von der Steuerung abverlangt, denn keiner der beiden macht immer das, was der Spieler möchte.

Wie bereits erwähnt, machen Sound, Grafik und Steuerung die Katastrophe perfekt. Schlechte Synchronisation und mäßiger Sound passen zum Kantenflimmern, PopUps und der desaströsen Kamera, der Controller ist überbelegt und die Charaktere reagieren nur selten auf das, was der Spieler ihnen mit dem Controller vermitteln möchte.

Fazit:
Iron Man 2 sorgt dafür, dass Lizenzversoftungen es wieder einmal schwerer haben werden, geneigte Spieler an sich binden zu können. Gibt es eh schon nur sehr wenige Filmversoftungen, die die Spieler bei Laune halten konnten, macht Iron Man 2 alles falsch, was es auch nur falsch zu machen gibt. Immerhin merkt man hier wieder einmal, dass Spieletesten nicht immer Spaß machen muß.
Ich kann vom Kauf nur abraten, selbst das Ausleihen in der Videothek sollte man sich sehr gut überlegen, ausser, man möchte einen Tag im Hauptmenü verbringen, denn das ist der einzige Punkt, den ich an Iron Man 2 empfehlen kann. Alles andere fällt für mich unter die Rubrik: Pixelmüll den die Welt nicht braucht!

  • Releasedatum: Freitag, 30 April 2010
  • Preis: 33,40 €
  • Genre: Action
  • Altersfreigabe: USK: 12
  • Plattform(en): PS3, NDS, Wii, PSP, Xbox 360
  • Sprache(n): Deutsch
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