Kampf der Titanen

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Die Neuauflage des Kinofilms Kampf der Titanen lief erst vor kurzem in unseren Kinos. Obwohl in 3D, bekam der Film eher magere Kritiken und wurde auch nicht zum Kassenschlager. Nun erscheint das Spiel zum Film und versucht, das besser zu machen, was dem Film zum Hit fehlte. Ob dies gelingt, oder wieder einmal üblicher Lizenzschrott auf uns wartet - unser Review versucht Licht ins Dunkle zu bringen...

Zeus, Poseidon und Hades haben Langeweile. Also beschliessen sie kurzer Hand, ihr Elternhaus etwas aufzumischen und die Herrschaft über die Erde zu übernehmen. Hierzu darf Hades ein Stück Fleisch seines Körpers opfern, um ein schreckliches Monster, den Kraken, zu erschaffen. Fleisch gerupft, Kraken erschaffen und dann den Kürzeren gezogen, denn die eigenen Brüder waren so schlau, schon einmal die größten Stücke des Kuchens Erde unter sich aufzuteilen. Zeus schnappte sich das Himmelreich, Poseidon sicherte sich das Meer und für Hades blieb nur noch die Unterwelt, was ihn natürlich wenig begeisterte.

Perseus, oh Perseus...
Dies ist im Groben die Vorgeschichte, die der Spieler präsentiert bekommt. So schlüpft man in die Rolle des Fischersohnes Perseus, der sich mit einigen anderen Bewohnern auf einem kleinen Eiland befindet, auf dem sie bisher recht gut leben konnten. Doch plötzlich können die Fischer nicht mehr mit ihren Booten rausfahren und eine Hungersnot droht. Eine Sirene blockiert die Hafenausfahrt und soll bekämpft werden. Schnell noch schenkt die Mutter ihrem Perseus ein Schwert und dieser macht sich auf, wahre Monsterhorden zu besiegen, um erst der Sirene den Garaus zu machen und dann den drei Brüdern die Leviten zu lesen.

Zu Beginn wird man in Kampf der Titanen erst einmal durch eine Art Tutorial geführt. Die ersten Missionen bestehen aus recht simplen Aufgaben, jedoch wird dem Spieler hierbei recht gut die Steuerung und andere Dinge erklärt. So erfährt man als erstes, wie man Quests annehmen kann. Dies geschieht auf althergebrachte Art und Weise. Manche Bewohner haben ein Zeichen über dem Kopf, was immer darauf hinweist, dass hier die Hauptstory weitergeht. Ansprechen, Quest annehmen (man kann diese auch ablehnen, was natürlich recht sinnfrei ist, will man in der Story weiterkommen) und auf den Weg machen, die gestellten Aufgaben zu lösen.

In bester Hack'n'Slay-Manier schnetzelt man sich zu Beginn durch einige Skelette, erfährt hierbei etwas über Angriffsmöglichkeiten und steht schon recht bald der Sirene gegenüber, die von immer wieder auftauchenden Skelettgrüppchen geschützt wird. Man kann sich jedoch weitestgehend auf die Sirene konzentrieren, da die Skelette ihren Grips scheinbar mit ihrer sterblichen Hülle abgelegt haben und kaum eine Bedrohung darstellen. Gut, denn schließlich soll man in diesen ersten Minuten des Spiels lernen, wie man Perseus steuert.
Die erste Aufgabe ist schnell gelöst, man gibt die Quest ab und sammelt eine neue ein. Nun wird es interessanter, denn beim kommenden Gegner kommen die Zweithandwaffen ins Spiel, die man den Gegnern mopsen darf.

Die Waffenauswahl ist hierbei sehr üppig ausgefallen und nach und nach schnappt man sich Hämmer, Bögen, Heilsteine und anderes von seinen Gegnern und versucht, die neuen Errungenschaften zum eigenen Vorteil zu nutzen. Damit man nicht immer nur eine der neuen Waffen griffbereit hat, kann man insgesamt vier auf eine Art Schnellauswahl legen. Diese trifft man mit dem Steuerkreuz und sie wird am linken unteren Bildschirmrand angezeigt. Aber man kann diese Zweithandwaffen nicht nur den Gegnern klauen und dann einsetzen, man darf diese Waffen auch leveln, bzw. neue Fertigkeiten für diese Waffen lernen. Für jeden erlegten Gegner bekommt man eine Art Erfahrungspunkte und mit Glück auch diverse Items, die man den Gegnern stehlen kann. Mit diesen Punkten - und ab und zu auch mit den Items - kann man nun die diversen Waffen aufleveln. Da es ca. 80 Waffen gibt, hat man hiermit eine Weile zu tun.

Das Leuchten der Monster...
Die Monster entwaffnet man in einer Art Quicktime-Event, wobei dieses recht einfach gestaltet ist. Man muß, nachdem ein Leuchtkreis aufplöppt, schnell eine der vier Tasten drücken (Kreis, Quadrat etc.) und mit Glück entwaffnet man hierdurch seinen Gegner. Hat man sich eine Waffe geschnappt, kann man sie neben dem Standardschwert ab sofort einsetzen. Jedoch nicht permanent, sondern nur solange, wie Energie im zugehörigen Balken vorhanden ist. Diese kann man jedoch während der Kämpfe wieder auffüllen, z.B. durch Seelenraub oder dem Besiegen von Gegnern.
Greift man die Gegner an, leuchten diese nach einigen Attacken in unterschiedlichen Farben. Sind sie rot/orange, kann man versuchen, ihnen die Waffe zu rauben. Sind sie dunkelblau, kann man ihnen ein wenig ihrer Seele rauben und bei hellblauem Leuchten darf man versuchen, sie durch den Seelenraub direkt von der Bildfläche zu putzen. Es gibt noch weitere Färbungen der Gegner, und damit weitere Möglichkeiten, wie man sich eben dieser Gegner entledigen kann, jedoch möchte ich hier nicht alles verraten.

Sehen die Monster und auch die zu stehlenden Waffen noch recht cool aus, entpuppt sich Kampf der Titanen mit der Zeit leider als doch sehr eintönig. Das erste und wohl größte Manko ist, dass zwar die Monster noch sehr gut aussehen, der Rest jedoch eher nicht. Die Umgebungen sind technisch vollkommen überholt und hätten in der gebotenen Qualität auch noch auf der PS2 erzeugt werden können. Zudem sind die Areale, in die man geschickt wird, immer sehr klein, man kann sich demnach weder verlaufen, noch bekommt man viel Abwechslung geboten. So heißt es, sich durch immer größere Monsterhorden zu kämpfen, neue Waffen zu stehlen und diese aufzuleveln. Die Quests bestehen auch im Endeffekt immer nur aus "Rette den, indem Du Monster abc tötest", ab und an darf man einen Felsbrocken oder ähnliches aus dem Weg prügeln, um einen Weg zu öffnen.

Durch die mangelnde Präsentation wird Kampf der Titanen leider zu schnell langweilig. Ist das Grundspielprinzip noch ähnlich zu z.B. "God of War", rauben einem die tristen Orte und der nahezu immer gleiche Kampfablauf nach einiger Zeit die Lust, weiterzuspielen. Zwar muß man herausfinden, welche Waffe man für welchen Gegner einsetzen muß, viel unterhaltsamer macht dies die Sache jedoch nicht. Im Gegenteil, denn es kann schon recht frustrierend sein, wenn man ewig auf einen Gegner einprügelt und dann erst merkt, dass Waffe xy nichts gegen ihn ausrichtet. Leider haben die Gegner keine sichtbaren Lebensleisten, daher kann man daran nicht erkennen, ob man ihnen wirklich Schaden zufügt oder nicht.
Recht unpassend in Kampf der Titanen ist jedoch die Speichermöglichkeit. Man geht zu einer mechanischen Eule, die so gar nicht in das Setting passt, um an dieser zu speichern, oder Herausforderungen zu bestehen.

Wie erwähnt, ist die Optik eher schwach ausgefallen. Coole Monster werden von Treppchenbildung auf den Texturen begleitet, die auch noch recht matschig aussehen. Lippensynchronität bei Gesprächen ist meist nicht gegeben, auch der Sound dümpelt eher mittelprächtig vor sich hin. Die Steuerung ist recht simpel, da man durch das Tutorial in den ersten Quests sehr gut mit dieser vertraut gemacht wird.

Fazit:
Leider hat man sich bei der Präsentation von Kampf der Titanen nicht genug Mühe gegeben. Für stundenlanges Spielen am Stück bietet der Titel zu wenig Abwechslung. Witzigerweise macht er, gerade durch die teils sehr gut gestylten Gegner, aber doch Spaß. Wer ein Hack'n'Slay sucht, bei dem er schnell mal zwischendurch eine Mission spielen kann, kann sich Kampf der Titanen ruhig einmal anschauen. Wer jedoch ein zweites "God of War" erwartet, läßt besser die Finger von Kampf der Titanen. Alles in allem also keine Lizenzgurke, aber weit entfernt davon, ein Hit zu sein!

  • Releasedatum: Freitag, 28 Mai 2010
  • Preis: 24,- €
  • Genre: Hack'n Slay
  • Altersfreigabe: USK: 16
  • Plattform(en): PS3, Xbox 360
  • Sprache(n): Deutsch
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