ModNation Racers

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Wer über Fun-Racer spricht, kommt seit weit über einem Jahrzehnt nicht mehr an Mario Kart vorbei. Sony schickt sich nun an, mit ModNation Racers den Klempner von seinem Kart-Thron zu stoßen. Schauen wir also mal, wie sich ModNation Racers auf der PlayStation 3 und der PSP präsentiert und ob Sony es wirklich schafft, den Klempner zu verdrängen...

Ein wenig später als geplant...
Wie erwähnt, erscheint ModNation Racers für die PS3 und die PSP. Dieser Test bezieht sich größtenteils auf die PS3-Version, ich werde jedoch weiter unten auch auf die PSP-Version eingehen.
Die Testmuster der beiden Versionen erreichten uns vor ca. 1 1/2 Wochen, jedoch waren zu diesem Zeitpunkt die Server noch nicht online, man konnte den Titel also nur im Solo- oder aber im Splitscreenmodus spielen. Da wir jedoch die Onlinefähigkeit bei ModNation Racers als sehr wichtigen Teil ansehen, hatten wir uns entschieden, den Test ein wenig zu verschieben und die Onlinemöglichkeiten dafür ausgiebig zu testen. Nach nun ca. einer Woche intensivem Onlinetest könnt ihr hier lesen, was ModNation Racers wirklich zu bieten hat!

Ich fahre mal so durchs Menü...
Wie jetzt? Wieso fahre ich durchs Menü? Ganz einfach: In der PS3-Version bekommt man kein normales Menü präsentiert, in dem man sich durch die einzelnen Möglichkeiten klickt. Stattdessen sitzt man in seinem Kart und findet sich im sogenannten ModSpot wieder. Dieser ModSpot ist die zentrale Anlaufstelle des Spiels. Ist man mit der Konsole online, treffen sich hier Spieler aus aller Welt, es kann gechattet werden, Duelle sind möglich, oder man protzt einfach mit seinen Kreationen rum und setzt sich in Szene. Ist man offline, bzw. hat die Konsole nicht ans Internet angeschlossen, fahren im ModSpot NPC-Fahrer rum, um diesen Ort zu beleben. Dass man mit diesen nicht chatten kann, muß ich hier wohl nicht erwähnen ;o)

Im ModSpot findet man die einzelnen Teilbereiche des Spiels. Fährt man also z.B. zur Kreativwerkstatt, kann man diese betreten, gleiches gilt für die Karriere-Station und andere Rennvarianten. Ist man online, darf man zudem noch die Leistungen anderer Spieler oder aber sogar die eigenen bewundern, wenn man denn gut genug ist. Diverse Statuen präsentieren die Mods und Karts mit den meisten Downloads, der Führende der Renn-EP-Rangliste ist zu sehen, viele Informationstafeln zeigen an, wer im ModSpot unterwegs ist, wer in der letzten Woche in die Top 3 der diversen Bereiche gelangen konnte usw.
Der ModSpot dient somit als interaktives Menü, welches dem Titel gleich eine eigene Note verleiht.

Wenn man mal alleine sein möchte...
... nimmt man sich am besten erst einmal den Solomodus von ModNation Racers vor. Dies hat einige Vorteile, als wenn man sich gleich ins Onlinegetümmel stürzen würde. Zum einen lernt man natürlich die Strecken kennen und erfährt, wie man mit dem Kart umgehen sollte, zum anderen bringt der Karriere-Modus so einige nette Dinge, die man in den diversen Editoren sonst nicht benutzen könnte.
Stürzt man sich also in den Karriere-Modus, begrüßen den Spieler die beiden Kommentatoren Biff und Gary. Diese mögen sich zwar nicht sonderlich, präsentieren dem Spieler jedoch witzig und charmant, was in der MRC (ModNation Racers Championship) so alles vor sich geht.
Damit der Spieler nicht zwingend sein Handbuch zu Rate ziehen muß, wird während der ersten Karriere-Rennen gut erklärt, welche Taste auf dem Controller wie belegt ist und was man mit seinem Kart so alles anstellen kann. Auch die drei Editoren, zu denen ich später noch komme, werden kurz erklärt, man erstellt seinen ersten Mod, sein erstes Kart sowie seine erste Strecke.

Die Saison der MRC besteht aus insgesamt 28 Rennen, die einiges vom Spieler abverlangen. Zwar ist es nicht unbedingt sehr schwer, sich für das jeweils nächste Rennen zu qualifizieren, will man jedoch alle Rennen gewinnen und die Nebenaufgaben lösen, muß man sich ordentlich anstrengen und wird einige Strecken mehrfach spielen. Hauptziel eines jeden Rennens ist es, unter die ersten Drei zu fahren. Dies reicht normalerweise, um sich für das nächste Rennen zu qualifizieren. Natürlich sollte man spätestens das letzte Rennen gewinnen, denn nur dann wird man neuer Champion in der MRC.

Wie gesagt, gibt es diverse Aufgaben, die man in den Rennen erfüllen kann. Diese Aufgaben setzen zum einen alle voraus, dass man ein Rennen als Erster abschließt, jedoch wird vom Spieler pro Aufgabe eine weitere Leistung abverlangt. Mal muß eine bestimmte Menge an Driftpunkten erspielt, mal muß ein bestimmter Gegner ausgeschaltet und ein anderes Mal diverse Fallen ausgelöst werden. Insgesamt warten somit 56 Aufgaben auf den Spieler, wobei man an einigen wirklich zu knabbern hat. Zwar ist es kein Problem, die Aufgaben zu lösen, diese werden jedoch nur gewertet, wenn man als Erster über die Ziellinie fährt. Gilt es also z.B. in einem ganzen Rennen kein einziges Mal gegen eine Bande zu fahren, oder diese auch nur anzukratzen, muß man trotzdem schnell fahren, wenn man auch gewinnen will. Schafft man dies nicht, auch wenn man keine Wand berührt hat, gilt die Aufgabe nicht als gelöst.

Für das Erfüllen der Aufgaben bekommt man unterschiedliche Belohnungen. Diese beziehen sich jedoch immer auf die drei Editoren, denn es gibt eine Menge an Teilen, die bei den Aufgaben freigespielt werden wollen. Nur so kann man hinterher auf alle Teile zurückgreifen und hat natürlich wesentlich mehr Möglichkeiten, Mods, Karts und Strecken zu erstellen, als wenn man den Karriere-Modus links liegen läßt.
Aber nicht nur neue Teile kann man sich erspielen, auch ganze Mods und Karts können freigespielt werden. In manchen Rennen fahren bestimmte Elite-Gegner mit. Erfüllt man nun alle Aufgaben, bekommt man als Bonus die Möglichkeit, gegen den jeweiligen Elitefahrer anzutreten. Diesen muß man nun "nur noch" schlagen und schwups - Mod und Kart gehören dem Spieler und können ab sofort eingesetzt werden. Hierdurch spielt man so ganz nebenbei auch noch weitere Teile für die Editoren frei, denn Elitefahrer und deren Karts bestehen natürlich nicht aus 08/15-Editorobjekten...

Wem das immer noch nicht genug ist, der kann pro Strecke im Karrieremodus Marken einsammeln. Jeweils 5 dieser Marken sind pro Strecke zu finden, wobei manche sehr gut versteckt sind. Mit diesen Marken kann man dann im Offline-Shop einkaufen gehen, natürlich ebenfalls wieder Dinge, die man in den Editoren verwenden darf.
Nicht zu verwechseln ist dieser Markenshop mit dem Onlineshop, in dem nach und nach spezielle Dinge von Sony angeboten werden und den Spieler dann beim Kauf richtiges Geld kosten.

Während man die 28 Strecken im Karrieremodus druchspielt, begleiten einen die Kommentatoren in gewohnter Art und Weise durch die Saison, der Spieler schlüpft in die Rolle von "Tag", der die Meisterschaft gewinnen will. Er und sein Team, welches sich bald um ihn formt, durchleben gemeinsam Höhen und Tiefen, während die Saison voranschreitet. Zwar erwartet den Spieler hier kein Meilenstein, was die Story betrifft, aber trotzdem haben sich die Entwickler eine witzige Geschichte einfallen lassen, um Solospielern die Zeit zu versüßen.

Alleine ist's so einsam...
... denkt man sich vielleicht, nachdem man die Karriere durchgespielt hat oder einfach mal mit anderen zusammen spielen möchte. Dies kann man, wie schon kurz erwähnt, entweder mit bis zu vier Spielern an einer Konsole machen, oder aber online mit bis zu 12 Spielern pro Rennen. Spielt man an einer Konsole, fährt man im Splitscreen-Modus gegeneinander. Die Strecke ist auch im geteilten Bildschirm gut zu erkennen, man verliert nie die Übersicht.

Das Herzstück, zumindest beim Rennen fahren ist jedoch ganz klar der Onlinemodus. Wie eingangs erwähnt, gingen die Server erst vor wenigen Tagen online, ich konnte mich also von Anfang an vom Onlinemodus überzeugen, nachdem ich die Karriere durchgespielt hatte.
Es gibt online mehrere Spielvarianten. Zum einen gibt es die "Heisse Runde". In diesem Modus gilt es, die Tagesbestzeit für eine vorgegebene Strecke zu fahren. Hier fährt man zum einen gegen den Geist des Spielers, der die bisherige Tagesbestzeit hat, nach einer gefahrenen Runde wird zusätzlich der eigene Geist der besten selbstgefahrenen Runde eingeblendet und zudem noch der Geist des Schnellsten aus eurer Freundesliste, wenn dort jemand an der heissen Runde teilgenommen hat.
In den ersten Tagen nutzten leider einige Spieler diverse Bugs aus, die es ehrlichen Spielern unmöglich machten, die Tagesbestzeit zu fahren. Seit kurzem hat man dieses Problem aber scheinbar in den Griff bekommen, in den letzten Tagen zumindest wurden Buguser nicht mehr gewertet.

Neben der heissen Runde darf man im Multiplayer auch noch Gelegenheitsrennen fahren. Hier kann auch auf Strecken gefahren werden, die andere User erstellt haben. Dies gilt auch für den Modus "Top-Strecke" in dem auf den angesagtesten Strecken gefahren wird. Diese Modi sind im Endeffekt "nur" dazu da, sich mit anderen zu messen, dafür jedoch keine "Belohnung" zu bekommen. Diese bekommt man, wenn man sich in "EP-Rennen" und "EP-Serien" stürzt. EP-Serien bestehen aus 5 Strecken, die man mit bis zu 12 Spielern fahren kann. Wie in einer kleinen Saison gibt es pro gefahrener Strecke Punkte für die Platzierungen, die zusammengerechnet werden. Am Ende gewinnt der, der in den fünf Rennen die meisten Punkte ergattern konnte. Neben den Erfahrungspunkten, die man pro gefahrener Strecke bekommt, erhält man am Ende einer Serie noch Bonus-EP, wobei natürlich der Erste mehr EP bekommt als die Nächstplatzierten. Platz 1 bekommt z.B. 500 Bonus-EP, Platz 2 noch 400, Platz 3 ganze 300 usw.

Fährt man "EP-Rennen" in ModNation Racers, so fährt man immer nur ein Rennen mit bis zu 12 Spielern. Am Ende werden dann die Erfahrungspunkte verteilt, wobei natürlich der Letzte weniger bekommt als die, die sich weiter vorne platzieren können. Es gibt jedoch nicht nur EP für die Platzierung, sondern man kann in einem Rennen Bonus-EP erspielen. Diese bekommt man, wenn man Gegner durch den Einsatz von Waffen ausser Gefecht setzt, Stunts vollführt und schnell fährt. Gewinnt man und hat ordentlich Bonus-EP gesammelt, kommt man am Ende eines Rennens leicht auf über 80 EP, die dem Konto gutgeschrieben werden.
Welchem Konto? Nun, die EP, die man sich erspielt, fließen in den Tabellenplatz in den diversen EP-Ranglisten ein. Möchte man also zu den Top-Spielern in der Welt gehören, gilt es, ordentlich EP zu sammeln, um sich in der Rangliste nicht mit hinteren Plätzen begnügen zu müssen.

EP-Rennen und -Serien werden ausschließlich auf den Strecken ausgetragen, die man im Karriere-Modus fahren kann. Eigene Kreationen können nicht für EP-Rennen benutzt werden. Fährt man auf einen guten Platz in der "Heissen Runde", bekommt man auch für diese Platzierung EP, welche in die Ranglistenwertung einfliessen. Auch für seine Kreationen, die man mit den Editoren erstellen kann, bekommt man EP, z.B. wenn diese downgeloadet oder bewertet werden.

Play, Create & Share
Genau das ist das eigentliche Motto von ModNation Racers. Neben dem Spiel, welches an sich schon ein sehr stimmungsvoller Titel ist, bekommt man drei Editoren an die Hand. Zum einen für das Erstellen der Mods, also der Charaktere, die die Karts steuern. Dann einen Editor, um die Karts zu erstellen und schließlich einen, mit dem man Strecken entwerfen kann. Ist man mit seinen Kreationen zufrieden, stellt man diese über den entsprechenden Punkt im ModSpot online, damit andere Spieler sich diese downloaden können. Natürlich kann man auch selbst hier zugreifen und auf inzwischen mehrere zehntausend Mods, Karts und Strecken zurückgreifen. Dies klingt zwar schon recht viel, wird aber sicher ähnlich wie bei Little Big Planet noch viel mehr werden...

Im Mod-Editor kann man aus einer sehr großen Palette auswählen, um seinen Mod zu gestalten. Augen, Nasen, Münder dürfen ebenso gewählt werden wie Frisur, Kleidung und sogar die Stimme des Mods. Alle Dinge, mit denen man den Mod erstellt, können bis ins kleinste Detail an die eigenen Wünsche angepasst werden. Gleiches gilt für den Kart-Editor. Hier kann aus vielen Karosserien gewählt werden, die dann entsprechend verziert werden. Sticker, die man schon aus Little Big Planet kennt, gibt es auch in ModNation Racers wieder sehr viele, die man zum Verzieren von Mods und Karts einsetzen darf. Auch diese Sticker können in Farbe und Form den eigenen Wünschen angepasst werden.
Schon jetzt findet man online schon nahezu alle bekannten Figuren: Spiderman, Mario, Homer Simpson, Schlümpfe, ja selbst den Weihnachtsmann kann man bereits downloaden. Wie man sieht, es sind kaum Grenzen mit den Editoren gesetzt.

Beim Streckeneditor ist es ähnlich. Dieser ist zwar sehr komplex, aber dafür recht einfach zu bedienen. Einfache Strecken kann man innerhalb weniger Minuten erstellen, man kann sich jedoch auch stundenlang damit beschäftigen, um wirklich ausgefeilte Strecken zu kreieren, die dann von der Community zum Dank sicher gute Bewertungen einheimsen können.
Natürlich darf man im Streckeneditor alles in und auf einer Strecke verbauen, was in einem Funryer vorhanden sein muß. Waffenkapseln, Turbofelder, Fallen und Abkürzungen dürfen gebaut und platziert werden. Ebenso das Drumherum, welches die Optik ausserhalb der Strecke betrifft, darf selbst erstellt werden. Gebäude und Pflanzen können hingestellt werden und selbst auf die Wolken kann man zugreifen, falls einem der normale Himmel nicht gefällt. Wem das alles zu viel ist, der kann sowohl die Strecke, als auch das Drumherum automatisiert fertigstellen lassen.

Optik, Sound usw.
Grafisch präsentiert sich ModNation Racers ähnlich wie Little Big Planet. Eher comichafte Knuddeloptik erwartet den Spieler, wobei dies zu einem Funracer natürlich ideal passt. Besonders gut gelungen ist hierbei auch die Mimik der Mods, denn diese bestehen nicht aus starren Gesichtern. Auch die Details der Karts zeigen, wieviel Liebe zum Detail die Entwickler hier hineingesteckt haben. Die mitgelieferten Strecken sind abwechslungsreich gestaltet und überzeugen durch schöne Verzierungen.
Vom Sound darf man nicht ganz so viel erwarten. Es gibt kaum Musikstücke, die vorhandenen sind dafür aber recht fetzig und passen gut zum Spiel.
Die Steuerung ist weitestgehend rennspieltypisch, bis auf einige zusätzliche Tastenbelegungen. Diese hat man jedoch schon nach recht kurzer Zeit im Griff und wird keine Probleme haben, Waffen abzufeuern, den Schild oder Turbo zu nutzen oder aber zu driften.

Die PSP-Version
Die PSP-Version ist weitestgehend ähnlich zur PS3-Version. Natürlich muß man bei der Optik Abstriche machen und auch der ModSpot ist hier nicht vorhanden, aber für einen Fun-Racer auf der PSP macht ModNation Racers einen sehr ordentlichen Eindruck. Auch hier sind alle drei Editoren vorhanden, der Unterschied beim Streckeneditor ist der, dass man nicht so sehr in die Höhe bauen darf, wie auf der PS3. Die Steuerung ist allerdings auf der PSP so eine Sache, da zum Rammen beispielsweise die Finger doch arg verknotet werden. So ist es auf der PSP wesentlich schwerer, die Aufgaben im Karrieremodus zu lösen.
Bei der Benotung muß man durch die schlechtere Steuerung ein paar Prozentpunkte abziehen, da diese sehr gewöhnungsbedürftig ist!

Fazit:
Wenn ich ehrlich sein soll, einen wirklichen Haken gibt es meiner Meinung nach nicht. Die Rennen sind fetzig und machen besonders online sehr viel Spaß. Die Aufgaben im Karrieremodus sind teilweise sehr schwer, aber nicht unlösbar.
Die Editoren lassen kaum Wünsche offen, lediglich bei den Spielmodi hätte man sich z.B. einen Drift-Wettbewerb gewünscht. Aber man soll ja die Hoffnung nie aufgeben, vielleicht kommt dieser ja mal als Mini-AddOn über das PlayStation Network...
Die Rennen laufen online absolut lagfrei, auch wenn 12 Spieler in einem Rennen unterwegs sind.
Die Server laufen noch nicht sehr stabil, Sony arbeitet aber wohl an diesem Problem, so kann es derzeit noch vorkommen, dass die Verbindung zum Server ab und zu getrennt wird, allerdings passiert dies meistens im ModSpot und nicht während eines Rennens. Wenn diese Probleme behoben sind, ist für mich ModNation Racers der neue König im Fun-Racer-Sektor!
Und wer nun Lust auf das Spiel bekommen hat, der kann uns gerne in seine Freundesliste aufnehmen, um mal eine Partie online zu spielen. Zu finden sind wir unter: GamezCheck

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