Prototype 2

Rate this item
(0 votes)

Gut drei Jahre ist es her, dass der Vorgänger zu Prototype 2 erschien. Bzw. er erschien eher nicht, zumindest nicht hierzulande. Die USK gab dem Titel damals kein Go, stattdessen bekam der Titel zudem noch einen Platz auf dem Index, was auch den Import erschwerte. Prototype 2 hat es nun geschafft, auch in Deutschland in den Handel zu kommen. Natürlich ab 18 Jahren und (ebenfalls ganz klar) leicht geschnitten, aber immerhin verfügbar. Ob man sich diese Schnitte hätte sparen können, oder ob Prototype 2 spielenswert ist, lest selbst...

Zu Beginn möchte ich kurz auf die Schnitte der deutschen Version eingehen. Diese sind nicht wirklich sehr tragisch, getötete Zombies "zerfallen" wie im Original in ihre Einzelteile. Nur bei menschlichen Gegnern hat man auf diese Zerstümmelung verzichtet, sie sterben halt einfach. Das war es dann aber auch schon, demnach nichts, was tief ins Spielgeschehen eingreifen würde.
Der Blacklight-Virus beherrscht die Stadt. Auch eure Familie fiel ihm zum Opfer und ihr macht euch auf die Suche nach Alex Mercer, der den Virus auf die Stadt losgelassen haben soll. Wer Teil 1 gespielt hat, wird hier gleich merken, dass es genau der Alex Mercer ist, den ihr im Vorgänger selbst verkörpert habt. Ganz anders in Prototype 2. Ihr findet ihn recht schnell, er klärt euch aber darüber auf, dass er nichts mit der Ausbreitung des Virus zu tun hat. Trotzdem gibt er euch noch ein kleines "Geschenk" mit auf den weiteren Weg, denn er infiziert euch mit einer mutierten Form des Virus. Hierdurch werdet ihr quasi zur ultimativen Kampfmaschine und macht euch auf die Suche nach Gentek-Mitarbeitern und Blackwatch-Soldaten, deren Arbeitgeber für das Chaos zuständig sind.

Prototype 2 ist ein Open-World-Spiel, ihr könnt euch weitestgehend frei im virtuellen New York bewegen. Die Stadt ist dabei in drei Zonen aufgeteilt, einer grünen, einer gelben und einer roten Zone. Die grüne Zone ist sicher, hier habt ihr kaum etwas zu befürchten. In der gelben Zone werden Experimente mit dem Virus an unschuldigen Bürgern gemacht. Gentek-Forscher sind es hier, die die Gegend unsicher machen. In der roten Zone trefft ihr zum einen auf Blackwatch-Soldaten, zum anderen auf stark mutierte Zombies, die euch das Leben schwer machen.
Zu Beginn des Spiels seid ihr in der gelben Zone unterwegs, die anderen beiden werden im weiteren Spielverlauf freigespielt. Ab dann könnt ihr euch auch frei zwischen diesen Zonen bewegen, um beispielsweise Aufträge anzunehmen.

Diese Aufträge sind es, die leider mit das größte Manko des Spiels sind, denn wirklich einfallsreich war man hier nicht. Nahezu alle Aufträge laufen nach dem gleichen Schema ab. Auftrag annehmen, Zielperson suchen, Zielperson ausschalten, fertig. Natürlich stehen diese Zielpersonen nicht einfach in der Gegend rum und warten, dass ihr sie findet. Oft müsst ihr euch bei der Suche nach den Zielobjekten durch Zombiemassen schnetzeln, Blackwatch-Soldaten ausschalten usw..
Da ihr von Spielbeginn an über reichlich Superkräfte verfügt, ist das aber nicht das größte Problem. Ihr rennt Häuserwände hoch, dabei ist es egal, ob ihr gleich an einem Wolkenkratzer empor lauft, werft mit Autos in der Gegend rum, reißt Objekte aus deren Verankerung, um damit eure Gegner anzugreifen und mehr.

Eine besondere Fähigkeit ist, dass ihr Gegner absorbieren könnt und dadurch kurzzeitig deren Gestalt annehmt. Solltet ihr also einmal entdeckt werden, lauft einfach um die nächste Häuserecke, absorbiert irgend eine Person, die dort rumwuselt und schon können euch die Verfolger nicht mehr aufspüren. Witzig dabei ist, dass ihr auf diese Art und Weise auch ganze Gegnergruppen "vernaschen" könnt. Absorbiert einfach nach und nach die Gruppenmitglieder, bis "nichts mehr auf dem Teller ist". Hierdurch schaltet ihr mit der Zeit nicht nur einen Batzen Achievements frei, sondern erfahrt auch Dinge, die ihr nicht mitbekommt, wenn ihr euch einfach durch alles durchprügelt.
Von einigen Personen bekommt ihr nämlich Erinnerungsfragmente, auch wenn diese Personen nicht zum Lösen von Aufträgen wichtig sind. Diese Erinnerungsfragmente sind es übrigens, um die es auch in den Aufträgen geht. Zudem könnt ihr auf diese Spielweise neue Fertigkeiten erlernen, oder bekannte verbessern. Daher ist fröhliches Absorbieren angesagt!

Oft müsst ihr auch bestimmte Gegner absorbieren, um dann in deren Gestalt zu schlüpfen. Nehmt ihr beispielweise das Aussehen eines Blackwatch-Soldaten an, habt ihr plötzlich Zugang zu Orten, an die ihr sonst nicht gelangen könntet. Hier warten dann noch Nebenmissionen auf euch, die zwar nicht erfüllt werden müssen, teilweise aber die Hauptstory vorantreiben. Es ist daher ganz euch überlassen, wieviele Missionen ihr erledigen wollt, wie ihr an diese herangeht usw..
Auch seid ihr nicht nur zu Fuß unterwegs, könnt euch Fahrzeuge schnappen oder ab und an mit Panzern durch die Gegend heizen. Auch könnt ihr beispielsweise einen Raketenwerfer von einem Panzer abrupfen und ihn somit als "tragbare" Waffe nutzen. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, dass die Zielfunktion nicht das Gelbe vom Ei ist.

Die einzelnen Teile der Stadt präsentieren sich recht abwechslungsreich. Zwar sind die Texturen ab und an sehr verwaschen und auch die Weitsicht ist nicht wirklich gegeben, dies sind aber alles Kleinigkeiten, die inmitten der Action nicht sonderlich auffallen.
Hierfür läuft Prototype 2 sehr flüssig, auch dann, wenn jede Menge auf dem Bildschirm los ist. An jeder Ecke wuseln Passanten, Mutanten oder Soldaten durch die Stadt, es gibt kaum Gebiete, die langweilig wirken. Der Spielfluß wird selbst bei Zonenwechseln kaum gestört, denn die Ladezeiten sind hierbei sehr kurz gehalten.

Die Steuerung ist recht simpel, dafür aber auch sehr schnell erlernt. Mit wenigen Tasten habt ihr euren Charakter unter Kontrolle und könnt euch durch die Stadt kämpfen, oder absorbiert, was euch vor die Nase kommt. Die Kamera ist weitestgehend ok, allerdings kommt es manchmal dazu, dass sie sehr unvorteilhaft das zeigt, was auf dem Bildschirm passiert, bzw. dann passieren sollte. Hier kann es passieren, dass ihr nur eine Häuserwand seht, nicht aber das, was eigentlich wichtig ist. Diese Aussetzer sind jedoch sehr selten, daher kann man sie verschmerzen.
Der Sound geht ebenfalls in Ordnung. Die Spielgeräusche sind passend, die Sprachausgabe gut und die Hintergrundmusik sorgt für zusätzliches Actionfeeling.

Fazit:
Prototype 2 ist zwar nicht das Überspiel, aber es macht trotzdem Spaß. Das Open-World-Schema wurde recht gut genutzt und bietet sehr viel Abwechslung, wenn man einmal von den eintönigen Missionen absieht. Die Story ist hierfür aber umso besser und animiert, möglichst viele Erinnerungen "zu sammeln". Zudem ist die Spielzeit mit ca. 12 Stunden - wenn man sich nur auf die Hauptstory konzentriert - recht ordentlich. Räumt man komplett auf, ist man natürlich wesentlich länger unterwegs. Wer also ein Actiongame sucht, in dem er für jede Menge Chaos sorgen kann und nicht an strenge Vorgaben gebunden ist, der sollte bei Prototype 2 bedenkenlos zugreifen. Auch alle anderen, die Actiongames mögen, sollten sich den Titel einmal anschauen. Prototype 2 ist zwar nicht perfekt, macht aber trotzdem Spaß - und das ist es doch, was man von einem Game erwartet, oder?

Media

  • Releasedatum: Dienstag, 24 April 2012
  • Preis: 20,13 €
  • Genre: Action
  • Altersfreigabe: USK: 18
  • Plattform(en): PS3
  • Sprache(n): Deutsch

Related items

More in this category: « NHL 14 SingStar Guitar »