Sonic & SEGA All-Stars Racing

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Seit vielen Jahren kommt man, wenn man von Fun-Racern redet, nicht an Nintendos "Mario Kart" vorbei. Bisher hat es kein anderer Entwickler geschafft, den Klempner von seinem Kart-Thron zu stoßen. Nun versucht Sega, sich mit Sonic & SEGA All-Stars Racing ein Stück vom Racer-Kuchen abzuschneiden, bzw. dessen Stückchen neu aufzuteilen. Ob Sega sich ein großes Stück vom Kuchen sichern kann, oder das Stück mit saurer Sahne erwischt hat, könnte euch unser Review zeigen...

Kurz nach dem Einlegen der Spiel-Disc lädt euch das Spiel ein, mit Sonic eine Runde zu fahren. Dies dient als Tutorial, um mit den Spieleigenschaften vertraut zu werden. Für Neulinge ist es also sinnvoll, das kurze Tutorial zu absolvieren, um zu erfahren, wie gefahren wird, wie man Waffen einsetzen kann und was es mit dem Driften auf sich hat. Drückt man das Tutorial weg, kann man es später aus dem Menü erneut aufrufen. Schon auf dieser Probefahrt merkt man, dass Sonic & SEGA All-Stars Racing ein reinrassiger Fun-Racer ist. Bunt, abgedrehte Strecken und Charaktere, viele Waffen etc. findet man im Spiel, eine Kartsimulation sollte man hier natürlich nicht erwarten.

An spielbaren Charakteren hat sich in Sonic & SEGA All-Stars Racing alles versammelt, was bei Sega Rang und Namen hat. Sonic der Igel und seine Freunde/Feinde dürfen natürlich nicht fehlen, aber auch Charaktere aus anderen Sega-Titeln wird man finden. Aiai, das Äffchen aus "Super Monkey Ball", seinen Primatenkollegen Amigo aus "Samba de Amigo", Billy Hatcher, die ChuChus aus ChuChuRocket, Ryu Hazuki (Shenmue) oder Opa-Opa sind nur einige der Fahrer, die ihr in Sonic & SEGA All-Stars Racing vorfindet. Gleiches gilt für die Strecken, die man befahren darf. Hier hat quasi jeder Charakter seine persönliche Hausstrecke mitgebracht, so fährt man beispielsweise in der Märchenwinterwelt von Billy Hatcher oder durch die Samba de Amigo-Welt.

Für Abwechslung bei den spielbaren Charakteren und zu fahrenden Strecken ist also gesorgt. Insgesamt 24 Strecken gibt es, die für längeren Spielspaß sorgen. Die Steuerung ist recht simpel. Wie bei Fun-Racern üblich, kann man sich Bremsmanöver auf den diversen Strecken nahezu komplett sparen. Mit der rechten Schultertaste gibt man Gas, mit der linken driftet man, mit X feuert man eingesammelte Waffen ab, das war es auch schon und mehr sollte bei einem Fun-Racer auch nicht nötig sein. Die einzusammelnden Waffen sind wohl das größte Manko des Spiels, denn hier hat man ein wenig mit Abwechslung gegeizt. Fliegende Boxhandschuhe, Raketen, Regenbögen die den anderen Fahrern die Sicht nehmen sollen und anderes findet man in PowerUp-Blasen. Leider lassen sich die meisten der PowerUps nicht gezielt genug einsetzen, als dass sie zwingend einen Vorteil bringen würden.
Fährt man sich also einen Vorsprung auf das Verfolgerfeld raus, wird man sich kaum Sorgen machen müssen, von irgendwelchen Waffen getroffen zu werden.
Jeder Charakter hat noch zusätzlich einen AllStar, den er in den PowerUp-Blasen finden kann. Diese AllStars unterscheiden sich, mehr verraten möchte ich hier aber nicht, da man diese "Nettigkeiten" selbst rausfinden sollte. Gut eingesetzt können die AllStars aber einen entscheidenden Vorteil bringen...

Spielmodi warten in Sonic & SEGA All-Stars Racing einige. Für Solospieler gibt es zum einen natürlich Einzelrennen, wobei hier nicht von Anfang an auf allen Strecken gefahren werden darf. Diese muß man sich im Shop zusammenkaufen, wobei die Einkäufe hier mit gefahrenen Meilen bezahlt werden. Diese Meilen sammelt man, in dem man fährt - irgendwie logisch, oder? Aber nicht nur durch das Fahren häufen sich die Meilen auf der virtuellen Fahrerlizenz an, sondern auch für andere Dinge bekommt man eine Art Bonusmeilen gutgeschrieben. Gewinnt man beispielsweise ein Rennen, erhält man mehr Meilen gutgeschrieben, als wenn man auf den hinteren Plätzen ankommt. Neben den Strecken können im Shop weitere Charaktere und Musikstücke freigeschaltet werden, die ebenfalls mit Meilen bezahlt werden. Hier heißt es also: Viel Spielen, um alles freizuschalten.

Kommen wir aber zu den Spielmodi zurück. Neben den Einzelrennen dürfen Solospieler Missionen bestreiten, die sich voneinander unterscheiden. Ringe wollen eingesammelt, Zombies abgeschossen oder bestimmte Duelle gewonnen werden. Insgesamt warten hier knapp 60 Aufgaben auf den Spieler, die es zu erfüllen gilt.
Der nächste Modus für Solospieler ist der Grand-Prix-Modus. Hier warten insgesamt 6 Cups darauf, dass der Spieler sie gewinnt. Jeder Cup besteht aus 4 Einzelrennen, wobei es gilt, am Ende eines Cups in der Rangliste ganz oben zu stehen. Die Grand Prix dürfen in drei Schwierigkeitsstufen gespielt werden, wobei die höchste Stufe auch für Profis recht happig ist. Fahrfehler darf man sich hier nicht mehr leisten, es gilt also das berühmte üben, üben, üben...
Als Solospieler hat man zusätzlich die Möglichkeit, gegen Ghostfahrer anzutreten, die man besiegen soll. Diese Ghostfahrer sind entweder Entwickler-Ghosts oder aber es sind die Ghosts anderer Spieler, wenn die Konsole mit dem Internet verbunden ist. Ist sie dies, kann man versuchen, die Bestzeiten anderer Spieler zu schlagen.

Sonic & SEGA All-Stars Racing wäre kein Fun-Racer, wenn man diesen nur alleine spielen könnte. Zum einen darf online mit bis zu 8 Spielern gedaddelt werden. Leider können online nur Einzelrennen bestritten werden, es gibt keine Rangliste oder somstiges. Die Rennen gegen andere Spieler machen zwar Spaß, mehr Onlinevarianten wie etwa Grand Prix oder Weltrangliste wären aber wünschenswert gewesen. Dafür laufen Onlinerennen absolut lagfrei ab, es gab keinerlei Ruckler während unserer Onlineausflüge.
Aber nicht nur online darf mit mehreren gespielt werden, sondern auch an einer Konsole. Bis zu vier Spieler können sich im Splitscreen heisse Duelle liefern. Und im Gegensatz zum Onlinemodus hat man sich hier richtig Mühe gegeben, den Spielern etwas zu bieten. Ob in Kampfarenen oder in Ausscheidungsrennen, beim Verteidigen eines Chaos oder in Standardrennen, Sonic & SEGA All-Stars Racing bietet hier tolle Unterhaltung für mehrere Spieler. Somit ist der Titel ein willkommener Party-Raser, wenn man mal keine Lust auf Mikrofone oder Buzzer hat.

Optisch bietet Sonic & SEGA All-Stars Racing einiges. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet und die Strecken sehr abwechslungsreich. Manche Strecken sollte man sich in Ruhe anschauen, da es hier und da Abkürzungen gibt, die man beim normalen Durchrasen nicht zwingend sieht. Die Umgebungen der Strecken lockern das Geschehen auf und bieten viel Abwechslung.
Musikalisch kann man ebenfalls nichts an Sonic & SEGA All-Stars Racing aussetzen. Über 30 Musikstücke sorgen für Stimmung, wobei man hier viele Stücke aus anderen Sega-Titeln wiederfinden wird. Wie schon erwähnt, sind nicht alle Stücke gleich verfügbar, diese muß man sich im Shop zusammenkaufen.
Die Steuerung ist denkbar einfach und schon nach einem Proberennen kommt man sehr gut mit ihr zurecht. Mit dem Driften hat man es ab und an ein wenig übertrieben, da dieses Feature zu spielentscheidend ist. Ohne häufiges Driften wird man keine Chance haben, ganz oben auf dem Treppchen zu stehen.

Am Spiel gibt es kaum etwas auszusetzen, jedoch aber an der Politik, die man mit MiniAddOns verfolgt. Inzwischen können weitere Charaktere und Fahrzeuge im PlayStation Network (und auf Xbox Live) runtergeladen werden. Dann aber für einen neuen Charakter + einer neuen Strecke 5,99€ vom Spieler zu verlangen, ist schon ganz schön dreist. Für 2,99€ würde ich hier nichts sagen, aber knapp sechs Euronen sehe ich als Abzocke an und man sollte sich gut überlegen, ob man wirklich so viel für so wenig ausgeben möchte.

Fazit:
Sonic & SEGA All-Stars Racing schafft das, was schon viele andere Fun-Racer versucht haben. Es kommt sehr nah an "Mario Kart" ran und bietet langen Spielspaß sowie viel Abwechslung für die PS3. Zwar hat man sich schamlos beim Genreprimus bedient, aber man kann das Rad nun mal nicht neu erfinden, es wird rund bleiben.
Neben vielen Solomöglichkeiten kommen besonders die Spieler auf ihre Kosten, die mit mehreren an einer Konsole spielen wollen. Die vielfältigen Spielmöglichkeiten sind hier ganz klar hervorzuheben, der Onlinemodus hingegen hätte mehr bieten müssen. Alles in allem kann ich Sonic & SEGA All-Stars Racing aber empfehlen. Wer einen modernen Fun-Racer sucht, kann getrost zugreifen!

  • Releasedatum: Mittwoch, 08 August 2012
  • Preis: 29,95 €
  • Genre: Rennspiel
  • Altersfreigabe: USK: 6
  • Plattform(en): PS3, NDS, Wii, PC
  • Sprache(n): Deutsch