Tehra - Dark Warrior

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Stellt euch eine Fantasy-Welt vor, nennen wir sie Sistar, in der es drei Rassen gibt: Drachen, Dämonen und Menschen. Letztgenannte bekämpfen sich seit Urzeiten und nutzen dabei die Stärke der Drachen. Irgendwann jedoch wird den kriegführenden Rassen klar, dass der Krieg nichts bringt und sie schließen ein Abkommen, welches dafür sorgt, dass das Reich in sechs Königreiche aufgeteilt wird. Dämonen und Menschen haben jeweils drei davon in ihrer Hand, die Hüterin des Ganzen ist Tehra, die dunkle Kriegerin. Sie soll dafür sorgen, dass sich jeder König an den Pakt hält, was natürlich schiefgeht. Die Dämonen sind zu machthungrig und so muss Tehra ausziehen, um alles wieder ins rechte Lot zu bringen.

Zu Beginn des Spiels wird euch auffallen, dass Tehra den Aspekt des Ausziehens offenbar etwas mißverstanden hat, denn sie ist äußerst leicht bekleidet. Da fragt man sich doch, wie so wenig Stoff überhaupt irgendeinen Schutz gegen die Schläge bieten kann, die die Heldin einstecken muss. Aber dies hier soll ja keine Modekritik werden, also wenden wir uns dem eigentlichen Geschehen zu. Tehra hat nicht nur den "Kampfanzug", sie besitzt auch ein geradezu übergroßes Schwert, mit dem sie sich fortan gegen die anstürmenden Gegner zur Wehr setzen darf. Dabei folgt sie einem linearem Weg durch die einzelnen Kapitel, in die Tehra - Dark Warrior unterteilt ist. Zwar bieten manche Areale auch Abzweigungen, es liegt jedoch nicht an euch, in welcher Reihenfolge ihr diese zu säubern habt.

Der Hauptaugenmerk des Spiels liegt also beim Kämpfen, soviel ist klar. Mutig und mit dem blanken Siegeswillen vor Augen schwingt ihr euer Schwert und versucht, euch nicht von den Gegnern in die Ecke drängen zu lassen. Auch einige Zauber dürfen eingesetzt werden, um voran zu kommen. Natürlich wird Tehra im Laufe des Spiels auch stärker, denn sie kann sich dank eingesammelter Geldmünzen neue Fähigkeiten kaufen. Außerdem hinterlassen die erlegten Gegner freundlicherweise bunte Bällchen, mit deren Hilfe unsere Heldin levelt. Das ist auch bitter nötig, denn der Schwierigkeitsgrad steigt im Spielverlauf recht stark an und sorgt dafür, dass die leichtbekleidete Heldin alle Hände voll zu tun hat. Neben Herumlaufen, draufhauen und dabei hübsch aussehen kann Tehra sogar springen, was ihr die Möglichkeit verschafft, einige Kombos einzusetzen.

Natürlich leidet bei der ganzen Kämpferei Tehras Gesundheit, kein Wunder, wenn man an diesen "rüstungsstarken" Kampfanzug denkt. Aber keine Sorge, ihr werdet nicht allein gelassen, denn in umherstehenden Schatztruhen lassen sich Fläschchen finden, mit denen ihr eure Gesundheitsleiste wieder auffüllen könnt. Auch beim Betreten eines neuen Gebiets seid ihr wie durch ein Wunder wieder vollkommen gesundet. Sozusagen als Vorsorgemaßnahme ist es euch möglich, gegnerische Angriffe zu blocken, was allerdings nicht gerade einfach ist. Denn dazu muss Tehra ihren hübschen Kopf anstrengen und diese Angriffe fast vorhersehen. Hat der Gegner erstmal zum Schlag ausgeholt, ist es meist schon zu spät. Doch unsere Heldin ist ja nicht ganz blöd und so merkt sie sich die Angriffe der einzelnen Gegnerarten und hat somit eine bessere Chance beim Blocken.

Um die verschiedenen Areale freizuspielen, muss Tehra bestimmte Bedingungen erfüllen, z.B. Kristallträger zerschlagen oder spezielle Gegner zu Mus hauen, um einen Schlüssel zu erhalten. Für Abwechslung sorgen auch die fordernden Bosskämpfe, die es zu bestreiten gilt und bei der endlich auch mal die Drachen zum Zug kommen. Hier lohnt es sich auch, Tehra in ihr dämonisches Ich zu versetzen, in dem Zustand ist sie zwar vielleicht nicht ganz so hübsch und kann immer noch verwundet werden, allerdings kann sie auch mehr austeilen. Alles in allem solltet ihr darauf achten, dass ihr eure Fertigkeiten nicht zu einseitig ausbildet, denn dadurch würdet ihr euch Tehra - Dark Warrior unnötig schwer machen.

Wie wird eure leichtbekleidete Heldin denn optisch in Szene gesetzt? Nun, man sieht dem Spiel seinen Ursprung an, denn es kommt - man lese und staune - vom iPhone. Was bedeutet das nun genau? Sagen wir es mal so: Vielleicht hätte man mehr Details in die Umgebungen setzen sollen als in die Kurven der Heldin, deren Reize durch die Polygon-Armut auch fast verpuffen. Abwechslung ist in den einzelnen Arealen eher ein Fremdwort, das ganze Spiel präsentiert sich recht trist und langweilig. Der Sound kann da schon etwas mehr überzeugen, die musikalischen Elemente sorgen wenigstens etwas für Atmosphäre in den Kämpfen.Die Steuerung ist auf beiden Systemen recht simpel, wodurch es euch leicht gemacht wird, die einzelnen Schlachten zu überstehen.

Fazit:
Würde ich jetzt sexistisch denken, wäre mein Augemnerk nur auf die Herren der Schöpfung gerichtet, die wohl nur auf die leichtbekleidete barbusige Heldin starren. Aber so bin ich ja nicht, von daher habt ihr ein anständiges Fazit verdient. Über Tehra - Dark Warrior kann man sagen, dass es ein einfach gestricktes Action-Adventure ist, dass jedoch eher an ein Hack'n'slay erinnert. Lineare langweilige detalarme Spielabschnitte, gepaart mit einem sich ewig wiederholenden Ablauf: Laufen, Schlagen, Springen, laufen ... Der Schwierigkeitsgrad steigt schnell an, Bosskämpfe sorgen für etwas Abwechslung. Alles in allem bleibt es doch wohl eher bei meiner ersten Einschätzung: Die Optik von Tehra macht vieles wett: Sex sells eben und das gilt auch für die Kategorie "minis" im Playstation Store.

  • Genre: Action-Adventure
  • Altersfreigabe: USK: 16
  • Plattform(en): PS3, PSP