Uncharted 3: Drake's Deception

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"Männliche Lara Croft", so wurde Nathan Drake noch betitelt, bevor 2007 der erste Teil der Uncharted-Serie in den Handel kam. Ganz klar, denn Nathan Drake drang in das bis dahin seinem weiblichen Gegenstück gehörende Genre ein. Aber statt wie ein Hund sein Revier zu markieren, setzte Nathan sein vollbusiges Gegenstück durch Leistung ausser Gefecht. Bzw. schaffte er dies nicht alleine, sondern verdankt das in erster Linie seinen Entwicklern: Naughty Dog. Inzwischen sind wir beim dritten Teil der Serie angelangt: Uncharted 3: Drake's Deception. Und oft ist es so, dass der, der die Latte selbst sehr hoch legt, nicht mehr über diese drüber kommt. Ob Naughty Dog auch mit Teil 3 der Uncharted-Serie einen Hit landen kann, oder ob Nathan diesmal den virtuellen Löffel abgibt - lest selbst...

Wie ein Abenteurer nunmal so ist, kann dieser nicht lange an einem Ort bleiben und schon gar nicht, wenn es dort nichts zu entdecken gibt. Nathan Drake gehört ganz klar zu dieser Spezies, zudem gehört er noch zu den Menschen, die Ärger anziehen wie das Licht die Motten. So ist auch in Uncharted 3: Drake's Deception wieder dafür gesorgt, dass Nathan von einer brenzligen Situation in die nächste gerät, diesmal führt ihn seine Reise nach Arabien. Sein Ziel dort: die verschwundene Stadt Iram, die auch als "Atlantis der Wüste" bekannt ist. Aber dorthin müssen Nathan und seine Freunde erst einmal gelangen. Natürlich ist Nathan auch in Uncharted 3: Drake's Deception nicht alleine unterwegs, sondern sein Weggefährte Sully ist ebenfalls wieder mit von der Partie.

Hier kommt auch schon die erste Neuerung ins Spiel, denn in Rückblenden erfährt man, wie Nathan überhaupt zum Abenteurer wurde und dass er dies in erster Linie Sully zu verdanken hat. Mehr möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht verraten, das solltet ihr während des Spielens selbst rausfinden. Uncharted 3: Drake's Deception beginnt in einem englischen Pub, in dem Nathan und Sully einen Ring verschachern wollen. Allerdings kommt es nicht zum Geschäftabschluß, dafür entfacht eine wilde Schlägerei, in der Nathan und Sully natürlich wieder einmal im Mittelpunkt stehen. Hier lernt man auch gleich die Dame kennen, mit der Nathan im dritten Uncharted-Teil noch einige Probleme bekommen wird: Katherine Marlowe.

Die gute Frau ist die Anführerin eines Geheimbundes und wie der Zufall es will, ist sie an dem Ring interessiert, den die beiden verkaufen wollten. Dieser soll nämlich der Schlüssel zum Atlantis der Wüste sein. Somit kommt es zu einer wilden Verfolgungsjagd um die ganze Welt, von London, über Frankreich, bis hin in die endlose Sandwüste Rub al-Khali.
Und hier zeigt Naughty Dog wieder einmal, dass sie wissen, was sie aus der PlayStation 3 herausholen können. Wunderschöne Licht- und Schatteneffekte, bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Schauplätze, die vor liebevollen Details nur so strotzen und Action satt warten auf den Spieler.

War man gerade noch im Pub, findet man sich schon kurze Zeit später im Londoner Untergrund wieder. Kurz darauf wuselt man durch ein Schloß in Frankreich, wird seekrank, während man auf einem Schiff auf stürmischer See umhertorkelt, steht im Bauch eines Frachtflugzeugs usw. Während man die Story spielt, kommt man kaum zur Ruhe. Zum einen durch die häufigen Actionsequenzen, zum anderen aber auch, weil die optische Gestaltung der Gebiete einfach atemberaubend ist. Und wenn man sich gerade nicht gegen Feindmassen erwehren muß oder durch enge Gassen hechtet, klettert und hangelt man in bester Assassinen-Manier an Wänden entlang oder versucht, Abgründen ein Schnippchen zu schlagen.

Was in Uncharted 3: Drake's Deception nicht fehlen darf, ist viel Rätselkost. Im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen muß man in Uncharted 3: Drake's Deception sein Köpfchen jedoch wesentlich mehr anstrengen. Zwar bekommt man bei einigen Rätseln auch diesmal wieder hilfreiche Tipps, wenn man Nathans Tagebuch aufmerksam liest, bei einigen Aufgaben hilft aber auch das Tagebuch diesmal nicht weiter. So warten unzählige Schalter-, Plattform- und Verschiebe-Rätsel auf den Spieler. Zu keiner Zeit unfair, aber trotzdem fordernd.

Wie gesagt, kommt es recht oft zu Kämpfen, hierbei meist zu Schusswechseln. Um auch hierbei für Abwechslung zu sorgen, sind ca. 20 Waffen im Spiel, die Nathan benutzen kann. Von der einfachen Pistole, über durchschlagkräftigere Schusswaffen bis hin zu Granaten, die Nathan nun endlich auch zurückwerfen kann. War es in den ersten beiden Teilen noch so, dass die Dinger unweigerlich dort explodierten, wo sie landeten, kann man diese nun gegen seine Feinde einsetzen. Schnell genug reagiert, Granate aufgehoben und zurückgeworfen, das spart eigene Munition. Auch kann man sich ein Schild schnappen und somit gut geschützt voranschreiten.
Die KI der Gegner ist nicht wirklich hoch anzusiedeln, das wird eher durch die Menge der Feinde wieder wett gemacht.

Eine weitere Neuerung in Uncharted 3: Drake's Deception ist, dass man sich die Umgebung nun gezielt zunutze machen kann. Stehen beispielsweise einige Gegner auf einer Plattform, die von einer Säule gestützt wird, braucht man nun nur noch die Säule zu zerlegen, schwups - mehrere Gegner auf einmal ausgeschaltet. Natürlich brechen Säulen nicht bei einer Kugel in sich zusammen, hier muß man schon einige Male drauf schießen, bis diese nachgeben.
Auch während des Kletterns kann man wieder auf seine Feinde schießen, was sehr schön animiert wurde. Ansonsten sind die Klettereinlagen wieder diese gewissen Herzschlagmomente, die man bereits z.B. aus der Flugzeugszene in Teil 2 kennt. Gerade noch den Vorsprung ergriffen, fallen Teile in sich zusammen, an denen man noch Sekundenbruchteile zuvor hing.

Diese Schreckmomente sind es auch, die die Klettereinlagen immer wieder actionreich gestalten, auch wenn man bereits weiß, wolang man klettern muß. Diese Einlagen sind nämlich nach wie vor sehr linear gestaltet, was sie trotzdem nicht minder aufregend macht. Linear gestaltet sich übrigens nach wie vor das gesamte Spiel, allerdings kommt man sich nie vor, als würde man sich in einem Schlauch bewegen. Die ständige Action sorgt dafür, dass man gar nicht dazu kommt, sich eine offene Welt zu wünschen.
Und wer nicht ausreichend beschäftigt ist, kann wieder viele Dinge einsammeln, die teils recht gut versteckt sind.

Natürlich gibt es auch in Uncharted 3: Drake's Deception wieder einen Multiplayerpart. In allen Spielmodi ist es hierbei möglich, Erfahrungspunkte zu sammeln und somit aufzuleveln. Zudem kann der Charakter mit neuen Waffen ausgerüstet oder mit Spezialfähigkeiten ausgestattet werden. Auch im lokalen Netzwerk kann gespielt werden, ob nun im Team oder gegeneinander, dies bleibt ganz den Spielern überlassen. Reichlich Koop-Missionen sorgen auch hier für langen Spielspaß. Zudem kann man ein Clan-Symbol einstellen, welches die Zusammengehörigkeit noch ein wenig untermalt. Natürlich geht dies auch im Splitscreenmodus an nur einer Konsole.
Aber auch online bietet Uncharted 3: Drake's Deception wieder sehr viele Spielmodi, die für zusätzlichen Spielspaß sorgen, nachdem man die Story durchgespielt hat.

Optisch läßt der Titel nichts zu wünschen übrig. Die unterschiedlichen Gebiete sind allesamt klasse gestaltet und mit vielen liebevollen Details ausgestattet. In der Wüste kann man quasi jedes Sandkorn einzeln erkennen, so viel Arbeit wurde in die Texturen gesteckt. Auch die Verwehungen beim Laufen können sich im Wüstenabschnitt sehen lassen. Als anderes Beispiel gilt die Fahrt auf dem Schiff, wobei hier eigens für diesen Abschnitt eine rauhe See kreiert wurde, die dafür sorgt, dass man schon vom bloßen Hingucken seekrank wird. Auch das Feuer, welches in einem der Abschnitte auflodert, frisst sich langsam durch das Level, greift auf Bilder über usw.
Das gleiche, was schon für die optische Darstellung galt, gilt für den Soundtrack, die Synchronsprecher und die übrige Geräuschkulisse. Hier passt alles stimmig zusammen, der Titel erinnert ein ums andere Mal an einen perfekt inszenierten Blockbuster im Kino.

Fazit:
Uncharted 3: Drake's Deception ist das, was man sich erhoffte, vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Story und Setting passen wie die berühmte Faust aufs Auge. Der Spieler ist dauernd gefordert, ob nun in Schieß- oder Klettereinlagen, oder aber mit dem Lösen von teils heftigen Rätseln.
Der einzige Nachteil ist vielleicht, dass man Uncharted 3: Drake's Deception nach ca. 10 Stunden durchgespielt hat. Natürlich stehen dann noch die diversen Multiplayermodi zur Verfügung, in denen man sich wieder Monate austoben kann.
Wieder ist es Naughty Dog gelungen, mit dem neuen Uncharted-Teil einen Pflichtkauf für PS3-Besitzer zu entwickeln. Und wer noch keine PS3 hat, der sollte sich nun überlegen, sich diese endlich zuzulegen und am besten gleich die gesamte Trilogie am Stück zu spielen.
Auf jeden Fall ist Uncharted 3: Drake's Deception ein Titel, der in keiner PS3-Sammlung fehlen darf!

Media

  • Releasedatum: Freitag, 28 Oktober 2011
  • Preis: 21,71 €
  • Genre: Action-Adventure
  • Altersfreigabe: USK: 16
  • Plattform(en): PS3
  • Sprache(n): Deutsch