Black Mirror

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Erinnert ihr euch noch an das damalige Black Mirror, das 2004 erschien? Es gab damals noch zwei weitere Teile, die 2009 und 2011 erschienen, leider wurde die Serie aber damals nicht fortgesetzt. Nun gibt es eine Neuauflage rund um die Abenteuer des jungen David Gordon, entwickelt von KING Art, gepublisht von THQ Nordic. Erneut begebt ihr euch zum Schloss Black Mirror, welches im Spiel allerdings Sgathan Dubh House genannt wird – der gälische Name des Schauplatzes.

Gleich zu Beginn werdet ihr direkt in das Geschehen und die geheimnisvolle Story hineingezogen. Ihr steuert Davids Vater, der vor irgendwem oder irgendetwas auf der Flucht ist. Leider werden euch schon hier die hölzernen Animationen auffallen, ab und an kommt es auch zu Rucklern. Und auch die Kamerasteuerung wirkt etwas ungelenk, Perspektivenwechsel führen zu unnötiger Verwirrung. Wenn ihr an wichtigen Gegenständen vorbeikommt, könnt ihr diese nur aktivieren, wenn ihr pixelgenau steht, gezielt anwählen könnt ihr sie nicht.

Doch lasst euch von diesen Dingen nicht direkt abschrecken, sonst gelangt ihr erst gar nicht nach Sgathan Dubh House, wo euch einige, sehr unterschiedliche, Charaktere erwarten. Schnell beschleicht euch das Gefühl, dass ihr nicht gerade willkommen seid. Ein mürrischer Butler, eine recht zugeknöpfte Großmutter und ein ängstliches Zimmermädchen sind nur einige der Personen, denen ihr begegnet. Und jeder in dem Anwesen scheint irgendwelche Geheimnisse zu haben.

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Sgathan Dubh House wurde gut in Szene gesetzt und bietet viele schummrige Ecken, die zum Erkunden einladen. Viele Räumlichkeiten werden erst im Laufe des Spiels zugänglich. Was auch hier verwirrend wirkt, sind die Perspektivenwechsel, die Kamera scheint an fixen Punkten im Haus und in der Umgebung zu hängen. Ihr lauft z.B. eine Treppe hinauf und plötzlich seht ihr alles aus einem komplett anderen Winkel als noch am Fuße der Treppe. Dadurch entgeht euch vielleicht das ein oder andere Detail, was wichtig wäre, wie etwa herumliegende Fotoschnipsel.

Außerdem müsst ihr euch bei jedem Schauplatz-Wechsel auf Ladezeiten einstellen, die nicht gerade kurz sind. Das stört den Spielfluß doch extrem. Doch auch hier gilt: Nicht abschrecken lassen, denn Black Mirror bietet euch eine durchaus spannende Story, bei der es sich lohnt, dabei zu bleiben. Und auch die diversen Rätsel können überzeugen, sie sind oftmals sehr knifflig gestaltet und dürften auch für Profis nicht zu leicht sein. Besonders die Geheimfächer in verschiedenen Möbelstücken haben es in sich.

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Je länger David in Sgathan Dubh House ist, desto mehr Visionen überkommen ihn. Auch in den Visionen werdet ihr gefordert, denn ihr müsst die richtigen Interaktionspunkte aktivieren, um weiter zu kommen oder zu überleben. Das ist teilweise recht fordernd und oftmals braucht ihr mehrere Anläufe, um erfolgreich aus einer Vision zurück zu kehren. In diesen Visionen erfahrt ihr zudem mehr über die schaurige Geschichte des Sgathan Dubh House und seiner Bewohner.

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Gegenstände, die ihr aufsammelt, landen in eurem Inventar, welches sich leicht aufrufen lässt. Zudem erhaltet ihr im Menü noch Informationen über die verschiedenen Personen im Spiel und könnt eine Quest-Übersicht aufrufen. In der Regel hat David auch immer einen Spruch auf Lager, der euch versteckte Hinweise darauf gibt, was als nächstes zu tun ist. Bei den diversen Rätseln ist er allerdings meistens still, gerade hier würdet ihr euch oft über etwas Hilfe freuen.

Sehr gelungen ist die Soundkulisse von Black Mirror. Die Musik bleibt zwar meist dezent im Hintergrund, sie wirkt dadurch aber auch an keiner Stelle störend. Und die deutsche Synchronisation ist nahezu perfekt. Stellenweise überzeugt sie nicht ganz, im Großen und Ganzen lohnt es sich aber, den Personen zuzuhören und die Dialoge nicht einfach weg zu klicken. Grafisch sind einige Schattenseiten zu vermelden, im wahrsten Sinne des Wortes.

Um Sgathan Dubh House den typischen Charme eines alten schottischen Herrenhauses zu verpassen, wurde permanent ein Grauschleier eingesetzt, der zwar für Atmosphäre sorgt, allerdings auch oft genug fehl am Platz ist. Gerade tagsüber würde man sich schon etwas mehr Licht erwarten, trotz einer gewissen Staubschicht, die sicherlich über allem liegt. Auch manche Lichteffekte sind überflüssig und wirken deplatziert.

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Fazit:
Wenn ihr Wert auf eine spannende Geschichte voller Geheimnisse und Mythen legt, seid ihr mit Black Mirror gut bedient. Denn die wird euch hier geboten.

Allerdings ist die technische Umsetzung nicht gelungen, zu viele Dinge stören den Spielspaß. Seien es nun die hölzernen Animationen und die fast völlig fehlende Mimik der Charaktere, die verwirrenden Perspektivenwechsel oder der Umstand, dass ihr des öfteren an unsichtbaren Kanten hängen bleibt.

Grafisch gesehen liefert Black Mirror eine gute Atmosphäre, allerdings wird euch auch öfter ein leichtes Kantenflimmern auffallen. Zudem nervt der ständige Grauschleier etwas. Dafür kann die Soundkulisse überzeugen und auch die Synchronisation ist gelungen. Auf eine allzu lange Spielzeit solltet ihr euch aber nicht einstellen, knappe acht Stunden werdet ihr mit David Gordon verbringen.

Aus Black Mirror hätte ein Adventure-Tipp werden können, wenn neben der Story auch die Technik gestimmt hätte. So ist es eben nur ein durchschnittlicher „Reboot“ eines echten Klassikers.

Pro:

- Spannende Story

- Knifflige Rätsel

- Deutsche Synchronisation ist gelungen

- Interessante Charaktere

- Stimmige Musikuntermalung

Contra:

- Unnötige Perspektivenwechsel

- Steuerung oft hakelig

- Sehr viele Ladezeiten

- Grauschleier wirkt oft überflüssig

- Gelegentliches Kantenflimmern

- Hölzerne Animationen und fehlende Mimik

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Media

  • Releasedatum: Dienstag, 28 November 2017
  • Genre: Adventure
  • Altersfreigabe: USK: 12
  • Plattform(en): PS4, Xbox One, PC
  • Sprache(n): Deutsch
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