Titanfall

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Seit die Xbox One angekündigt wurde, ist auch Titanfall im Gespräch. Der Multiplayer-Shooter gilt inzwischen als Zugpferd für Microsofts neue Konsole, die sich nicht so recht aus den Startlöchern bewegen will. Umso mehr ärgert es da, dass Titanfall wohl weiterhin nicht für die PlayStation 4 erscheinen wird, auch wenn man die Hoffnung ja bekanntlich nie aufgeben sollte. Wir haben uns deswegen auf der Xbox One ins Mech-Getümmel gestürzt und wollten wissen, ob der Titel wirklich der Überflieger ist, den viele erwarten...

Gleich zu Beginn sei gesagt, dass Titanfall ein reiner Multiplayer-Shooter ist. Wer hier eine umfangreiche Solokampagne und mehr erwartet, der wird dies nicht finden. Eine Kampagne gibt es trotzdem, jedoch hätte man sich diese auch sparen können. In dieser erlebt ihr die Geschichte der beiden Fraktionen, auf die ihr in Titanfall trefft. Während laufender Multiplayer-Gefechte werden dabei immer wieder kurze Filmsequenzen oder Audiologs eingeblendet, in denen ihr die Geschichte erfahrt. Braucht im Prinzip keiner und im actionlastigen Spielablauf geht das meiste davon sowieso unter.

Aber kommen wir zu dem, worum sich das Spiel eigentlich dreht, nämlich um spannende Multiplayergefechte mit maximal 12 Spielern (sechs auf jeder Seite). Aufgestockt wird dies alles durch eine Ladung Nichtspieler-Charaktere. Bevor der erste Titan gerufen wird, sind dies meist nur einfache Soldaten, betritt der erste Titan jedoch das Spielfeld, werden diese Einheiten stärker. Wann ihr euren Titan rufen könnt, wird euch mittels eines Timers am Bildschirmrand angezeigt. Oft werdet ihr jedoch zu Fuß, also ohne Titan, auf den Karten unterwegs sein.

Dann könnt ihr euch dort flink bewegen, springt an Wänden ab, saust über Dächer oder durch Schluchten und versucht, den gegnerischen Einheiten das Leben schwer zu machen. Vernichtet ihr dabei noch computergesteuerte Einheiten, wird die Spawnzeit für euren Titan verringert. Das bewirkt dann auch, dass fast nie zu viele Titanen gleichzeitig auf dem Spielfeld sind. Ist euer Titan bereit, klettert ihr - schön animiert - in diesen herein und bekommt dann die Kontrolle über dessen Waffenfunktionen. Natürlich bewegen sich die großen Kampfroboter wesentlich schwerfälliger als wenn ihr zu Fuß über die Karten sprintet, trotzdem sind die Kolosse immer noch sehr wendig.

Verliert euer Titan seinen Schild, fügen euch Treffer ab sofort Schaden zu. Ist die Lebensenergie des Titan aufgebraucht, wird dieser explodieren. Auch als Fußsoldat habt ihr mit den richtigen Waffen immer eine Chance gegen die Kolosse, ihr müsst daher keine Angst haben, dass ihr für diese dann nur Kanonenfutter seid.

Beim Thema Kanonenfutter sollten auch die unterschiedlichen Charakterklassen kurz erwähnt werden. Hier ist quasi alles vertreten, was ihr auch aus anderen Shootern kennt. Ob ihr nun die Action liebt und mit einem Frontkämpfer immer mitten im Geschehen seid, oder aber den Scharfschützen bevorzugt, der seine Feinde möglichst ungesehen aus der Ferne erledigt, bleibt euch überlassen. Alle Klassen haben dabei spezielle Vor- und Nachteile, so dass es hierbei keine Klasse gibt, die den anderen überlegen ist. Während der Gefechte sammelt ihr Karten ein, die euch Boni im nächsten Gefecht bringen. Bis zu drei dieser Karten dürft ihr dann einsetzen und bekommt Boni u.a. auf Rüstung oder Angriffsstärke, oder dürft euch einfach schneller bewegen.

Vor einem Gefecht legt ihr übrigens nicht nur die Klasse fest, sondern entscheidet auch, mit welchen Waffen ihr in die Schlacht ziehen wollt. Leider sind die Waffen ein kleines Manko im Spiel, denn diese wirken allesamt zu "normal". Gerade in diesem Zukunftsszenario hätte ich mir mehr ausgefallene Waffen Marke Laser gewünscht, was jedoch nicht der Fall ist. Daher greift ihr auf Granatwerfer zurück, setzt Elektrogranaten ein oder rüstet euch mit ganz normalen Gewehren aus, hier wäre mehr Auswahl wirklich schön gewesen. Immerhin könnt ihr wählen, ob euer Charakter männlich oder weiblich ist. Wie bei den Klassen gibt es übrigens auch bei den Titanen sehr unterschiedliche Typen. Ob nun lieber ein flinker Mech, der dafür schwach gepanzert ist oder aber ein vor Rüstung strotzender Tank, auch hier sollte für jeden das Richtige dabei sein.

Optisch gibt es nichts zu bemängeln. Die Karten bieten viel Abwechslung, zudem sollen regelmäßig weitere Kartenpacks folgen. Die Titans sehen sehr gut aus, was insbesondere für deren Animationen gilt. Auch die normalen Charaktere müssen sich dort nicht verstecken, wenn sie geschmeidig an Hauswänden entlangflitzen. Die Explosionen und Rauch sorgen für die passende Kriegsatmosphäre...

Der Sound ist ebenfalls sehr gelungen. Besonders die Sprecher machen diesmal nicht nur im Original ihre Sache sehr gut, sondern auch die deutschen Synchronsprecher können sich wirklich hören lassen. Die Hintergrundmusik ist passend und die übrigen Spielgeräusche sind ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Die Steuerung ist recht übersichtlich, mit ihr solltet ihr schon nach kurzer Zeit keine Probleme haben.

Fazit:
Titanfall macht Spaß, so das Fazit in Kurzform. Die Gefechte laufen actionreich ab, ganz egal, ob ihr gerade zu Fuß oder in eurem Titan unterwegs seid. Die Klassen sind dabei sehr gut ausbalanciert, keine ist übermächtig. Dies gilt sowohl für die normalen Klassen als auch für die der Kolosse.
Leider gibt es bei den Waffen zu wenig Auswahl. Zudem hat man hier eher auf bewährte Waffen gesetzt, statt andere ins Spiel zu bringen. Dies ist etwas schade, zumal in dieses Zukunftssetting viel ausgefallenere Waffen gepasst hätten.
Die Karten sind abwechslungsreich, die Spielmodi bieten übliche Shooterkost. Aber selbst Deathmatch oder King of the Hill spielen sich mit der Mischung aus Fußsoldaten und Titanen ganz anders, als man es von "normalen" Shootern her kennt.
Die Kampagne hätte man sich jedoch besser gespart. Zum einen besteht diese nur aus kleinen Schnipseln, die während der Mehrspielergefechte eingeblendet werden, zum anderen bekommt man wegen der Action um einen herum kaum etwas davon mit.
Kurz zusammengefasst ist Titanfall ein sehr guter Mehrspieler-Shooter, auch wenn er nicht als "das ultimative Spiel" bezeichnet werden kann. Wer Action liebt, der sollte hier aber bedenkenlos zugreifen!

Media

  • Releasedatum: Donnerstag, 13 März 2014
  • Preis: 9,67 €
  • Genre: Shooter
  • Altersfreigabe: USK: 18
  • Plattform(en): Xbox One, Xbox 360, PC
  • Sprache(n): Deutsch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, Türkisch, Englisch

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