Batman: Arkham City

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Eine Katze trifft im Dunkeln auf eine Fledermaus. "Verdammt noch mal", schimpft sie, "jetzt fangen die Biester auch noch an zu fliegen!"
So oder ähnlich denken vermutlich einige Schurken, denen Batman auf die Nerven geht. Weniger flach als dieser Witz sollte jedoch der neue Batman-Titel von den Rocksteady Studios werden, die der Fledermaus schon mit Batman: Arkham Asylum ein kleines virtuelles Denkmal setzen konnten. Sind gerade Fans von Comic- oder Filmhelden bei Games bisher wenig verwöhnt worden, konnte Rocksteady mit Batman: Arkham Asylum einen echten Hit landen. Mit Batman: Arkham City wollen sie nun an den Hit anknüpfen, bzw. diesen noch toppen. Ob dies klappt, oder ob der Fledermaus die Flügel gestutzt werden - lest selbst!

Kurz zur Geschichte:
War Batman in Arkham Asylum noch auf einer Insel unterwegs, auf der die Irrenanstalt angesiedelt war, in der der Joker auf Batman wartete, hat man in Batman: Arkham City nun direkt einen ganzen Bezirk von Gotham abgetrennt, in den alle Straftäter und Superschurken gesteckt wurden. Dort können diese quasi tun und lassen, was sie wollen. Zwar werden sie vom Tyger-Sicherheitspersonal überwacht, dieses greift jedoch nur bei Fluchtversuchen ein. So tobt in diesem Bezirk inwzwischen ein Bandenkrieg, an deren Spitze jeweils ein Superschurke steht.
Dass eine solche Ansammlung von Straftätern nicht lange gut gehen kann, sollte klar sein, daher geht Bruce Wayne an die Öffentlichkeit, um dies zu kritisieren. Doch kurz bevor er seine Ansprache beenden kann, wird er von bewaffneten Einheiten überwältigt und verschleppt. Wohin? Ganz klar, nach Arkham City. Nicht gerade der Ort, an dem es für ihn gemütlich werden könnte...
Somit entbrennt ein Wettlauf um Leben und Tod. Batman muß herausfinden, was Hugo Strange - der Anstaltsleiter - plant, was es mit dem geheimnisvollen Protokoll 10 auf sich hat und welche Rolle der Penguin, Joker und die anderen spielen.

Schon zu Beginn wird man von der atmosphärischen Gestaltung des Spiels überwältigt. Wunderschön trüber, schneeverhangener Himmel, aus dem ab und an eine Flocke rieselt, bedeckt einen düsteren Stadtteil, in dem die Gewalt regiert. Finstere Strassenschluchten, durch die Nebelschwaden wabern, werden nur hier und da von alten Leuchtreklamen erhellt und bieten düsteren Gestalten Unterschlupf. Hinzu kommt ein Weitblick von den Dächern der hohen Gebäude, welcher bisher so kaum dagewesen ist. Und in dieses ganze Szenario wird der Spieler nun quasi geworfen, um als Batman seine ersten Schritte in Arkham City zu erleben. Nach dem kurzen Spieleinstieg, in dem man auch gleich auf erste Superschurken getroffen ist, bleibt es dem Spieler vollkommen frei überlassen, wie er nun an Batman: Arkham City herangehen möchte.

Spielt man erst die Hauptstory? Schaut man sich erst einmal in Arkham City um? Erledigt man Nebenaufgaben? Löst man die zahllosen Rätsel, die der Riddler versteckt hat? Sammelt man Jokers Luftballons ein? Dies sind nur einige der Dinge, an die man sich heranwagen darf, für Abwechslung ist jederzeit ausreichend gesorgt. Schön dabei ist, dass man ruhig erst die Hauptstory durchspielen kann, wenn man dies denn möchte. Alle anderen Aufgaben, die man nicht vor dem eigentlichen Ende erledigt hat, darf man nämlich auch nach dem Ende noch in aller Ruhe angehen. Heißt, Batman: Arkham City endet nicht einfach, wenn ihr es durchgespielt habt, sondern ihr dürft euch weiterhin frei in Arkham City bewegen, ganz ohne Zeitdruck.

Auch wenn man alle Nebenaufgaben ruhig erst einmal links liegen lassen kann, sollte man immer etwas bedenken: Für gelöste Aufgaben gibt es Erfahrungspunkte. Diese widerum sorgen für Stufenaufstiege und z.B. neue Angriffsarten. Man sollte sich also gut überlegen, ob man wirklich darauf verzichten möchte. Kommt man zu Beginn noch mit einer 2-Button-Technik gut zurecht, wird dies gegen später auftauchende Gegnermassen nicht mehr ausreichen, hier sollte man dann schon ein etwas größeres Repertoire vorweisen können.

Zu den sehr interessanten Nebenaufgaben gehört das Sammeln der Riddler-Trophäen. Diese sind mal leicht zu erreichen, da z.B. nur hinter einer Bretterwand versteckt, für andere muß man aber sein Köpfchen ganz schön anstrengen, will man auf die Lösung kommen, wie man an diese oder jene Trophäe gelangen kann. Von "einfachen" Schalterrätseln bis hin zu sehr komplexen Aufgaben, ist hier alles vertreten, was für Spielspaß sorgt. Auch die diversen Gadgets, die Batman bei sich trägt, verlangen hier ihren Einsatz.

Eines der Gadgets, die Batman unter seinem Fledermausumhang verpackt hat, ist der Enterhaken. Mit diesem erklimmt ihr auch das höchste Gebäude der Stadt oder schwingt euch elegant in bester Spider-Man-Manier durch enge Häuserschluchten. Die Steuerung ist hierbei sehr gut, es wird also kaum einmal passieren, dass ihr auf den Boden "klatscht". Natürlich kann sich Batman dank seines Umhangs von Dächern gleiten lassen, per Sturzflug auf überraschte Gegner hinabsausen, oder aber Aufwinde dazu nutzen, wieder in die Höhe zu steigen. Bei all diesen Aktionen darf man die sehr schönen Animationen bewundern, die Rocksteady dem Fledermaushelden spendiert hat.

Was in Batman: Arkham City nicht fehlen darf, sind natürlich unzählige Kämpfe gegen jede Menge Gegner. Hier kommt wieder das schon aus Arkham Asylum bekannte Free-Flow-System zur Geltung. Man kann sich bei jedem Schlag aufs Neue entscheiden, ob man einfach zuschlägt, oder einen Angriff kontern möchte. Sobald die oder der Gegner nämlich kleine Blitze über dem Kopf haben/hat, werden/wird diese/dieser in Kürze angreifen. Reagiert man nun rechtzeitig und führt einen Konterangriff aus, wird zum einen der Gegner-Angriff verpuffen, zum anderen richtet man auch ein wenig mehr Schaden an, als mit einem normalen Angriff. Spezialattacken fehlen natürlich nicht, diese kann man, wie bereits erwähnt, für Stufenaufstiege "erwerben", bzw. verbessern. Nun gilt es quasi nur noch, die richtigen Tastenkombinationen zu verinnerlichen, will man Arkham City wieder vom Gesindel befreien.

Natürlich muß man sich in Batman: Arkham City nicht blindlings in Kämpfe stürzen, sondern kann sehr taktisch vorgehen. Einzelne Gegner schaltet man am besten aus, indem man sich an diese anschleicht, egal ob von oben, unten oder hinten. So kann man sich unter Fallgittern verstecken und plötzlich hinter dem Gegner aus dem Boden auftauchen, oder aber man hängt sich an einen Vorsprung und schnappt sich den Gegner von oben. Meist reicht es dann aus, diesen einfach aus großer Höhe fallen zu lassen...
Schaltet ihr nach diesem Beispiel ganze Gegnergruppen aus, verfallen die übrigen Widersacher nach und nach in Panik, wenn ein Kollege nach dem anderen verschwindet oder leblos am Boden liegt.

Ebenfalls auch in Batman: Arkham City wieder vorhanden, ist der Detektivmodus. Manchmal fordert der Storyverlauf, dass man diesen aktiviert. Schon recht früh muß man beispielsweise die Flugrichtung bestimmen, aus der eine Kugel geschossen wurde. Aber auch so sollte man diesen Modus ab und zu aktivieren, denn man wird an vielen Ecken in Arkham City Verstecke und andere Kleinigkeiten finden, die man sonst übersehen würde.

Batman ist von Beginn an mit einer Menge Gadgets ausgestattet. Er trägt quasi alles bei sich, was man in Arkham Asylum erspielen konnte. Spieler, die den Vorgänger nicht gespielt haben, werden also ein wenig verwundert sein, was Batman hier für ein Arsenal gleich zu Beginn mit sich rumschleppt. Der ferngesteuerte Batarang ist als Beispiel zu nennen, denn diesen besitzt man schon zu Beginn. Damit es aber nicht langweilig wird, kann man sich im Laufe des Spiels einige weitere "nette" Gadgets hinzuverdienen. Eisgranaten werden euch später sehr hilfreich zur Seite stehen. Eine Elektrowaffe wird es ebenfalls geben. Findet man dann einige Gegner, die in einer größeren Pfütze stehen, kann man diese damit einfach "wegbrutzeln", Wasser und Strom vertragen sich halt nur bedingt.

Weiterhin ist Batman mit einer Art Richtmikrofon ausgestattet. Dies ermöglicht ihm, in der Gegend befindliche Schurken zu belauschen, oder vielleicht das ein oder andere Rätsel ausfindig zu machen. Man wird in Arkham City übrigens nicht nur auf Gesindel treffen, ab und an findet man Sanitäter, die sich verschanzt haben, aber nun dringend Hilfe brauchen. Ein anderes Mal stößt man auf einen Reporter, der sich in Arkham City nicht wirklich wohl fühlt usw. Sprich, nicht alles was in Arkham City rumrennt, muß man beseitigen.

Optisch kann der Titel vollkommen überzeugen. Zwar ist das Spiel sehr düster gehalten, aber dafür umso atmosphärischer. Der bereits erwähnte Weitblick, die genial designten Innenbereiche, die tristen, aber dennoch angsteinflössenden Strassenschluchten usw., hier wurde an alles gedacht, was sich Spieler wünschen.
Beim Soundtrack und bei den Sprechern hat man ebenfalls nicht gespart. Ist die deutsche Synchronisation schon mehr als gelungen, setzt das englische Original dann noch einen drauf. Und dies muß man sich nicht durch eine UK-Version erkaufen, sondern bekommt die Originaltonspur gleich als Bonus mitgeliefert. Der Soundtrack ist wunderbar passend, auch die übrige Geräuschkulisse sorgt dafür, dass man sich wieder und wieder ins Spiel stürzen möchte. Die Steuerung ist sehr übersichtlich, man wird sehr schnell wissen, was wo zu finden ist, wie man spezielle Gadgets auswählt usw.

Hat man Batman: Arkham City durchgespielt, ist das Spiel aber noch nicht "zu den Akten zu legen". Nun darf man sich nämlich an einem höheren Schwierigkeitsgrad versuchen. Hier muß man sich jedoch nicht alles neu erspielen, sondern geht mit der Ausrüstung an den Start, die man sich z.B. vorher auf der normalen Stufe erspielt hat. Trotzdem wird man im höchsten Schwierigkeitsgrad ordentlich gefordert.
Einzig die Bosskämpfe empfand ich in Batman: Arkham City als oft zu einfach, dann fragte ich mich, wie der ein oder andere zum Superschurken aufsteigen konnte.
Weiterhin wird es diverse Downloadinhalte geben, die dann sicher zum erneuten Durchspielen anregen werden. Bereits zum Launch darf man sich den DLC für Catwoman anschauen, den Erstbesteller eh bekommen, andere später hinzukaufen können.

Fazit:
Batman: Arkham City bietet eigentlich alles, was das Spielerherz begehrt. Eine offene Spielwelt, in der man weitestgehend machen kann, wonach einem gerade ist, natürlich immer in den Grenzen, die die Spielmechanik vorgibt. Die Story ist sehr unterhaltsam, aber auch die Nebenaufgaben sind nicht zu verachten. Hier hat man so viele Dinge, die man erledigen kann, dass man sehr viele Spielstunden mit Batman: Arkham City verbringen wird.
Die gesamte Präsentation des Titels ist eine runde Sache, die derzeit kaum zu toppen ist. Grafisch und akkustisch ist Batman: Arkham City einer der Titel, die wohl aus der aktuellen Konsolengeneration das meiste herausholen. Auf jeden Fall ist Rocksteady mehr als ein würdiger Arkham Asylum-Nachfolger gelungen.
Nicht nur für Fans der Fledermaus gehört Batman: Arkham City daher als Pflichtkauf in die Spielesammlung!

Media

  • Releasedatum: Freitag, 21 Oktober 2011
  • Preis: 16,- €
  • Genre: Action-Adventure
  • Altersfreigabe: USK: 16
  • Plattform(en): Xbox 360, PC, PS3
  • Sprache(n): Deutsch
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