Crash of the Titans

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Der ruchlose Dr. Cortex hat die Kreaturen auf Crashs Insel in schreckliche Monster verwandelt! Schlimmer noch, das Böse in der Welt hat Nachwuchs bekommen in Gestalt von Cortex' nicht minder mieser Nichte Nina. Nina ist die Inkompetenz ihres Onkels leid und will mit allen Mitteln seine böse Organisation übernehmen. Böse Inkompetenz wird schon bald durch böse Effizienz ersetzt, als Crashs Schwester entführt und gezwungen wird, eine furchtbare Waffe herzustellen. Natürlich kann Crash nicht tatenlos zusehen und zieht aus, der Cortex-Nichte das Handwerk zu legen und seine Schwester zu befreien...

Es ist nun schon eine ganze Weile her, dass Crash seinen letzten Auftritt hatte. Zu Beginn seiner Jump'n'Run-Karriere zog er noch auf PlayStation-only durch die Level, was sich bei den letzten Teilen änderte. Nach einigen Titeln, die nichts mehr mit dem Ur-Crash zu tun hatten, will man nun zu den Wurzeln zurückkehren und mit "Crash of the Titans" einen Hüpfer der alten Schule auf den Markt bringen. Schauen wir, ob dies gelungen ist:
Zu Beginn möchte ich anmerken, dass für unser Review die Versionen für Xbox 360 und Nintendo DS zur Verfügung standen, weswegen sich das Review auch ausschließlich mit diesen beiden Versionen befasst. Die anderen erhältlichen Versionen sollen jedoch inhaltlich mit der Xbox 360-Version übereinstimmen, nur die DS-Version bekommt eigene Level spendiert.
Anfangs bekommt der Spieler kurz die Geschichte erzählt, darf sich jedoch schon sehr bald ins Abenteuer stürzen. Die Story ist auf DS und der Xbox 360 gleich, die Level unterscheiden sich, wobei die DS-Level teilweise sehr kurz ausfallen.

Konnte sich der kleine Held in den alten Teilen nur mit Sprüngen und Drehangriffen zur Wehr setzen, darf er nun auch seine Fäuste einsetzen und Gegner kräftig vermöbeln. Mit der von der Partie ist wieder die Voodoomaske Aku-Aku, die Crash schon seit dessem ersten Auftritt begleitet. Neben wichtigen Tipps bietet die Maske aber auch Unterstützung, sollte es einmal nötig sein.
Crash muß im neuen Teil jedoch nicht alles allein erledigen, sondern kann die Kräfte und Fähigkeiten seiner Gegner einsetzen. Hierzu muß er diese "nur" solange mit Schlagsalven bearbeiten, bis diese benommen am Boden liegen. Ist dies geschehen, kann Crash diese Gegner übernehmen und ab sofort mit deren Fertigkeiten arbeiten. Manchmal findet der Spieler auch Hilfsmittel, die eingesetzt werden können, um Gegner mit nur einem Schlag zu betäuben.
Leider ist dieses "Übernehmen" immer nur in und für bestimmte(n) Levelabschnitte(n) möglich und fast immer auch sehr offensichtlich. Blockiert eine massive Wand den weiteren Weg, muß Crash einen Gegner übernehmen, der diese einschlagen kann. Warten Zielscheiben darauf, getroffen zu werden, sollte ein Gegnertyp übernommen werden, der Fernangriffe ausführen kann usw.
Hier hätte man ein wenig mehr aus dem Feature machen können und - zumindest in höheren Leveln - dem Spieler nicht alles zu offensichtlich vor die Nase setzen sollen.

Beim Leveldesign merkt man, dass die Entwickler Crash zu seinem Ursprung zurückbringen wollten. Ca. 20 Level warten auf den Spieler, die alle streng linear konzipiert sind. Zwar kann man an manchen Stellen in Action-Adventure-Manier andere Wege gehen, jedoch läuft man meist in eine vorgegebene Richtung. Dies ist jedoch nicht zwingend schlecht und sorgt ab und an dafür, sich in die gute alte Jump'n'Run-Zeit zurückgesetzt zu fühlen.
Gerade auf der Xbox 360 ist es ja so, dass es kaum Jump'n'Run-Kost gibt, daher begrüsse ich persönlich einen Oldstyle-Hüpfer, der der Plattform bisher zwingend fehlte. Spieler, die sich lieber frei in den Arealen bewegen wollen, sollten sich jedoch nach einem anderen Titel umschauen, da "Crash of the Titans" für diese vermutlich nicht geeignet sein wird.
Auf dem DS ist es nun so eine Sache, da man hier versucht hat, "altmodisches" Leveldesign mit dem Einsatz des Stylus zu paaren. Leider klappte gerade dies nicht immer gut: Man kommt sehr oft damit aus, Crash mittels des Steuerkreuzes und der Tasten zu steuern. Kommt jedoch dann eine Stelle, an der der Stylus eingesetzt werden muß, hat man diesen fast immer nicht richtig in der Hand, oder aber ist so überrascht, dass man beim ersten Versuch scheitern wird. Hier wäre es ganz klar besser gewesen, auf den Einsatz des Stylus zu verzichten, denn auch auf dem NDS kommen Spiele ab und zu auch ohne dessen Funktion aus. Und gerade bei diesem Titel kann man ganz klar sagen, dass hier weniger mehr gewesen wäre. So jedoch erlebt der Spieler nicht selten Frustmomente.

Während Crash durch die Level zieht, kann er Kisten und Pflanzen finden und zerstören, in denen er Äpfel und blaues Mojo finden kann. Äpfel dienen der Auffüllung der Gesundheitsleiste und durch blaues Mojo kann sich der Spieler Extraleben zusammensammeln. Jedoch nicht nur Extraleben, sondern auch neue Moves, die Crash auf seinem weiterem Weg helfen werden. Demnach ist es sehr sinnvoll, alles, was irgendwie zerstörbar ist, dem Erdboden gleich zu machen und fleissig Mojo zu sammeln. Zudem warten in den Leveln immer einige Wachroboter darauf, gefunden zu werden, sowie ein versteckter Raum mit einem Minispiel. Am Ende eines jeden Levels bekommt der Spieler eine Auswertung, in die auch die Wachroboter und der Minispielraum einfliessen. Hat man alle Roboter eines Levels gefunden, wird man z.B. mit Artworks usw. belohnt, wohingegen die Minispiele ordentlich Mojo einbringen können.
Im Prinzip sind die Aufgaben in den Leveln ähnlich und wiederholen sich mit der Zeit: Plattformen müssen übersprungen, bestimmte Gegnermengen besiegt oder diverse Titanen eingesetzt werden. Wie geschrieben, ist der Ablauf sehr linear, was ab und an für aufkommende Langeweile sorgen könnte, wenn da nicht die vielen positiven Seiten des Spiels wären. Liebevoll ausgearbeitete Charaktermodelle, sehr schön gestaltete Levelumgebungen und viele Gags sorgen dafür, dass man den Titel nicht zur Seite legen wird. Zumal ist es immer wieder eine Augenweide, wenn die eher dümmlich wirkende Beutelratte Crash sein Gesicht verzieht. Viele Zwischensequenzen lockern zudem den Titel gelungen auf, wobei die Sprachausgabe auf der Xbox 360 ebenfalls viel zur Atmosphäre beitragen kann.
Um die Level mit der vollen Punktzahl und damit mit einer Goldmedaille zu beenden, sind nicht selten mehrere Stunden nötig. Zwar werden geübte Spieler die Level an sich schnell absolvieren, aber sehr wahrscheinlich nicht mit der höchsten Auszeichnung. Hier heisst es, die Level nach und nach "kennenzulernen" und alles aus dem Spiel rauszuholen, was die Entwickler hineingesteckt haben. Man muß hierfür nicht immer wieder das selbe Level am Stück spielen, sondern darf absolvierte Level erneut betreten, wann man möchte.

Die Steuerung des kleinen Helden ist auf der Xbox 360 sehr gut gelungen und mit ein wenig Übung kommt man mit den Eigenschaften der Beutelratte sehr gut zurecht. Auf dem NDS sieht es hier durch den unglücklichen Stylus-Einsatz anders aus, auf diesen hätte man verzichten sollen.
Optisch bekommt man ordentliche, comichafte Grafik spendiert, die zum Zusehen anregt. Auch auf dem NDS kann sich der Titel sehen lassen. Soundeffekte, Musikuntermalung und Sprachausgabe sind auf der Xbox 360 sehr passend gelungen, auf dem NDS müssen hier natürlich Abstriche gemacht werden.


Fazit / Kommentar

 
"Crash of the Titans" wird die Meinungen der Spieler spalten. Ich mag das Spiel, da es schon lange an der Zeit war, dass ein neuer Oldstyle-Hüpfer auf den Markt kommt. Der lineare Ablauf stört mich nicht, denn gerade diesen kennt man von den Ur-Crashs. Wer sich nicht traut, den Titel "blind zu kaufen", sollte ihn vielleicht erst einmal anspielen. Alle die, die schon auf der PSOne mit Crash durch die Gegend zogen, werden auch mit dem neuen Teil lange Freude haben! Die NDS-Version kann ich jedoch nur bedingt empfehlen, da die Frustmomente durch den Stylus-Einsatz zu oft vorkommen.
  • Releasedatum: Freitag, 02 November 2007
  • Preis: 49,99 €
  • Genre: Action
  • Altersfreigabe: USK: 12
  • Plattform(en): Xbox 360, PS2, GBA, NDS, Wii, PSP
  • Sprache(n): Deutsch