EA Sports MMA

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Was ist dicker? Blut oder Wasser? Tretet in einem Bruderkampf der Familie Shamrock an oder versucht mit der Legende Randy Couture, den großen Fedor Emelianenko zu bezwingen. Sollte euch das nicht genügen, dann macht euch mit eurem Mentor und Trainer Bas Rutten im Karrieremodus auf die Jagd nach vielen Gürteln oder lehnt euch einfach mal gemütlich zurück und guckt euch weltweite Kämpfe anderer Onlinespieler an. Vielseitigkeit ist anscheinend geboten, doch wie sieht es mit anderen Kriterien aus? Setzt Electronic Arts auch im Kampfsport seine Erfolgswelle fort?

Da es im Hauptmenü von MMA nicht allzu viele Auswahlmöglichkeiten gibt und alles sehr übersichtlich aussieht, gehe ich erstmal auf diese Punkte ein. Beginnen solltet ihr zunächst mal im MMA-Einmaleins. Dort kämpft ihr mit Miller gegen Souza und ihr erhaltet hier eine sehr praktische Einweisung ins Spielgeschehen. Für Neueinsteiger ein idealer Start ins Spiel und sehr gut von EA umgesetzt. Hier erfahrt ihr die ersten nützlichen Funktionen der einzelnen Tasten. Vorweg kann man schon sagen, dass MMA kein reines Bashing ist, sondern die einzelnen Tasten gut ausgewählt sein müssen, sonst sind die Kämpfe sehr schnell zu euren Ungunsten beendet. Also erstmal einen Blick in das Einmaleins des Sports werfen, es wird euch von Nutzen sein.

Ein kurzer Blick in die Extras ist auch recht sinnvoll. Hier könnt ihr natürlich diverse Einstellungen vornehmen und eure Steuerung anpassen. Auch sehr gut, hier werden FAQs beantwortet. Und einen kleinen Bonus gibt es hier auch: Ihr könnt den Classic Randy Couture freischalten, müsst jedoch dafür einige eurer Freunde anschreiben.

In der Kämpfer-Freigabe habt ihr die Chance, euch Kämpfer herunterzuladen. Dort gibt es bekannte Größen wie Brock Lesnar und Dave Batista, die auch aus dem Wrestling-Sport bekannt sind. Und wer wollte nicht schon mal gerne als Bruce Lee kämpfen? Selbst diese Kampfsportlegende wurde von anderen Spielern hochgeladen. So könnt ihr natürlich selber kreativ sein und Kämpfer erstellen. Diese könnt ihr dann natürlich auch im Netzwerk freigeben.

Aber nun auf ins eigentliche Spielgeschehen. Im Schnellkampf habt ihr die Möglichkeit, wie der Name schon sagt, einen schnellen einzelnen Kampf zu spielen. Hier wählt ihr zunächst aus einer von fünf Gewichtsklassen aus, legt die Regeln und den Kampfort fest und zu guter Letzt die CPU-Schwierigkeit. Im nächsten Menü wählt ihr noch euren Sportler und seinen Gegner aus und nun beginnt der Kampf. Ring frei zur ersten Runde.

Über Xbox Live habt ihr natürlich auch die Möglichkeit, euch mit anderen Spielern online zu messen. Zunächst aber müsst ihr euch mit dem Onlinepass für die EA-Server registrieren. Der Aktivierungscode steht auf der Rückseite des Handbuches. All diejenigen, die also MMA irgendwann einmal gebraucht kaufen möchten, müssen dann für die Onlinefreischaltung extra bezahlen. Hier im Hauptmenü könnt ihr euch ein paar Filme über den Live Broadcast anschauen oder euch im Promoter-Blog über aktuelle News informieren. Solltet ihr sehr viel Zeit investieren, ist es sogar möglich, dass euer Kampf im Live Broadcast gezeigt wird. Wenn das mal kein Anreiz ist. Bestenlisten sind hier natürlich auch einsehbar und Wiederholungen eurer Kämpfe könnt ihr euch angucken, falls ihr diese gespeichert haben solltet.

Kampfmodi gibt es hier lediglich zwei. Zum einen könnt ihr ein schnelles Spiel beginnen und wieder aus den fünf Gewichtsklassen wählen. Nach den Kämpfen erhaltet ihr Erfahrungspunkte und könnt diverse Gürtel gewinnen. Es ist mir allerdings sehr häufig passiert, dass keine Gegner gefunden wurden. Als zweite Online-Option könnt ihr die Fightcards auswählen. Hier könnt ihr selber eine als Kampfpromoter erstellen oder klinkt euch in eine bestehende Card ein. Legt ihr selber eine an, müsst ihr auf andere Spieler warten und legt die Paarungen fest. Allerdings müsst ihr hier nicht zwangsläufig mitkämpfen, sondern könnt euch auch nur lediglich die Kämpfe der anderen angucken. Hier könnt ihr auch eine eigene Xbox Live Party aufmachen, um schnell mit euren Freunden kämpfen zu können. Kämpfe in den Fightcards haben aber keinen Einfluss auf die Bestenlisten und Statistiken. Das ist leider nicht so glücklich, weil es hier eigentlich regelmäßig andere Spieler zu finden gibt. Somit ist der Onlinebereich nicht sehr komplex, doch der große Anreiz besteht in erster Linie darin, die verschiedenfarbenen Gürtel zu erkämpfen.

Kommen wir nun zum Kern des Spieles, dem Karrieremodus. Bas Rutten ist euer Trainer und nach ein paar netten Worten geht es gleich zu einer hübschen Blondine zwecks Anmeldung. Anschließend könnt ihr euch in einem sehr komplexen Menü euren persönlichen Kämpfer erstellen. Über allgemeine Dinge wie Name, Gewichtsklasse oder Geburtsort, geht es weiter zu Kampfstil, Aussehen, Haare, Tattoos, Kleidung und Verhalten. Hier gibt es wirklich sehr viele Optionen, seinen Kämpfer ganz individuell zu gestalten. Aber auch hier im Karrieremodus werdet ihr wunderbar in die Kampfmöglichkeiten eingeführt. Nach dem ersten Training, in dem ihr Schlag- und Tritttechniken, sowie die ersten Ausweichmanöver erlernt, geht es gleich zum ersten Amateurkampf. Im zweiten Training erlernt ihr dann die wichtigen Clinch- und Bodengriffe. Zunächst ist das alles sehr viel auf einmal, doch schnell werdet ihr merken, dass die Steuerung nicht so kompliziert ist, wie sie anfangs scheint. In der Grundsteuerung bewegt ihr euren Kämpfer mit dem linken Stick. Mit dem rechten Stick vollzieht ihr Tritte und Schläge. Tritte allerdings nur bei gedrückter LT-Taste. In den Clinch geht ihr mit Y, Abwehrverhalten lässt sich über B steuern und Aufgabegriffe werden mit X vollzogen. Dies aber nur ein kurzer Einblick, da natürlich mehrere Kombinationen möglich sind.

Ihr erhaltet von eurem Mentor in aller Regelmäßigkeit per Email neue Verträge. Zunächst müsst ihr euch einem Verband anschließen und danach euren ersten Kampf-Vertrag unterzeichnen. Eure Kämpfe im Karrieremodus sind zunächst sehr leicht, doch der Schwierigkeitsgrad zieht im Laufe des Spieles an. Zwischen den Kämpfen habt ihr jedes Mal die Möglichkeit acht Wochen zu trainieren, hier könnt ihr auch Special-Moves erlernen. Diese sind allerdings auf 16 beschränkt, also überlegt sehr gut, welche ihr tatsächlich erlernen wollt. Während eurer Trainingszeit könnt ihr natürlich eure Fähigkeiten in den einzelnen Bereichen verbessern, dieses wirkt sich dann auf eure Gesamtpunkte aus und ihr werdet so stärker. Sehr praktisch ist hier, dass ihr nach einer erfolgreichen Trainingswoche diese Art noch mal simulieren könnt, um euch so schneller zu spezialisieren. Im Laufe des Spieles erhaltet ihr auch mehr Trainigsorte, zu denen ihr reisen könnt, allerdings gegen Bezahlung. Die Camps sind grafisch sehr schön dargestellt und dem jeweiligen Ort angepasst.

Bevor ihr einen Kampf antretet, habt ihr noch die Möglichkeit eines Gratis-Trainings. Hier wird der bevorstehende Kampf simuliert und wenn ihr wollt, könnt ihr euch in diesem Kampf schon eine Taktik zurechtlegen, wie der kommende Gegner zu besiegen sein wird. Und so beginnt ihr eure Karriere, auf der Jagd nach vielen Gürteln. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Karrieremodus prima zu spielen ist, doch hier fehlt es mir eigentlich an Überraschungsmomenten und Abwechslung. Das Kampfgeschehen und die Trainingseinheiten stehen hier im Fokus, doch viel Geschichte gibt es hier nicht zu schreiben….

Was bietet uns also MMA? Grundsätzlich ein sehr gelungenes Kampfspiel, in dem es zwar nicht sehr viele Spieloptionen gibt, doch diese wenigen sehr viel Spaß bereiten. Grafisch ist das Spiel wirklich prächtig umgesetzt. Viele verschiedene Austragungsorte und Trainingscamps sind sehr schön dargestellt und auch die Kämpfer wirken nicht zu klobig oder unproportional auf mich. Überraschend fand ich auch, dass in solch einem Kampfspiel nicht das Blut nur so spritzt, sondern sachte und realistisch ein paar Macken im Gesicht erkennbar sind und lediglich bei härteren Aktionen, sich der Mattenboden ein wenig rot färbt. Die englische Sprachausgabe der Kommentatoren ist brillant und auch beim Sound und der Hintergrundmusik lässt sich nichts kritisieren. Von HipHop bis Heavy Metal ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Steuerung ist erstmal etwas gewöhnungsbedürftig, doch mit der Zeit kommt die Routine und euer Kämpfer lässt sich relativ leicht steuern. Lediglich aufpassen muss man halt auf die Häufigkeit der Aktionen, da Bashing eurem Kämpfer ganz schnell die Energie raubt. Hier ist also eher der Taktiker gefragt. Während der Ladezeiten werden euch die Unterbrechungen zwar mit MMA-Fakten versüßt, die wirklich sehr interessant sind, allerdings sind die sehr langen Ladezeiten kaum zu ertragen.

Fazit:
Trotz der recht wenigen Spielmodi ist MMA ein sehr unterhaltsames Sportspiel. Kritikpunkte gibt es zu MMA kaum zu berichten. Wer auf taktischen Kampfsport ohne großen Schnörkel steht, kann hier bedenkenlos zuschlagen. Optik und Sound wurden brillant umgesetzt und das Gameplay ist nach einer kurzen Eingewöhnungsphase und einigen Trainingsübungen recht leicht umzusetzen. Mixed Martial Arts bietet eine tolle Atmosphäre und bringt uns diesen Kampfsport durch sehr viel Hintergrundwissen näher.
Tester: Marcus von Reth

  • Releasedatum: Donnerstag, 21 Oktober 2010
  • Preis: 20,94 €
  • Genre: Sport
  • Altersfreigabe: USK: 18
  • Plattform(en): Xbox 360
  • Sprache(n): Englisch/Deutsch