Mortal Kombat vs. DC Universe

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Auch wenn uns unser Testexemplar zu Mortal Kombat vs. DC Universe "etwas" verspätet erreicht hat, möchten wir den neuen Ableger der Serie trotzdem einem Test unterziehen.
Die Mortal Kombat-Reihe hatte es in deutschen Landen bisher nicht leicht. Nicht selten wurden Titel der Reihe stark gekürzt oder landeten gleich auf dem Index. Nun holt sich Midway Verstärkung aus dem DC Universum, um den Jugendschützern mit geballter Superheldenkraft entgegen zu treten...

Natürlich hat man sich der DC-Superhelden nicht bedient, um der USK ein Schnippchen zu schlagen, sondern viel mehr deswegen, um den neuesten Ableger der Mortal Kombat-Reihe aufzupeppen. So verschmelzen die beiden Universen, eine Panne läßt einen neuen Superschurken entstehen und der Spieler hat die Aufgabe, diesen zu vernichten.
Kurz zusammengefasst ist dies die Story, die den Spieler in den beiden Einzelspieler-Kampagnen erwartet.

Kenner der Mortal Kombat-Reihe wissen, dass die Charaktere bisher teils sehr brutale Finishing-Moves einsetzen konnten, nämlich die sogenannten Fatalities. Mit diesen Fatalities schickten die Mortal Kombat-Helden ihre Gegner in die ewigen Jagdgründe. Wer sich nun jedoch auch im DC Universum auskennt, weiß, daß die Superhelden des Comic-Verlages sich untereinander nicht töten dürfen, bzw. sowieso unsterblich sind. Diesen Umstand umging Midway damit, den DC Superhelden eigene Finishing-Moves zu verpassen, nämlich die sogenannten Brutalities.
Beide Varianten sind in Mortal Kombat vs. DC Universe im Vergleich zu Vergängern der Reihe stark entschärft. So wird mittels Kamera oft weggeschwenkt, wenn eine zu brutale Szene zu erwarten wäre. Somit konnte Mortal Kombat vs. DC Universe diesmal eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.

Insgesamt 22 Helden aus den beiden Universen stehen dem Spieler zur Verfügung. 20 davon sind gleich auswählbar, zwei weitere müssen erst freigeschaltet werden. Zu den Mortal Kombat-Helden zählen natürlich Sub Zero, Scorpion und Sonya und bei den DC-Superhelden findet der Spieler Superman, Batman und den Joker wieder. Mit diesen darf der Spieler nun im Arcade-Modus oder in den beiden Kampagnen antreten. Die Kampagnen sind strikt getrennt, hier kämpft man entweder nur als Mortal Kombat- oder eben als DC-Held, beide "Fraktionen" haben ihre eigene Kampagne bekommen. Im Arcade-Modus hingegen darf man entscheiden, ob man nur gegen Mortal Kombat-, gegen DC-Charaktere oder aber gegen einen bunten Mix aus beiden Universen antreten möchte.
Natürlich steht auch ein Multiplayer-Modus zur Verfügung, in dem man sich gegen menschliche Gegner beweisen kann.

Leider wird gerade im Multiplayer klar, dass das Balancing der Helden nicht sehr ausgefeilt ist. So gibt es einige Helden, die im Gegensatz zu anderen viel zu stark sind. Daher wird man in Onlinegefechten meist auf die gleichen Helden treffen, was ein wenig den Multiplayer-Spaß drückt.
In den Solokampagnen wird die Story mittels Zwischensequenzen vorangetrieben, welche sich nicht unterbrechen lassen. Leider erwarten den Spieler keine qualitativ hochwertigen Filmchen, sondern eher banale Dialoge, die nur hartgesottene Fans wirklich interessieren werden.

Der Umfang des Spiels ist eher durchschnittlich. Jede der beiden Solo-Kampagnen besteht aus jeweils sieben Kapiteln, die widerum aus drei Kämpfen bestehen. Gepaart mit den Zwischensequenzen kommt man so auf eine durchschnittliche Spieldauer von 5-10 Stunden. En wenig mehr hätte dem Spiel sicher gut getan. Für das Beenden der Solokampagnen erhält man (pro Kampagne) einen weiteren Charakter, der nach dessen Freischalten verfügbar ist. Leider nur in den Kampagnen, denn spielt man den Arcade-Modus, so bekommt man dort zur Belohung nur ein altbackenes Standbild und ein wenig Sprachausgabe serviert. Warum man den Arcade-Modus dann 22mal durchspielen sollte, bleibt fraglich. Mehr freischaltbare Dinge hätten dem Spiel nicht geschadet.

Fünf Schwierigkeitsgrade sorgen dafür, dass Neulinge Erfolge verbuchen werden, aber auch alte Beat'em Upler gefordert werden. Im leichtesten Schwierigkeitsgrad kann man auch dann noch gegen einen Gegner gewinnen, wenn man nur wild auf den Tasten des Controllers rumdrückt. In der höchsten Stufe jedoch hat man mit dieser "Taktik" keine Chance mehr und man sollte schon ganz genau wissen, mit welcher Taste und was für einem Stick man welche Aktion ausführen kann. Dies benötigt einiges an Training, da die Tastenbelegung recht umfangreich ist.
Neben bekannter Prügelkost, in der lange Schlagkombos möglich sind, hat man in Mortal Kombat vs. DC Universe die Möglichkeit, den Gegner aus der Arena zu befördern. Hierdurch verfrachtet man ihn in ein tiefer gelegenes Areal und richtet damit zudem Sturzschaden an.

Auch neu ist, dass die Charaktere in den Rage-Status verfallen können. Dies erreicht man, wenn man eine erfolgreiche Serie von Tritten und Schlägen platzieren kann. Verfällt man in den Rage-Status, wird man für einige Sekunden unverwundbar, was natürlich zum eigenen Vorteil genutzt werden kann. In manchen Arenen gibt es zudem die Möglichkeit, den Gegner durch die Wand zu werfen. Gelingt einem dies, muß man direkt danach wild auf den Tasten des Gamepads herumdrücken, um möglichst viel Schaden anzurichten. Der Gegner muß dies ebenfalls machen, um den Schaden möglichst weit zu minimieren...

Optisch präsentiert sich Mortal Kombat vs. DC Universe recht ordentlich. Zwar sind die Arenen serientypisch eher detailarm, dafür erwarten den Spieler scharfe Texturen. Die Charaktermodelle sind ebenfalls gelungen, besonders die DC-Superhelden wurden gut ins Spiel gebracht.
Die Hintergrundmusik düdelt nicht weltbewegend vor sich hin, die Kampfgeräusche hingegen passen immer gut zu dem, was gerade auf dem Bildschirm passiert.
Die Steuerung ist ok. Neulinge werden sich schnell zurecht finden, müssen jedoch einige Kombinationen auswendig lernen, wenn sie in den höheren Schwierigkeitsstufen klar kommen wollen.

Fazit:
Mortal Kombat vs. DC Universe hat mir leider nicht so viel Spaß gemacht, wie ich es mir erhofft hatte. Ganz klar fehlt es dem Titel an Umfang. Nur zwei freispielbare Charaktere sorgen nicht dafür, dass man lange in den Einzelspieler-Modi verweilen wird. Online macht der Titel zwar Spaß, aber durch das unausgewogene Balancing wird man zumeist auf immer gleiche Gegner treffen. Daher kann ich Mortal Kombat vs. DC Universe nur bedingt empfehlen und sehe den Titel als durchschnittlich an.

  • Releasedatum: Freitag, 08 Januar 2010
  • Preis: 19,96 €
  • Genre: Action
  • Altersfreigabe: USK: 16 / PEGI: 16
  • Plattform(en): Xbox 360
  • Sprache(n): Deutsch
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